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Engelszungen: Roman Gebundene Ausgabe – 12. August 2003


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 598 Seiten
  • Verlag: Deuticke Verlag; Auflage: 6 (12. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3216307050
  • ISBN-13: 978-3216307057
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 502.783 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Wer einen Roman schreibt, muss etwas zu erzählen haben und dafür braucht man Platz. Deshalb können eigentlich Romane nicht dünn sein, meint der junge bulgarisch-österreichische Autor Dimitré Dinev. Was wie eine kokette Erklärung klingt, hat bei ihm seine Berechtigung und muss sie auch haben, denn sein Debütroman Engelszungen hat den stolzen Umfang von 600 Seiten.

Wie schon in seinem ersten Erzählungsband Die Inschrift sind Emigranten und deren Schicksal sein bevorzugtes Thema. Damals musste er sich allerdings noch beschränken, doch nun ließ man ihm Platz und den nützt er aus, nicht um zu dehnen oder strecken, sondern um seinen Einfällen und verblüffenden Wendungen Raum zu geben.

In Engelszungen sind Svetljo und Iskren seine zentralen Figuren. Beide stammen aus Bulgarien, leben in Wien und sind finanziell ziemlich am Ende. Ihre letzte Chance ist ein Serbe namens Miro. Das Problem ist nur, er ist tot und begraben unter einer großen Engelsstatue am Zentralfriedhof. Doch selbst als Toter versteht er es zu helfen, so erzählt man es sich zumindest in Emigrantenkreisen, wo Miro den Status eines Engels der Flüchtlinge einnimmt. Man muss ihm nur seine Geschichte schildern, dann gibt es vielleicht eine Lösung. Da Svetljo und Iskren sowieso keine andere Chance haben, steigen sie darauf ein, und so nimmt am Wiener Zentralfriedhof die Geschichte ihren Lauf. Daraus entwickelt sich ein weit gespanntes und verzweigtes Familienpanorama, in das Dinev auch gleich die Geschichte Bulgariens der letzten Jahrzehnte verwebt.

Er ist ein genauer Beobachter, der keine larmoyante oder anklagende Aufarbeitung tragischer Schicksale betreibt, sondern mit seinen Figuren sehr menschlich umgeht und dabei auch nicht seinen Witz versteckt. Er erzählt mit Wucht, Intensität und einem Bilderreichtum, die einfach verblüffen, besonders wenn man weiß, dass Dinev, der 1990 nach Österreich geflüchtet ist, auf Deutsch schreibt. --Tobias Hierl

Pressestimmen

"Dimitré Dinevs Erzählen ist ein sehr unmittelbares, das im Nu eine poetische Welt erstehen läßt, deren Bewohner uns nahe gehen. Und doch sind sie so erfrischend anders als die, mit denen wir gerechnet hatten." (Barbara Frischmuth)

"Dimitré Dinev hat sich dazu entschlossen, auf Deutsch zu schreiben, und er folgt damit großen Vorbildern; nur wenigen, wie etwa Samuel Beckett oder Vladimir Nabokov ist es gelungen, literarischen Rang auch in fremden Sprachen zu behaupten. (...) Pathos und Ironie sind gleichermaßen vorhanden in der Sprache Dinevs, die eine eigentümliche Macht hat. Er spricht in Bildern, die anrühren: zum Beispiel die Frau, die sich so schnell bekreuzigt, dass ihre Hand einer Schwalbe gleicht, die ihr zerstörtes Nest sucht. Oder: Der Glöckner Kosta, den ein Schwarm Waldbienen so zurichtet, dass sein Kopf aussieht wie eine Kirchenglocke. Oder: Der Schmied Deljo, der so heftig und leidenschaftlich mit seiner Frau schläft, als ob er alle Buchstaben der Inschrift in einer Nacht nachschmieden wollte. Und bei all dem ist Dinevs Sprache knapp und reduziert wie in den Erzählungen Tschechows." (Gudrun Braunsperger, exlibris Rundfunk Ö1)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 19. Januar 2008
Format: Taschenbuch
...oder ein Hoch auf das pralle Leben!

Beinahe hätten sich Iskren und Svetljo auf dem prominenten Wiener Friedhof vor dem Grab des begabten und bekehrten Verbrechers Miro zum ersten Mal getroffen. Beinahe. Sie waren schon einmal zur gleichen Zeit auf einem Friedhof, in einem anderen Land, in einer bleiernen Zeit, in ihrer gemeinsamen Heimatstadt. Aber das wissen sie nicht. Der eine begleitete seine jetzt nur noch in seinem Herzen lebende Großmutter, die oft mit ihren Toten sprach, der andere, ein Lausbub, versteckte sich hinter einem Grabstein. Aus diesem Versteck heraus erschreckte er die alte Frau so sehr, dass sie den Friedhof fast nie mehr verlassen hätte. Svetljo gab Fersengeld und Iskren holte ihn nicht ein...

