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am 27. Dezember 2013
Einfalt und Scharfsinn sind Grundbedingungen des lauteren Donaldismus. Einfalt, weil unsere Quellenlage geschlossen ist und bedingungslosen Glauben an die Überlieferung voraussetzt. Scharfsinn deshalb, weil wir die auf den ersten Blick vorhandenen Widersprüche in der Überlieferung gerne passend machen möchten. Das ist nicht immer einfach, was man schon daran erkennt, dass vermutlich nicht nur mir der mögliche Ursprung zur sprichwörtlichen Einfalt, nämlich das römische Recht, gar nicht bekannt war: “simplicitas legimus amica” heisst es dort. Bahners, der vollkommene Feuilletonist, weiß das nicht nur und schenkt uns diese Wahrheit, sondern er fügt die Kette seiner Brosamen auch derart zusammen, dass es eine Lust ist, zu lesen.

Das Urgestein der donaldischen und donaldistischen Forschung legt mit “Entenhausen: Die ganze Wahrheit” einen Bericht vor, der viele Probleme tief und schlüssig klärt, andere Fragen -- gleich dem Münstermännchen das Tageslicht -- aber auffallend scheut. Dazu zählt die Neffenfrage, die aus dem Blickwinkel der Dreieinigkeit durchaus ins Gebiet der Religionsfragen in Entenhausen gepasst hätte, die Bahners umfangreich behandelt.

Anders als Ernst Horst in “Nur keine Sentimentalitäten” hebt der Exeget aber die uns bekannte Überlieferung nicht in seine eigene oder die Lebensgeschichte des Mediums Fuchs, sondern webt und spinnt stattdessen im weit enger am Sujet bleibenden Rahmen, unter anderem zur Frage, ob Entenhausen nicht weniger auf dem Storch’schen Stern, sondern vielmehr auf einer Abwandlung der uns bekannten Erde zu finden sein könnte.

Seine eindeutige Antwort: Entenhausen ist auf Erde zwei -- oder einer zukünftigen Version unseres Planeten -- dort zu finden, wo heute und hier die Stadt Boston liegt. Die technische Begründung dafür möchte ich nicht verraten, sondern lieber auf ein anderes Indiz Bahners’ eingehen, das belegt, dass Entenhausen sich in einer Variante Amerikas befinden muss. Die Schnallenschuhe und steifen Hüte der Puritaner spiegeln nämlich ebenso wie das jovialere lederne Trapperhemd mit Fransen zwei Stufen der europäischen Besiedlung Amerikas wider, “die Landnahme im Osten und die Eroberung des Westens”. Da beide Kleidungs-Stile -- wie übrigens nahezu alle Aussagen Bahners’ durch Abbildungen sogleich belegt -- in den Einwohnern Entenhausens bekannten figürlichen Überlieferungen vorkommen, scheidet die bloß zufällige Überschneidung der irdischen mit den entenhausener Verhältnisse aus.

Weitere Belege der Erdähnlichkeit sieht Bahners unter anderem in der Erwähnung des zweiten Burenkrieges, von Quakenbrück und Gottfried Daimler sowie der Tatsache, dass Daniel Düsentrieb seinen Kant gelesen haben muss. Da er “dem in fortgesetzter Beobachtung gewonnenen Wissen des Sternkundigen den Charakter intimer Vertrautheit zuschrieb”, wusste Düsentrieb vom Planeten hinter Pluto: “Sehen Sie!”, sagt er zu Franz Gans, “Träume sind eben keine Schäume! Ätsch!”

Der Forensiker (und damit auch ich) kennt die von Bahners in diesem Zusammenhang gottseidank zitierte “Ohnmacht des Wissens gegenüber der Anschauung” aus der täglichen Erfahrung. So wie sich Bahners also todesmutig an die Verknüpfung der ihm bekannten Teile der für ihn erfahrbaren, das heißt geistes-, finanz- und kulturgeschichtlichen Wirklichkeit mit den Realitäten Entenhausens macht, berücksichtigt er aber auch benachbarte Wissensdisziplinen, beispielsweise die Genetik (geruchliche Nichtunterscheidung des Münstermännches von Dagobert Duck, die folglich zwei Drillinge sind) sowie die Neurobiologie: Routine-Entscheidungen sind -- anders als es auf der aktuellen Erde nachgewiesen wurde -- in Entenhausen nicht immer die besten. Das Zusammentreffen des kleinen Herrn Duck mit den Experimentatoren Dulle und Düsentrieb in Timbuktu beweist das.

