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Engelszungen: Roman [Taschenbuch]

Dimitré Dinev
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

10. September 2007
Eine opulente Familiensaga vor dem Hintergrund der Geschichte Bulgariens.

Iskren und Svetljo treffen einander zum ersten Mal am Wiener Zentralfriedhof, am Grab des Genossen Miro. Seine letzte Ruhestätte ist Anlaufstelle für alle, die auf ein Wunder hoffen. Und ein Wunder haben die beiden dringend nötig, denn bis jetzt war ihnen das Glück nicht besonders hold. Nach ihrer Flucht aus Bulgarien sind sie über Umwege in Wien gestrandet, und ohne es zu wissen, sind ihre Schicksale seit ihrer Geburt eng miteinander verknüpft.



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Produktinformation

  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (10. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442733162
  • ISBN-13: 978-3442733163
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 140.770 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wer einen Roman schreibt, muss etwas zu erzählen haben und dafür braucht man Platz. Deshalb können eigentlich Romane nicht dünn sein, meint der junge bulgarisch-österreichische Autor Dimitré Dinev. Was wie eine kokette Erklärung klingt, hat bei ihm seine Berechtigung und muss sie auch haben, denn sein Debütroman Engelszungen hat den stolzen Umfang von 600 Seiten.

Wie schon in seinem ersten Erzählungsband Die Inschrift sind Emigranten und deren Schicksal sein bevorzugtes Thema. Damals musste er sich allerdings noch beschränken, doch nun ließ man ihm Platz und den nützt er aus, nicht um zu dehnen oder strecken, sondern um seinen Einfällen und verblüffenden Wendungen Raum zu geben.

In Engelszungen sind Svetljo und Iskren seine zentralen Figuren. Beide stammen aus Bulgarien, leben in Wien und sind finanziell ziemlich am Ende. Ihre letzte Chance ist ein Serbe namens Miro. Das Problem ist nur, er ist tot und begraben unter einer großen Engelsstatue am Zentralfriedhof. Doch selbst als Toter versteht er es zu helfen, so erzählt man es sich zumindest in Emigrantenkreisen, wo Miro den Status eines Engels der Flüchtlinge einnimmt. Man muss ihm nur seine Geschichte schildern, dann gibt es vielleicht eine Lösung. Da Svetljo und Iskren sowieso keine andere Chance haben, steigen sie darauf ein, und so nimmt am Wiener Zentralfriedhof die Geschichte ihren Lauf. Daraus entwickelt sich ein weit gespanntes und verzweigtes Familienpanorama, in das Dinev auch gleich die Geschichte Bulgariens der letzten Jahrzehnte verwebt.

Er ist ein genauer Beobachter, der keine larmoyante oder anklagende Aufarbeitung tragischer Schicksale betreibt, sondern mit seinen Figuren sehr menschlich umgeht und dabei auch nicht seinen Witz versteckt. Er erzählt mit Wucht, Intensität und einem Bilderreichtum, die einfach verblüffen, besonders wenn man weiß, dass Dinev, der 1990 nach Österreich geflüchtet ist, auf Deutsch schreibt. --Tobias Hierl

Pressestimmen

„Phantastisch, empfindungsreich und originell.“ (Literarische Welt)

„Ein Buch auch und gerade für jene, denen Bulgarien bisher völlig egal war – mithin für ein richtig großes Publikum.“ (Der Spiegel)

"Engelszungen ist ein bestrickender Coming-of-Age-Roman mit einem guten Schuss slawischem Humor, der 2005 mit dem Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet wurde." (Brigitte woman)

"Ein richtig schöner Schmöker von 600 Seiten, in dem es um die Liebe, das Leben und den Tod in allen möglichen Spielarten geht. … Engelszungen ist ein großes Vergnügen, klug, menschlich und witzig erzählt von einem, der weiß, wovon er spricht." (Espace)

