Anspruchsvolleren, detailverliebteren und intelligenteren Gitarrenpop fand man in den 80ern kaum, aber für den mainstream Geschmack waren XTC wohl einfach zu gut, um so die gaanz große Karriere zu machen.
War das New Wave, war's Pop, war's Alternative? Eigentlich wurscht, es war saugut und einmal hatten Sie ja auch wirklich das Glück einen großen Hit zu landen - ,Senses' Working Overtime', enthalten in diesem Album.
Das war - in der UK Ausgabe - wiederum ein Doppelalbum mit 15 songs, was für eine ,Pop'-Band auch nicht gerade verkausförderlich war. Für den Rest der Welt entschied man sich dann aber doch für eine einzelne Platte. Dabei gibt's hier eh jede Menge Ohrwürmer. Das großartige ,Ball And Chain' z.Bsp. mit seinem eigenartigen Marsch-Rhythmus, der dennoch groovt. Das nervöse feeling das ,Jason And The Argonauts' durchflutet - und auch viele andere XTC songs - erinnert durchaus auch ein wenig an die frühen Talking Heads.
Der melodische Einfallsreichtum der in den meisten dieser songs steckt ist genauso beeindruckend, wie die frickeligen Arrangements. Auch rhytmisch ist das eine Wundertüte - man höre sich bspw. ,No Thugs In Our House' an. Auch das wunderbar leichte und karibischen Flair versprühende ,Yacht Dance' hat einen tollen Rhythmus. Fast relaxt wirkt ,All Of A Sudden' mit seinem herrlich rollenden Baß und den ,Indianer'-Tom drums. Funky und doch weltmusikalisch kommen Sie einem auf ,Melt The Guns' und das ist sowieso ein Lehrstück in punkto Reduzierung. Überhaupt muß man drummer Terry Chambers mal lobend hervorheben, denn seine minimalistische aber extrem effektive Spielweise verlieh den frühen XTC Platten (natürlich nebst Partridge's Stimme) einen hohen Wiedererkennungswert.
Gesanglich erinnert Partridge auf ,Leisure' dann ein wenig an Adam Ant und dieser kantige song mit seinem unerbittlich geraden beat ist vielleicht einer der am schwersten zugänglichen dieses Albums. Mit dem percussionlastigen, afrikanisch unterlegten ,It's Nearly Africa' gehen Sie noch einen Schritt weiter in Richtung Weltmusik. Sonnig wird's mit ,Knuckle Down' dem nur ein ganz kleiner kompositorsicher Kopmpromiss zu einem echten Ohrwurm gefehlt hätte. Das flotte ,Fly On The Wall' atmet ein ganz klein wenig Punk, nervös und doch witzig klingt ,Down In The Cockpit'; mit ,English Roundabout geht's wieder ab in die Karibik, wo Sie mit dem closer ,Showman' auch bleiben.
Ein Album, das ein bißchen braucht, das dafür aber dann umso länger hält. Und wenn je es so was wie Pop-Exzentriker gegeben hat - XTC gehörten definitiv dazu.