Ein Psychologiebuch ist das nicht. Eher ein Buch mit einigen praktischen Lebenstipps.
Nicht umsonst nennt sich Martha Beck Lebensberaterin und nicht Psychologin.
Bei besonders ernsten Problemen fordert sie ihre Leser auf, lieber eine Therapie anzufangen, anstatt die Tipps in ihrem Buch umzusetzen.
Ein Buch also, das im Grunde dazu gedacht ist, ein ganz nettes Leben noch netter zu machen.
Da werden einige Anregungen gegeben, wie zum Beispiel: fünfzehn bis zwanzgi Minuten täglich zu meditieren, mindestens dreißig Mal am Tag zu lachen (Kinder lachen bis zu vierhundert Mal), sich für Geleistetes Belohnungen zu geben, seine wirklichen Wünsche herauszufinden und die auch, zum Beispiel in Beziehungen, zu artikulieren, Rituale im Alltag zu schaffen, usw.
Alles ganz schöne Tips, deren einzige Schwierigkeit darin besteht, sie auch wirklich zu tun.
Daß Meditieren nachhaltig das Leben verbessert, liest man ja in unzähligen Büchern, das Problem dabei ist nur, daß man sich, wenn's dann soweit ist, nicht dazu überreden kann, zwanzig Minuten nichts zu tun, wo man doch so viele andere scheinbar wichtigere Sachen zu erledigen hat.
Manche der Vorschläge halte ich für albern bis gefährlich. Im Kapitel Risiko schlägt die Autorin vor, täglich ein Risiko einzugehen, wie z.B. nachts durch ein gefährliches Viertel zu laufen.
Solche Tipps tragen sicherlich kaum zur Verbesserung des Lebens bei.
Auch daß auf den ersten zwanzig bis dreißig Seiten gleich drei oder vier Grammatik- und Rechtschreibfehler auftauchen, spricht nicht gerade für das Buch.
Man gewinnt den Eindruck, als sei es schnell zusammen geschustert und nachlässig lektoriert worden.
Die Autorin schreibt zum Teil sehr witzig, zum Teil aber auch übertrieben bis banal.
Wenn man versucht, zwanghaft komisch und originell zu sein, gehts meistens daneben.
Trotzdem würde ich das Buch insgesamt empfehlen. Einfach deshalb, weil es sehr praktisch und lebensnah geschrieben ist und die Vorschläge schnell und einfach umgesetzt werden können. Vorausgesetzt, man tut es.