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Kundenrezensionen

4.8 von 5 Sternen
4.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein neues Lieblingsbuch 27. April 2006
Format:Taschenbuch
Kennen Sie das? Sie sollten längst schlafen, aber Sie können das Buch nicht aus der Hand legen. Sie sollten längst in der Firma sein, aber ein paar Seiten noch, nur ein paar Seiten. Sie sitzen im Kaffeehaus und warten und lesen, und hoffen, dass das Gegenüber sich verspätet, damit sie noch ein paar Seiten lesen können?
So ging es mir bei diesem Buch. Tragikomisch. Liebevoll erzählt.Immer mit einem Augenzwinkern und Witz. Und mit einer unendlichen Liebe zum Leben.
Sätze, die man sich einprägen möchte, so schön sind sie geschrieben. Wunderbare Wortspiele, Weisheiten, so banal und wahr wie das Leben, aber so formuliert, dass man meint, man höre sie zum ersten Mal.
Ich habe die beiden Versager, die noch nicht mal richtige Versager sind, ins Herz geschlossen. Ihre Familien auch. Hab mitgelitten, mich mitgefreut und viel gelacht. Über den Popen Serafim, über die Großmutter auf dem Friedhof, über die Längen und Breiten im Atlas, ... ach, es ist so viel, dass ich es gar nicht aufzählen kann.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doppelbiographie: unterhaltsam und geistreich 28. Juni 2005
Von WoMo
Format:Taschenbuch
"Engelszungen" ist die Biographie zweier junger Männer, geboren um 1967 wie der Autor, die es - wiederum wie den Autor - aus dem bulgarischen Plovdiv nach Wien verschlagen hat. Obwohl sie nahezu gleich alt sind, sich ihre Väter mehrmals in die Haare gerieten, sie auch die Erinnerung an das Mädchen Radost, den serbischen Gangsterboss Miro und an einige andere Personen teilen, glauben sie bis zuletzt, sich nicht zu kennen.
Die beiden Lebensgeschichten unaufdringlich und witzig ineinander fließen zu lassen, ist die große Kunst Dimitré Dinevs. Er meistert es auch, über nahezu 600 Seiten die Spannung aufrecht zu erhalten, obwohl man aus dem Stoff mit all seinen Verästelungen und amüsanten Geschichtchen gut 5 Romane schreiben könnte. (Die Stammbäume der Familien in den Einbandinnenseiten bewahren vor größerer Verwirrung und lästigem Vor- und Zurückblättern.)
Doch gegen Ende werden die erzählten Zeitabschnitte zu lang; teils auch zu rasch und mit - im Vergleich zum Beginn - weit weniger Details erzählt. Hier finden sich auch inhaltliche Fehler: Der Roman endet am 1.1.2001 mit dem Beginn des neuen Jahrtausends und bezieht dennoch schon die Ereignisse des 11. September 2001 ein; hier und in einigen anderen Chronologien irrt der Autor. Überhaupt scheinen die letzten Kapitel mit weniger Sorgfalt geschrieben und lektoriert zu sein.
Das störte mich aber kaum, denn zu diesem Zeitpunkt habe ich die beiden Helden, den Pechvogel Svjetlo und den durchtriebenen Iskren, schon schätzen gelernt und kann mit ihren Augen neue Perspektiven auf Österreich und seinen Umgang mit Fremden werfen. Denn das Buch ist nicht nur ein ansprechender Roman, sondern auch eine profunde Kritik an den materiellen Gewinnern der Wende im Osten wie im Westen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lebe der Zentralfriedhof... 19. Januar 2008
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
...oder ein Hoch auf das pralle Leben!

Beinahe hätten sich Iskren und Svetljo auf dem prominenten Wiener Friedhof vor dem Grab des begabten und bekehrten Verbrechers Miro zum ersten Mal getroffen. Beinahe. Sie waren schon einmal zur gleichen Zeit auf einem Friedhof, in einem anderen Land, in einer bleiernen Zeit, in ihrer gemeinsamen Heimatstadt. Aber das wissen sie nicht. Der eine begleitete seine jetzt nur noch in seinem Herzen lebende Großmutter, die oft mit ihren Toten sprach, der andere, ein Lausbub, versteckte sich hinter einem Grabstein. Aus diesem Versteck heraus erschreckte er die alte Frau so sehr, dass sie den Friedhof fast nie mehr verlassen hätte. Svetljo gab Fersengeld und Iskren holte ihn nicht ein...

