Wer gerne kocht und isst, kommt nicht umhin, über den Tellerrand der deutschen Küche zu blicken und sich an der internationalen Länderküche zu versuchen. So wollte ich in diesem Jahr die Weihnachtsfeier im Freundeskreis mit einem typisch britischen Weihnachtsmenü bereichern und bin in diesem Buch nicht nur ausreichend fündig geworden, weil ein ganzes Kapitel diesem Thema gewidmet ist, sondern habe letztlich gleich das komplette Buch gelesen. Patricia Clough begnügt sich nämlich nicht nur mit einer Einleitung und folgenden Rezepten, sondern erzählt zu jedem Thema etwas über Gepflogenheiten, Traditionen, Variationen, klärt Missverständnisse und Mythen auf, findet gar plausible Erklärungen für den schlechten Ruf der englischen Küche und hat jede Mengen Anekdoten zu berichten. Überhaupt hat die Autorin einen so humorigen, leichten Stil, dass ich oft schmunzeln musste und meinem Partner manche Passage laut vorgelesen habe. Jeder Bereich (Breakfast, Lunch, Picknick usw.) wird mit Hingabe ausführlich bearbeitet. Bei den Rezepten werden außergewöhnliche Zutaten erklärt und es gibt sogar Warnhinweise, so z.B. wird der Leser im Zusammenhang mit Desserts darauf hingewiesen, dass die Briten einen Hang zu extrem süßen Nachspeisen haben, was für mich ein sinnvoller, nützlicher Vermerk war. Nur eine Sache hat mich gestört: Ich konnte einfach nirgendwo die Angabe finden, auf welche Personenmenge die Rezepte ausgerichtet sind. Vielleicht gab es dazu gelegentlich einen Satz, aber hier liegt dann wohl der einzige Nachteil der Tatsache, dass die Autorin einen zusammenhängenden Text verfasst hat: Man findet die wichtigsten, nötigsten Infos dann nicht immer auf einen Blick. Aber übrigens: Das Weihnachtsmenü gelang komplett und ich werde bald wieder ein Rezept ausprobieren…