Die gekrönten Häupter Europas übten schon immer eine Faszination auf einen großen Teil der nichtadligen Bevölkerungsschichten aus. Krönungsfeierlichkeiten, Festumzüge oder auch nur kurze öffentliche Auftritte der gekrönten Häupter fanden schon ein breites Interesse bevor es Presse und Rundfunk gab. Nicht anders verhält es sich mit dem englischen Königshaus. Das immer wieder bemerkenswerte Interesse an der Monarchie und ihren Vertretern lässt sich gerade in England seit Jahrhunderten beobachten. Nach den Regierungsjahren einzelner Potentaten wurden ganze Zeitalter benannt - erstaunlicherweise waren es gerade die weiblichen Vertreter die ihrer Epoche den Namen gaben: Königin Elisabeth I. ist die Personifizierung des Elisabethanischen Zeitalters in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Königin Viktoria war Namensgeberin für den Begriff des Viktorianischen Zeitalters zum Ende des vorigen Jahrhunderts.
Nun kann man darüber diskutieren, ob die monarchisch verfaßten Staaten Europas tatsächlich zu den wohlhabendsten, politisch stabilsten und liberalsten Länern der Welt gehören, wie dies ein Autor in dem Buch "Englische Könige und Königinnen" behauptet. Denn gerade in England hat die Monarchie kaum noch politischen Einfluss und die politische und ökonomische Krise, die das Vereinigte Königreich gerade in den achtziger Jahren zu überstehen hatte, wurde mitnichten durch eine allein vom Königshaus getragene Politik gelöst.
Unter der Federführung von Peter Wende haben sich 19 Autoren zusammengefunden, um die biografischen Skizzen der einzelnen Königinnen und Könige zu verfassen. Beginnend mit Heinrich VII. ist so eine lückenlose Darstellung der Geschichte des englischen Königshauses bis in unsere heutigen Tage entstanden. Das besondere an diesem Buch besteht in der Darstellung der Geschichte der einzelnen Herrscher, die politische Geschichte Englands bildet dagegen nicht den Schwerpunkt der Darstellungen. Die Verfasser legen vor allem Wert auf die Darstellung der persönlichen Entwicklungen der 23 vorgestellten Monarchen. Denn trotz aller Verknüpfungen ist die Geschichte der englischen Monarchie nicht unbedingt mit der Geschichte Englands gleichzusetzen. Insofern ist die Beweisführung, wieweit mancher Herrscher nahezu belanglos für den Fortgang der englischen Geschichte agierte sehr interessant zu lesen.
Allen jenen, die sich für die Geschichte der englischen Monarchie interessieren, die wissen möchten, warum es eine so enge Verknüpfung zwischen dem englischen Königshaus und dem norddeutschen Adel gibt, gibt dieses Buch eine ausführliche Darstellung der englischen Majestäten.