Damals waren sie noch Kinder und es wäre gut möglich gewesen, dass sich ihre Wege kreuzten. Taten sie aber nicht. Dabei liebten sie beide Lena und später Radost, die sie nie vergessen sollten. Aber diese Lieben sind schon lange ausgeträumt, andere folgten und vergingen. Die beiden bulgarischen Männer sind, der eine ohne Papiere und der andere mit gefälschten, illegal in Wien und die Walzerstadt zeigt ihnen ausdauernd ihre kalte Schulter. Aber das ist beinahe schon das Ende einer Erzählung, von der man sich wünscht, sie würde dauern, obwohl sie bereits stattliche 600 Seiten umfasst. Das Leben von Iskren und Svetljo und ihren Familien wird so farbig, warmherzig, aberwitzig und zum Lachen traurig erzählt, dass man nicht genug davon bekommen kann. Dimitré Dinevs Geschichte zweier Familien im kommunistischen Bulgarien, deren Leben von ihm so sacht miteinander verflochten werden, dass sie es gar nicht bemerken, ist von großer Intensität.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen prall und kunstvoll angelegt, sprachlich grandios 1. April 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Zwei Familiengeschichten treten mühelos Stück für Stück aus einem historischen Kontext hervor, ein Relief entsteht, in das die Schicksale einzelner Menschen vernetzt eingraviert sind, denen wiederum von der Zeit wie von einer ätzenden Säure die Fülle abgetragen wurde. Die Familie, eine zerbrechliche lose Verkettung, in der sich die einzelnen Glieder ablösen und wiederfinden oder nicht. Am Ende geht das Leben weiter, Transformation und galoppierende Schicksalswandlungen und all das Reale, das sich tausendfach in den Schicksalen wiederholt, stehen nebeneinander. Nichts ist banal. Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen, es ist spannend, seine Sprache einzigartig. Sie gibt die Stimmung eines Wien wieder, wie es eben ist. Wenn Bulgarien, wovon der größte Teil des Buches handelt, ebenso treffend gespiegelt ist, ist es eine grandiose Skizze zu einem europäischen Zeitbild, das wir ohnehin so gut zu kennen glauben. Keine Angst, wenn Sie sich sonst schwer tun, zahlreiche Namen zu speichern, hier geschieht das mühelos, so geschickt ist die Dramaturgie dieses Romans angelegt und - wer hat sich das nicht schon oft gewünscht - der Verlag hat hier in die Coverblätter den Stammbaum über drei Generationen abgebildet, ein Blick genügt, die Hauptakteure, mit denen sich das Buch begnügt, einzuordnen, sollte man den Faden kurzerhand ausgelassen haben. Interessant auch: die ersten Wienseiten sind wie in einer anderen Sprache geschrieben, wohl auch eingangs sperrig, danach folgen fast 600 Seiten sprachlich höchst beeindruckender Güteklasse. Am Schluß ist es, als hätte man Jahrzehnte durchschritten, deren Tragik im Zerfall und Verlust, deren Magie im Wiederauflesen und Neuzusammenpuzzeln der Atome bestand.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen spannend
Ich kannte den Schriftsteller nicht, bin aber vom Buch fasziniert. Alles wunderbar auf eine ganz andere Art und Weise beschrieben. Ich kann es nur empfehlen.
Vor 15 Monaten von D. Genova veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen EMPFEHLENSWERT
Ich bedanke mich für das Erlebnis! Das beste Buch das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Nicht einfach gut geschrieben, sondern ein Meisterwerk. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Juni 2011 von ritter tugenden
3.0 von 5 Sternen Erschreckende alte Zeit
bemerkenswerte Darstellung der alten Zeit und des schwierigen Neuanfangs nach der "Wende". Aber auch ein überzeugendes Werk über die zwingende Notwendigkeit der "Wende". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Juni 2011 von Kowalewski
5.0 von 5 Sternen Engel - gibt's die?
Und wieder einmal habe ich mich zu meinem Berg der ungelesenen Bücher begeben und eines hervorgeholt, Dimitré Dinevs Engelszungen aus dem Jahr 2003 - seit damals hielt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2010 von Eva Bonvivante
5.0 von 5 Sternen "Unter Nuss, Zwetschke und Quitte"
"...Aus Stahl werde ich sein, so dachte Jordan, denn er war aus einfachem Holz geschnitzt." S153

Mit einem letzten Rest Geld sind sie gestrandet. In Wien, im Prater. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2009 von Esther
5.0 von 5 Sternen Trotz 600 Seiten zu kurz
Dieses Buch, das ich schon nach ein paar Kapiteln zu meinem neuen Lieblingsbuch auserkoren habe, vereint so viele Dinge-es ist eine spannende Doppelbiographie, ein Abriss der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Juli 2007 von Caro
5.0 von 5 Sternen Engelszungen
Ich bin begeistert: Von der ersten Seite an ein unglaublich fesselnder Roman. Man kann nicht aufhören zu lesen und möchte gar nicht, daß das Buch jemals endet. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Januar 2007 von Valerie Bolzano
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zum Staunen
Selten habe ich ein so schönes Erstlingsbuch gelesen. Mit soviel Wärme und Hingabe geschrieben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2006 von Tita Fürst - Koren
4.0 von 5 Sternen Bulgarisch für Anfänger
Ich hatte das Buch im Bulgarienurlaub gelesen. Und dafür war es die perfekte Lektüre: eine gut entwickelte, schlüssige Handlung mit vielschichtigen Protagonisten,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. August 2006 von hedgehoque
5.0 von 5 Sternen unterhaltsame Doppelbiographie, die zum Denken anregt
"Engelszungen" ist die Biographie zweier junger Männer, geboren um 1967 wie der Autor, die es - wiederum wie der Autor - aus dem bulgarischen Plovdiv nach Wien verschlagen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. April 2005 von WoMo
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