In Ambjørnsen Roman "Ausblick auf das Paradies" blickt der 30jährige Elling mit dem Fernrohr aus seinem "Kinderzimmer". Inmitten einer Plattenbausiedlung Oslos wird die große weite Fensterwelt gegenüber inspiziert. Als seine Mutter stirbt, entzieht ihm das Sozialamt das Wohnrecht. Im Folgeroman "Ententanz" erwacht Elling in einem "Erholungsheim" für psychisch Gestörte. Nach einer zu hektischen Lebensphase hat er sich diesen Aufenthalt verdient, denkt der Ich-Erzähler. Auch wenn der Leser das Spleenige dieses im Grunde ersthaften Menschen durchschaut, wird er mehr und mehr zum mitfühlenden Schicksalsgefährten. Nicht ohne Stolz bringt Elling seine Geschichte zu Papier. Im Heim ist es eine robuste, aber warmfühlende Sozialarbeiterin, die es ihm angetan hat: "Wenn ich Vater ihrer Kinder bin, werde ich vielleicht auch Vater meiner selbst", denkt Elling auf seine verquere, aber doch erfrischend wache Art. Zweimal in seinem Leben kriegt er das Dümmste überhaupt zu Gesicht: den Ententanz. Leute stellen sich in Reihen auf und wackeln mit Armen und Beinen. Bei diesem Anblick rastet er völlig aus. Ambjørnsen führt uns in die wahnhaften Gedankenwege seines Helden flott und unverkrampft ein, dabei ist er dem Erzählstil eines Jugendbuchs recht nahe. Ein solcher macht bei diesem Helden aber Sinn. Denn der interessiert-aufmerkende Argwohn des Ich-Erzählers bewirkt, daß Selbstverständliches wie zum erstenmal ins Gesichtsfeld rückt. Damit begegnet der Leser so manch unerfreulicher Empfindung vergangener Tage, und Kindheit und Erwachsenenwelt rücken näher zusammen (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)