Auch sonst verhehlt Bahners seine Sympathie für die Naturwissenschaften nicht. So erkennt er beispielsweise, dass sowohl Dagobert Duck als auch Daniel Düsentrieb mit dem überstrapazierten Zitat der vielen Dingen zwischen Himmel und Erde (Hamlet! 1. Akt! Sehr gebildet!) “nicht die Lizenz zur metaphysischen Phantasieproduktion, sondern die Prämisse einer empirischen Weiterbildung, die das Hinsehen und Hinfahren verlangt” meinen.

Die Klippen zwischen naturwissenschaftlichem Wünschen, Details zu lateinischen Beugungen, der endlich sinnvoll vorgebrachten Erklärung des Vorkommens von “Mein Kampf” auf der Entenhausener Müllkippe sowie der Tatsache, dass Bahners wie Humboldt weiss, dass nichts für sich steht, sind naturgegeben nicht immer zu umschiffen.

Obwohl Bahners beispielsweise Anhänger der These des postapokalyptischen Entenhausens einschließlich der so erklärlichen hohen natürlichen Radioaktivität ist, finden sich doch auch mögliche Inkonsistenzen, beispielweise zur Frage, wie und wann die drei Monde um die Entenhausener Erde herum entstanden sind. Hier besteht bei aller Poesie -- Bahners: “Im Profil wird einer der steilen Gipfel, der weit über die Mondhorizontlinie hinausragt, als Näschen wahrgenommen” -- noch Forschungsbedarf. Und das ist auch gut so.

Denn wie jedes wissenschaftliche Lehrbuch in seiner ersten Auflage gibt es noch Lücken zu füllen. Das dürfte hier leicht fallen. So finden sich etwa keine Angaben zur Stromspannung in Entenhausen, obwohl diese bekannt ist -- und trotz der getreulichen Angabe aller Quellen und seiner prominenten Forscherkollegen wie Patrick Martin, Ernst Horst, Andreas Platthaus, Tom Plum, Jürgen Wollina, Christian Pfeiler et al. hat zumindest der Verlag (noch) am Stichwortregister gespart.

Ich möchte genauer erfahren, wie Bahners ableitet, dass die von ihm entdeckte “Tradition der verdeckten Resozalisierung von Gelegenheitsgewinnen”, etwa durch Sebastian Sandigs Gabe an das Klubhaus der Fieselschweiflinge, in anderen Fällen “mit schöner Regelmäßigkeit” auch in der Suppenküche von Kummersdorf ankam beziehungsweise ankommen wird. Zuletzt müssen auch die Veränderungen des Stadtplans, die nach Bahners Erkenntnissen nun möglichweise akut werden, in Folgeauflagen des Buches wie des Stadtplanes, den man dann übrigens auch gleich beilegen könnte, erkennbar werden.

Da mein Abriss der Bahnerschen Gespinste ohnehin und im Bestfall nur einen katzengoldartigen Abglanz der Gedanken dieses großen Mannes liefern kann, möchte ich die von ihm in den MifüMi zum DD 128 gemachte Aufforderung, weiter zu forschen, im Sinne seines Buches noch erweitern: Gleicht die Realität unserer Erde mit der von Entenhausen ab! So weist Bahners nach, dass der Bürgermeiser von Entenhausen seine Außenstände eintreibt, indem er dem Mahradscha von Zasterabad sogar dessen Gewänder pfändet. Just findet sich in der aktuellen Berichterstattung unserer Erde der eigentlich unglaubliche, aber doch so stattgefundene Fall eines rheinischen Geschäftsmannes, der seine Ausstände aus Geschäften in Russland derzeit (Herbst 2013) eintreibt, indem er dem mächtigen russischen Reich eine Immobilie nach der anderen auf deutschem Boden wegpfändet. Sind das Parallelen, Parallelitäten oder gar Vorzeichen, die Bahners Aussagen von der Erdähnlichkeit Entenhausens untermauern? “Ex oriente Jux”, gibt Bahners vor -- doch lebt er derzeit nicht selbst an der Ostküste der Vereinigten Staaten?

Ich komme zum Ende und möchte das Bahnersche Werk nicht nur glutheiß empfehlen, sondern ihm in Gestalt weiterer Auflagen sowie der Bitte um Erweiterung des schon jetzt reichen Materials auch wünschen, dass es sich in eine von Veilchen, Muskat und Musik umwehte, vorläufig noch nicht den anankastisch Vergangenes wiederholenden Gewohnheiten der Entenhauser folgend, die unsere Geschichte gemäß der Bahnerschen Ableitungen nachzuleben trachten, lange und fein in die nächsten Jahrzehnte herübertrage. Denn Bahners ist eben in Wirklichkeit nicht nur unser Spiritus Rector, sondern schlicht auch eine gute, alte Seele.

Mark Benecke, K.D.

