Es gibt ja Leute, die kennen von Elgar nur die hier eingespielten "Enigma-Variationen" und den ersten der "Pomp and Circumstances" Marches. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin ein Anfang.
Wenn man dann aberden Glücksgriff getan und die Aufnahme der genannten Werke mit einem der britischsten Orchester, nämlich dem der BBC, unter der Leitung des zum Einspielungsdatum nicht mehr ganz jungen Leonard Bernstein gekauft hat, dann hat man die wohl emotionalste, intensivste und persönlichste Einspielung der besagten Werke im heimischen CD-Regal stehen, die gegenwärtig man - trotz hoher Einspielungszahl auch neueren Datums - kaufen kann. Aber das ist ja beim späten Lenny quasi das interpretative Markenzeichen, das ihm oft als Exzentrizität ausgelegt wird.
Ich sehe das nicht so. Ich denke vielmehr, dass ich beispielsweise kaum jemals eine berückendere(und langsamere) Darstellung der "Nimrod"-Variation gehört habe, ein Auffahren an Gefühl, dass es einen vor lauter Sentimentalität schlicht zerreissen möchte. Allein das lohnt die Anschaffung.
Ähnlich ist's mit dem wortwörtlichen "Pomp" den Bernstein im ersten "Pomp and Circumstance" March enrfesselt. Da jubelt die "Land of hope and glory"-Hymne gerade so, dass man - auch als Nicht-Brite - nicht nur patriotisch wird, sondern sich nach der (an der Oberfläche) guten alten Zeit des Empire zurücksehnt.
Und der Rest? Na was schon: Ein wunderbares Plädoyer für Elgar!