Gleich vorweg: Dieses Enigma-Werk ist kein Sammelsurium von bloßen Videoclips bekannter Michael Cretu-Machart. Vielmehr präsentiert der ehemalige Keyboarder von Moto Special sein neuestes Album als eine Art kosmischen Trip der psychodelischen Art.
Die Musik: Cretus Tracks sind diesmal recht chillig und verzichten mit einer Song-Ausnahme bis auf ein paar Sprachfetzen komplett auf Stimmen bzw. Gesang. Wer auf geschmeidige Synthie-Klänge mit einem Hauch von Jean Michel Jarre steht, kommt somit voll auf seine Kosten. Wer hingegen Charts-taugliche Musik früherer Tage erhofft, könnte enttäuscht sein. Lediglich bei den Bonustracks geht es deutlich härter zu Sache, wodurch die Tracks fast schon wie Discotheken-taugliche Trance-Lieder anmuten.
Das Bild: Begleitet vom spacigen Sound fliegt man per Computergrafik von Planeten zu Planeten und wird dabei von Kaleidoskop-artigen Bilder und grellen Farbwelten förmlich bombardiert! Okay, das ist zwar nicht sonderlich originell, doch die gute Bild/Ton-Harmonie sorgen für ein in sich stimmiges audio/visuelles Gesamterlebnis.
Die Technik: Neben einer Dolby Digital-Spur wurden alle Tracks auch in DTS abgemischt, wodurch sie noch eine Spur dynamischer Klingen. Auf einem 5.1-System kommt der Ton angenehm klar und transparent rüber. Lediglich die beiden Effekt-Lautsprecher halten sich etwas zu vornehm zurück. Die Bonus-Tracks sind zwar nur in Stereo abgemischt, klingen dafür aber unverschämt dynamisch und sind zudem sehr basslastig.
Der extrem abwechslungsreiche und farbintensive Bildermix ist eine echte Herausforderung für jeden LCD- und Plasma-Fernseher! Die Qualitat und die Bildabtastung ist insgesamt auf einem guten Niveau, so dass die Farben einen förmlich anspringen!
Fazit: Cretu wird offensichtlich ruhiger auf seine "alten" Tage. Als eingefleischter Chill Out-Freak habe ich diese Scheibe sofort in mein Herz eingeschlossen, denn es bietet spacige Entspannung, genauso wie es liebe. Um diesen Effekt zu erzielen ist allerdings eine Heimkino-Anlage erforderlich - und das Lieblingsgetränk in der Hand! Die Reise ins All kann dann beginnen...