Damals waren sie noch Kinder und es wäre gut möglich gewesen, dass sich ihre Wege kreuzten. Taten sie aber nicht. Dabei liebten sie beide Lena und später Radost, die sie nie vergessen sollten. Aber diese Lieben sind schon lange ausgeträumt, andere folgten und vergingen. Die beiden bulgarischen Männer sind, der eine ohne Papiere und der andere mit gefälschten, illegal in Wien und die Walzerstadt zeigt ihnen ausdauernd ihre kalte Schulter. Aber das ist beinahe schon das Ende einer Erzählung, von der man sich wünscht, sie würde dauern, obwohl sie bereits stattliche 600 Seiten umfasst. Das Leben von Iskren und Svetljo und ihren Familien wird so farbig, warmherzig, aberwitzig und zum Lachen traurig erzählt, dass man nicht genug davon bekommen kann. Dimitré Dinevs Geschichte zweier Familien im kommunistischen Bulgarien, deren Leben von ihm so sacht miteinander verflochten werden, dass sie es gar nicht bemerken, ist von großer Intensität.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Barbara Lehner am 27. April 2006
Format: Taschenbuch
Kennen Sie das? Sie sollten längst schlafen, aber Sie können das Buch nicht aus der Hand legen. Sie sollten längst in der Firma sein, aber ein paar Seiten noch, nur ein paar Seiten. Sie sitzen im Kaffeehaus und warten und lesen, und hoffen, dass das Gegenüber sich verspätet, damit sie noch ein paar Seiten lesen können?
So ging es mir bei diesem Buch. Tragikomisch. Liebevoll erzählt.Immer mit einem Augenzwinkern und Witz. Und mit einer unendlichen Liebe zum Leben.
Sätze, die man sich einprägen möchte, so schön sind sie geschrieben. Wunderbare Wortspiele, Weisheiten, so banal und wahr wie das Leben, aber so formuliert, dass man meint, man höre sie zum ersten Mal.
Ich habe die beiden Versager, die noch nicht mal richtige Versager sind, ins Herz geschlossen. Ihre Familien auch. Hab mitgelitten, mich mitgefreut und viel gelacht. Über den Popen Serafim, über die Großmutter auf dem Friedhof, über die Längen und Breiten im Atlas, ... ach, es ist so viel, dass ich es gar nicht aufzählen kann.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von WoMo am 28. Juni 2005
Format: Taschenbuch
"Engelszungen" ist die Biographie zweier junger Männer, geboren um 1967 wie der Autor, die es - wiederum wie den Autor - aus dem bulgarischen Plovdiv nach Wien verschlagen hat. Obwohl sie nahezu gleich alt sind, sich ihre Väter mehrmals in die Haare gerieten, sie auch die Erinnerung an das Mädchen Radost, den serbischen Gangsterboss Miro und an einige andere Personen teilen, glauben sie bis zuletzt, sich nicht zu kennen.
Die beiden Lebensgeschichten unaufdringlich und witzig ineinander fließen zu lassen, ist die große Kunst Dimitré Dinevs. Er meistert es auch, über nahezu 600 Seiten die Spannung aufrecht zu erhalten, obwohl man aus dem Stoff mit all seinen Verästelungen und amüsanten Geschichtchen gut 5 Romane schreiben könnte. (Die Stammbäume der Familien in den Einbandinnenseiten bewahren vor größerer Verwirrung und lästigem Vor- und Zurückblättern.)
Doch gegen Ende werden die erzählten Zeitabschnitte zu lang; teils auch zu rasch und mit - im Vergleich zum Beginn - weit weniger Details erzählt. Hier finden sich auch inhaltliche Fehler: Der Roman endet am 1.1.2001 mit dem Beginn des neuen Jahrtausends und bezieht dennoch schon die Ereignisse des 11. September 2001 ein; hier und in einigen anderen Chronologien irrt der Autor. Überhaupt scheinen die letzten Kapitel mit weniger Sorgfalt geschrieben und lektoriert zu sein.
Das störte mich aber kaum, denn zu diesem Zeitpunkt habe ich die beiden Helden, den Pechvogel Svjetlo und den durchtriebenen Iskren, schon schätzen gelernt und kann mit ihren Augen neue Perspektiven auf Österreich und seinen Umgang mit Fremden werfen. Denn das Buch ist nicht nur ein ansprechender Roman, sondern auch eine profunde Kritik an den materiellen Gewinnern der Wende im Osten wie im Westen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Christa Artemis am 1. April 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Zwei Familiengeschichten treten mühelos Stück für Stück aus einem historischen Kontext hervor, ein Relief entsteht, in das die Schicksale einzelner Menschen vernetzt eingraviert sind, denen wiederum von der Zeit wie von einer ätzenden Säure die Fülle abgetragen wurde. Die Familie, eine zerbrechliche lose Verkettung, in der sich die einzelnen Glieder ablösen und wiederfinden oder nicht. Am Ende geht das Leben weiter, Transformation und galoppierende Schicksalswandlungen und all das Reale, das sich tausendfach in den Schicksalen wiederholt, stehen nebeneinander. Nichts ist banal. Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen, es ist spannend, seine Sprache einzigartig. Sie gibt die Stimmung eines Wien wieder, wie es eben ist. Wenn Bulgarien, wovon der größte Teil des Buches handelt, ebenso treffend gespiegelt ist, ist es eine grandiose Skizze zu einem europäischen Zeitbild, das wir ohnehin so gut zu kennen glauben. Keine Angst, wenn Sie sich sonst schwer tun, zahlreiche Namen zu speichern, hier geschieht das mühelos, so geschickt ist die Dramaturgie dieses Romans angelegt und - wer hat sich das nicht schon oft gewünscht - der Verlag hat hier in die Coverblätter den Stammbaum über drei Generationen abgebildet, ein Blick genügt, die Hauptakteure, mit denen sich das Buch begnügt, einzuordnen, sollte man den Faden kurzerhand ausgelassen haben. Interessant auch: die ersten Wienseiten sind wie in einer anderen Sprache geschrieben, wohl auch eingangs sperrig, danach folgen fast 600 Seiten sprachlich höchst beeindruckender Güteklasse. Am Schluß ist es, als hätte man Jahrzehnte durchschritten, deren Tragik im Zerfall und Verlust, deren Magie im Wiederauflesen und Neuzusammenpuzzeln der Atome bestand.
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