(tippfehlerfrei nachzulesen in DER DONALDIST 145, S. 59)
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TOP 500 REZENSENTam 28. Oktober 2013
Patrick Bahners hat nicht nur die Initialen der Panzerknacker-Bande, er macht sich auch gleich daran, die Geheimnisse Entenhausens aufzustemmen. Da hatte Donaldisten-Kollege Horst ja jüngst entlang des Übersetzens von Erika Fuchs eine Panegyrik abgefasst. P.B.s Buch reiht sich in die Donaldistenfront ein, zitiert sie auch, geht aber noch stärker in eine Fingerübung des Geisteswissenschaftlers und in einer FAZ-Redaktion natürlich unausgelasteten Selbstdenkers. Blumenberg und Barks, Jünger etc. und Fuchs: Der alte und moderne Bildungskanon vereint sich also im mythischen Entenhausen dieses Buches. Wobei P.B. als Donaldist natürlich der Prämisse anhinge, dass Entenhausen real ist.

Schönes Buch, gebunden, Lesezeichen, schwarzweiße Barksbilder, doch mit knapp 200 Seiten notgedrungen zu kurz für die "ganze Wahrheit" und mit eher Dagobertscher Preiskalkulation. Viereinhalb Sterne.
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am 19. Februar 2014
Eins vorweg: wenn Sie kein eingefleischter Donaldist sind... Hände weg! Wenn doch... Kaufen!
Aber Achtung, das Buch kommt recht intellektuell daher, das heißt nicht, dass es nicht auch amüsant ist, aber es ist keine leichte Kost wenn man abends müde auf dem Sofa sitzt. Auch muss man die Figuren in Entenhause schon gut kennen, sonst macht es keinen Spaß.
Trotzdem, für den Fan eine Empfehlung!
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am 29. Dezember 2013
Sehr anspruchsvoll. Man muss sorgfältig gelesen. Jeder Satz enthält ironische bzw. amüsante Anspielungen auf Texte und Inhalte vieler alter Micky-Mouse-Hefte - diese werden in witziger, intelligenter Weise verknüpft mit Textpassagen historischer und literarischer "ernsthafter" Werke.
Ich habe mir das Buch gekauft, weil Danis Scheck (ARD) dieses Buch empfohlen hat - ich finde seine Empfehlungen häufig für mich passend - auch seine Verrisse kann ich meistens nachempfinden.
Und eben diese Buch-Empfehlung hat mich nicht enttäuscht.
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am 10. Juni 2014
Auf die Empfehlung von Dennis Scheck kaufte ich "Entenhausen..." und bin leider ziemlich enttäuscht. Obwohl begeisterter Leser von guten Carl-Barks-Geschichten (und die sind alle gut!) und den ersten deutschen Mickey M.-Heften bin ich wohl doch kein rechter Donaldist; ein solcher muss man aber sein, um dieses Buch richtig zu mögen. Pa Trick Bahners nimmt die Sache ein wenig zu ernst, finde ich. Vielleicht weil er Deutscher ist - comme moi.
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am 26. Februar 2014
Muss man haben, wenn man über Entenhausen reden will (will man das?).
Alle Daten alle Fakten, alles was Sie immer schon wissen oder nicht-wissen wollten.

Schön gemachtes Buch, eine Stadtchronik der besonderen Art und überall lauert die Schippe, auf die man genommen werden soll.
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am 10. Februar 2014
Entenhausen und seine "ganze Wahrheit" interessiert mich nicht die Bohne. Aber meinen Bruder! Ein echter Donaldianer! Den habe ich mit diesem Geschenk glücklich gemacht!
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am 16. Juli 2013
Das Büchle ist genial. Viele offene Fragen werden geklärt. Manche sogar ENTgültig. Lang erwartet ist das Werk sowieso. Allerbest ist aber, daß ich schon einen Kommentar zum Artikel (Inhalt?) abgeben darf obwohl das Werk noch(? sic!) nicht verfügbar ist.

MfG

Euer Opa Knack
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am 17. Dezember 2013
das ist die gan(s)e Wahrheit!
Entlich! Die Korrelation wird offenbart.
Dirk Resühr

PS: wer ist der Vater von Huey, Duey und Louie??
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am 20. Januar 2014
Habe versucht mich an mehreren Stellen kurz hineingelesen, finde aber keinen Draht, es erscheint mir für die Darstellung der Hintergründe eines stets unterhaltsamen comiks unangemessen intellektualisiert. Sollte ein Weihnachtsgeschenk für meine viel- und eigentlich alles lesende Tochter sein, habe es aber liegengelassen.
Ich werde es noch einmal mit viel Zeit und Ruhe versuchen, vielleicht erschließt das Buch sich mir dann.

M. Gronau
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