Aus der Amazon.de-Redaktion
Das biologische Zeitalter ist angebrochen. Je nach Gusto und Glauben malen wir es uns gruselig aus oder als Paradies. Dabei: Wir befinden uns gerade erst im Foyer und können noch nichts groß darüber sagen. Guter Zeitpunkt für ein Buch, das zurückblickt auf den Verlust der Unschuld, als den Menschen durch Charles Darwin klar gemacht wurde: Gott hat Welt und Geschöpfe nicht ein für alle Mal gemacht, sondern, was auf Erden lebt, hat sich entwickelt, die Arten sind entstanden, über Jahrmillionen hin.
Eine spannende Geschichte mit Auf und Ab: Wie immer bei großen Entdeckungen standen auch bei Darwins Evolutionstheorie die Grundgedanken zuvor schon bereit, ja ein Zeitgenosse und wissenschaftlicher Außenseiter hat Darwins Lehre bis in die Wortwahl hinein parallel formuliert.
Als On the Origin of Species erschien, schrieen die Kirchen auf, während die Wissenschaft Darwins Erkenntnisse beeindruckt akzeptierte. 50 Jahre später jedoch, um 1900 herum, galten seine Gedanken nur noch wenig. Erst die Entdeckungen der Biologie, vor allem die der Vererbungslehre, später jene der Genetik bestätigten Darwin von einer andern Seite her und führten (etwa ab 1930) zu einer Renaissance der Evolutionstheorie, die bis heute anhält.
Ein typischer Band der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft: Solider Überblick zum günstigen Preis in ordentlicher Ausstattung. Darüber hinaus haben die beiden Wissenschaftshistoriker Thomas Junker und Uwe Hoßfeld ein spannendes Buch abgeliefert, verständlich geschrieben, gut zu lesen. Das Richtige zum Aufbruch in eine neue Zeit, die nicht mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms begonnen hat, sondern mit der Entdeckung der Evolution. --Michael Winteroll
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2001
Eine ideologische Mission, die sich unschuldig hinter dem Prädikat "Allgemeine Einführung" versteckt, sieht der Rezensent Thomas Weber hinter diesem Buch über die Evolutionsbiologie und attestiert den Autoren Thomas Junker und Uwe Hoßfeld ein ahistorisches Verständnis von Wissenschaftsgeschichte. Die Autoren sind seiner Meinung nach eifrig dabei, den überwunden geglaubten Gegensatz von Wissenschaft und Religion wieder zum Leben zu erwecken und legen dabei einen geradezu "antireligiösen Eifer" an den Tag. Dabei ist in dem Universum der Autoren die Wissenschaft gut und "alles Böse, das ihren Fortgang aufhält oder als Folge ihrer Anwendung geschieht, ist Konsequenz außerwissenschaftlicher, ideologischer Verunreinigungen". Deswegen gehen die Autoren des Rezensenten Meinung nach überhaupt nicht auf das "soziale, kulturelle und politische Umfeld" der wissenschaftlichen Forschung ein. Vor diesem Hintergrund fehlt Weber zum Beispiel eine kritische Auseinandersetzung mit dem Beitrag deutscher Evolutionsbiologen zur Rassenpolitik im Nationalsozialismus. So ist das Buch der beiden für ihn nichts weiter als "Erbauungsliteratur" für Wissenschaftsfreaks.
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