das ist es, was mir kurz und schlicht zu diesem Buch als Resümee einfällt!
Die Kölner Kriminalpsychologin Elsa erwischt ihren Mann in flagranti, packt ihre pubertierende Tochter und verlässt Hals über Kopf Köln, im um bayrischen Unterwössen neu anzufangen.
Dort wird sie bald mit ihrem ersten Mordfall - die Leiche einer zwanzig Jahre lang vermissten Frau wird gefunden- konfrontiert.
Bisher dachte ich ja immer, dass Kriminalpsychologie sich mit der Frage nach der seelischen Situation eines Täters zum Tatzeitpunkt befasst; sehr vereinfacht jetzt ausgedrückt. Aber nicht hier in diesem Buch von G. Diechler- weit gefehlt, Elsa ermittelt natürlich. Ihr bleibt auch wohl nichts anderes übrig, denn diese Kripo in Traunstein in dem Buch besteht doch sage und schreibe aus insgesamt 2 Personen- dem Herrn Dr (!) Degenwald und eben Elsa. Der Gerichtsmediziner ist aus München, die Spurensicherung, von denen eine Person auftritt, ebenfalls-
und das war es dann......bereits da war mir das Weiterlesen ziemlich vermiest, ich hasse solche unausgegorenen und falsch oder missverständlich dargestellten Dinge in einem Krimi.
Szene im Büro, als Degenwald Elsa ihr zukünftiges Zimmer zeigt - einen schlichten Schreibtisch mit PC, Drucker, Scanner, einer Telefonanlage, einem ergonomisch geformten Bürostuhl und zwei Besuchersesseln aus Lederimitat. Er deutet darauf und zuckt mit den Achseln "mehr war nicht drin", und Elsas Antwort "für den Anfang reicht es".
Ihre Gedanken zurück nach Köln.......ja sicher, bei der Kripo in Köln gibt es vermutlich Büros mit Antiquitäten und echten Ledersesseln....*Augen verdreh*....
Das Buch besteht aus kurzen Absätzen, eine Seite pubertierende Tochter (die sich manchmal eher wie eine fünfjährige benimmt), eine Seite Elsas kaputte Ehe und zwei Seiten "Kriminalfall"..........ein Lesefluss kam dadurch bei mir nicht zustande. Zudem haben mich die pseudo-psychologischen "Weisheiten" der Dame Elsa, aus denen der Roman ja größtenteils besteht, mehr als genervt. Genauso wie die vielen kleinen Nebensächlichkeiten, die einfach nicht stimmig sind .
Ein kleines Beispiel nur : Elsa nimmt (sie ermittelt dann doch zuerst
mal gegen ihren Kollegen Degenwald...) die Aktentasche von ihm mit in ihr Büro, um diese zu durchsuchen. Da kommt er - ja und nun, sicher merkt er gleich dass die
Tasche fehlt ! Was mach ich nun, grübelt Elsa..... ablenken...also geht sie rüber und lädt ihn zum Essen ein "ach ja vergessen Sie ihre Aktentasche nicht" - die drückt sie ihm dann in die Hand.....und der arme Trottel merkt natürlich nicht, dass sie die schon in der Hand hatte als sie ins Zimmer kam.....
Sicher, es ist ein Roman, aber in einem guten Roman und Krimi dürfen und sollten solche Fehler einfach nicht vorkommen.
Der eigentliche "Krimi" kommt entschieden zu kurz; zwar wird noch jemand ermordet, aber das läuft alles eher am Rande. Ich gestehe auch, dass ich dann weite Seiten
nur noch flüchtig gelesen habe, bzw. überflogen habe, weil ich, wie gesagt, bereits anfangs die vielen Ungereimtheiten bemerkte und es auch im Laufe des Buches
damit nicht besser wurde, egal ob es um die Privatszenen oder die Morde ging.
Vielleicht sollte Frau Diechler lieber bei ihren Kinderbüchern bleiben oder aber, bei einem zweiten Krimi, erst mal besser recherchieren...Ich auf jeden Fall habe hier
kein "starkes sensibles Krimidebüt" erkannt, und keine "Kölnerin, die Bayern erobert" - sondern eher einen mehr schlecht als recht zusammengeschusterten Versuch eines Buches, das sich nicht so recht entscheiden kann, was es nun eigentlich letztendlich sein soll.....