Aus der Amazon.de-Redaktion
Erzählt wird die Geschichte übrigens vom berüchtigsten Dichter Zamoniens, Hildegunst von Mythenmetz, einem tausend Jahre alten, aufrecht gehenden Zwergsaurier, der die Handlung -- meist an ihren spannendsten Stellen -- unterbricht, um weiterführende Erläuterungen zu geben, die sogar noch interessanter und witziger sind als die Handlung selbst. Diesem Stilmittel lieh der Dichter sogar seinen Namen: die "Mythenmetzsche Abschweifung". Und so erfährt man ganz nebenbei haarsträubende Details über zamonische Zahlensysteme, die sieben Grundtugenden des Dichters oder auch Insiderinformationen über den zamonischen Literaturbetrieb. Abgerundet wird das Buch durch die halbe Biografie des Hildegunst von Mythenmetz unter dem Titel "Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg".
Auf die Frage, wieso dieses Buch keine direkte Fortsetzung von Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär sei, antwortete Walter Moers: "Das hat verschiedene Gründe. Erstens glaube ich, dass ein Buch mit über 700 Seiten für eine Figur genügen sollte. Zweitens war für mich schon beim ersten Buch der eigentliche Held nicht der Blaubär, sondern der Kontinent Zamonien. Dessen Geschichte -- und die seiner Bewohner -- möchte ich weitererzählen, in alle möglichen Richtungen." Und so besteht die Hoffnung, dass es auch weitere Zamonien-Bücher geben wird, selbst wenn Walter Moers die zweiten 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär im Dunklen lässt. --Hardy Kettlitz -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Amazon.de-Hörbuchrezension
Beim Buch selbst allerdings frage ich mich: Für wen schreibt Moers eigentlich? Für Kinder? Werden die denn seine amüsante Parodie auf Literaturbetrieb und Literatengehabe verstehen? Oder für Erwachsene? Aber werden die wirklich viele Stunden lang den Abenteuern zweier Zwergenkinder folgen wollen?
Zwergenkinder, Literaturbetrieb? Nun: zwei Kinder aus dem Fantasieland Zamonien verlaufen sich, als sie im zamonischen Ferienparadies (der erwachsene Hörer begreift: Klasse Parodie auf "sanften Tourismus"!) vom Weg abweichen. Es folgt ein dreitägiger Horrortrip durch einen Wald voll unbekannter Schrecken, mit mörderischen Fabelwesen und ebensolchen Pflanzen. Er endet erst, als die "Hexe" -- eine zu ständiger Verwandlung und gruseligsten Verstellungen fähige "zanonische Lebensform" -- in einem Gigantenkampf des gesamten Waldgetiers vernichtet ist. So weit das Märchen.
Und warum nun "Literaturbetrieb"? Vorgeblich hat sich das alles ein zanonischer Dichter mit dem wunderbaren Namen Hildegunst von Mythenmetz ausgedacht. Dieser literarische Großfürst unterbricht immer wieder -- an den spannendsten Stellen -- den Erzählfluss, um weitschweifige, überaus eitle und auf amüsante Weise bescheuerte poetologische Erklärungen abzugeben. Bei Dirk Bach klingt er ein bisschen wie ein durchgeknallter Marcel Reich-Ranicki.
Für Kinder? Für Erwachsene? Moers für alle! --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Perlentaucher.de
Christoph Siemes ist begeistert von diesem Buch Moers`, das für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen lohnend sei. Es dokumentiert den unglaublichen Einfallsreichtum des Autors und bietet derart viel Stoff, dass ein Menschenleben gar nicht ausreichen würde, um ihn auszuarbeiten, so der überwältigte Rezensent und schwärmt gleich weiter: Am raffinierten Wechsel der Erzählperspektiven und an den selbstreferentiellen Abschweifungen des Erzählers hat "jedes germanistische Oberseminar was zu beißen und jede Kinderzimmerbelegschaft ihre Freude", seine "realistische Fantastik" und "naive Fabulierlust sind auch sinnbildlich zu verstehen und damit nicht nur Selbstzweck. Siemes hält das Buch gleichermaßen für eine Persiflage des Literaturbetriebes als auch ein Loblied auf die Literatur. Nur vor einem warnt er die Leser augenzwinkernd: die Beschreibung diverser "Pilztrips" sei pädagogisch wohl "weniger wertvoll", weshalb für Eltern Vorsicht geboten sei, wenn sie ihre Kinder mit diesem Buch beglücken wollten.
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Kurzbeschreibung
Klappentext
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Rasante Literatur!«
Der Spiegel
»Natürlich könnte man dem Buch vorwerfen, es schwimme nur auf der gewaltigen Erfolgswelle des Käpt'n-Blaubär-Romans. Aber wenn alle Schriftsteller so viele neue Zutaten in ein altbewährtes Rezept rührten wie Moers, gäbe es keine langweiligen Bücher mehr.«
Die Zeit
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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