Coconami ist gewachsen. In verschiedener Hinsicht:
Gewachsen am eigenen Projekt, dieser skurillen bayrisch-japanischen Mischung zwischen Musik, Dialekt, Instrumenten und eigenwilligen, oft augenzwinkernden Arrangements.
Gewachsen um einen haben Japaner, wie die 'taz' schrieb, den Ferdl Schuster.
Aber vor allem gewachsen im Anspruch, musikalischen Spaß auf hohem Niveau zu bieten. Fast möchte ich behaupten, dass Coconami für den abseits des Mainstream wandelnden Musikliebhaber das sind, was Bob Ross und Blechschaden für den Philharmonie-Liebhaber sind: Anspruchsvolle Kurzweil.
Und wer sich je von Namis glockenhellen Sopran verzaubern lassen durfte (ich habe sie in Ihrem Arbeitsumfeld beobachten dürfen), der weiß, dass ihre Stimme zu Recht ihr Instrument ist. Was nicht heißt, dass sie schlecht spielen würde, nein, im Gegenteil. Fest steht aber auch, wenn Nami Klassik sünge (singen würde), ihre Stimme und die Fröhlichkeit, die sie auch in das Projekt einbringt, für Schubert fast verschwendet wären.
Mühelos kann man sich die Musik in boarischen Boazn wie auch japanischen Trinklokalen vorstellen. Eigenwillig und skurril, fest im Anspruch, zwei Traditionskulturen zu verschmelzen. Oder zumindest zu befruchten.
Meine Anspieltipps: Nami singt japanisch, Sukiyaki und der Boarische in C.