Die Geschichte Englands im Mittelalter ist ganz wesentlich von seinen normannischen Herrschern, den angevinischen Königen, den Monarchen aus dem Hause Plantagenet mit seinen Nebenlinien Lancaster und York geprägt. Viel ist über diese Epoche bereits von namhaften Historikern geschrieben worden. Dabei lag der Schwerpunkt der Betrachtungen zumeist auf den Leistungen der Monarchen, während die Frauen an ihrer Seite, die ihnen oftmals eine entscheidende Stütze in ihrer Regentschaft waren, meist beiläufig Erwähnung fanden. Der vorliegende Band möchte dies ändern, indem in sechzehn Kapitel die spannenden und zuweilen dramatischen Lebenswege der englischen Königinnen nachgezeichnet werden.
Die beiden Autoren schildern in chronologischer Reihenfolge das bewegte Leben von Frauen, die mit wenigen Ausnahmen aus dem hohen Adel Europas stammten und an den englischen Hof verheiratet wurden. Einfluss und Macht aber auch Drama und Tragik kennzeichnen die Biographien, die mit Mathilde von Flandern, der Frau Wilhelm I., des Eroberers, beginnen (Krönung 1068) und mit Anne Neville, der Frau Richards III. ( geb. 1485) enden. Mit der Übernahme der Regentschaft König Heinrich VII. aus dem Hause Tudor, dessen Mutter Margret aus einer Nebenlinie des Hauses Lancaster und dessen Frau Elisabeth dem Hause York entstammen, bricht ein neue Periode in der Geschichte Englands an, die außerhalb des hier gewählten Betrachtungszeitraumes liegt.
Hinter den Lebensbiographien der einzelnen Königinnen scheint das Allgemeine auf. Es wird über die Zeit berichtet, in die sie hineingeboren wurden. Die Beiträge lassen, ausgerichtet auf die Frauen an der Spitze der Macht, politische Strukturen und Tendenzen erkennen. In ihrer Gesamtheit legen sie Zeugnis davon ab, welchen Spielraum sich diese Frauen einerseits an der Beteiligung von Machtausübung erstritten und andererseits, wie sie als Figuren auf dem Feld der hohen Politik benutzt werden konnten.