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Die Entdeckung des Individuums. 1500-1800
 
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Die Entdeckung des Individuums. 1500-1800 [Broschiert]

Richard van Dülmen
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Produktinformation

  • Broschiert: 175 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596601223
  • ISBN-13: 978-3596601226
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 329.985 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard van Dülmen
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Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Richard van Dülmen ist Professor für Geschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Historische Anthropologie", die seit 1993 im Böhlau Verlag erscheint.

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Format:Broschiert
Es ist ein Manko der Geschichtswissenschaft, dass der historisch wichtige Prozess der Individualisierung, der die Entstehung der zeitgenössischen Lebensstile ermöglicht hat, bisher noch nicht eingehend untersucht worden ist. Wie Richard van Dülmen in seinem Essay einleitend erwähnt, wurden die von namhaften Historikern des 19. Jahrhunderts behaupteten, aber nicht empirisch belegten Erklärungen für diesen Prozess bisher weitgehend hingenommen und kaum kritisch hinterfragt. Der sich im Laufe der frühen Neuzeit vollziehende Mentalitätenwechsel lässt sich indes nicht vorrangig auf die Formung eines neuen Menschenbildes während der Renaissance und die damit im engeren Sinne verbundenen Entwicklungen reduzieren.

Richard van Dülmen führt unterschiedliche Faktoren, die auf ihre Weise Änderungen im Denken und im sozialen Verhalten beeinflusst oder initiiert haben, auf. Da ist zum einen das mittelalterliche Christentum, das ebenso wie die Reformation zur Verinnerlichung und Selbstbesinnung des Gläubigen beigetragen und ihn sich als Individuum hat fühlen lassen. Auch die Ausbildung des frühmodernen Staates und die damit einhergehende intensivierte Sozialdisziplinierung, die u.a. mit einer Änderung der Strafpraxis und des Erziehungswesens zusammenhängt, werden berücksichtigt. Und schließlich geht van Dülmen auf die wichtige Rolle des aufgeklärten Bürgertums im 18. Jahrhundert und ihre Forderung nach Selbstbestimmung ein. Zudem hängt diese Schicht im ursächlichen Sinne mit der Entstehung und Verbreitung der bürgerlichen Kernfamilie, in der das Kind und seine Erziehung einen besonderen Stellenwert genossen, zusammen.

Van Dülmen bemüht sich, alle in Frage kommende Faktoren anzusprechen. Dass dabei vieles an der Oberfläche bleibt, ist nicht zuletzt auf die bereits erwähnte unzureichende Forschungslage zurückzuführen. Darüber hinaus erfordert die vom Autor nicht zu verantwortende Knappheit der Darstellung vom Leser ein gewisses Vorverständnis hinsichtlich der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ereignisse, um die umrissene Entwicklung nachvollziehen bzw. einordnen zu können. Der eingängige, sehr gut lesbare Essay stellt nicht nur einen Zusammenhang her zwischen dem Prozess der Individualisierung und den aufgeführten gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern er regt auch dazu an, sich selbst näher mit diesem Prozess zu beschäftigen, der das Aussehen unserer heutigen Gesellschaft in so nachhaltiger Weise geprägt hat.

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