Einleitung
Vieste, auf dem Weg nach San Giovanni Rotondo, 17.05.2005
»… jeder geht auf seiner Straße des Lebens. Es gilt Hindernisse zu überwinden und Abenteuer zu erleben. Jeder Mensch geht seinen eigenen speziellen Weg. Dieser Weg ist gekennzeichnet durch gerade Strecken, Kurven, Umwege, Abkürzungen und Weggabelungen. Manchmal ist er steinig, steil oder bergig und manchmal ist er ganz leicht zu gehen. Auf manchen Straßenabschnitten haben wir Wegbegleiter und auf manchen Abschnitten sind wir scheinbar alleine. Aber nur scheinbar, denn unsichtbare Helfer begleiten uns und unser Schutzengel ist stets an unserer Seite. Er geht mit uns jeden Weg und hilft uns, unsere Abenteuer zu bestehen und unsere daraus resultierenden Erfahrungen in Weisheit umzuwandeln, durch Liebe, Erkenntnis und Verstehen …«
So ähnlich steht es in meinem Reisetagebuch geschrieben. Es sind Teile eines Traumes, der für mich sehr wichtig war. Zuerst dachte ich, dass diese Zeilen aus meinem Traum wunderbar für einen Flyer geeignet wären, um mit zwei Freundinnen ein Seminar zu gestalten. Doch nun weiß ich, dass sie die Einleitung zu diesem Buch sein sollten.
Nachdem ich viele Schritte auf meinem eigenen Weg gegangen war und viele verschiedene Abstecher in die unterschiedlichsten, spirituell geprägten Ausbildungen und Seminare in Deutschland, England und in der Schweiz unternommen hatte, war ich nun wieder bei dem Glauben meiner Kindheit angelangt. Durch meine Großmutter wurde mir klar, dass ich meine durch Geburt erworbene Religion, meinen Glauben der Kindheit, meine Liebe zur Mutter Gottes, zu den Engeln und zu Gott, dem himmlischen Vater, der mich so liebt wie ich bin, vernachlässigt hatte. Mir wurde bewusst, dass ich nicht weit reisen muss, um Antworten auf die vielen Fragen zu finden, die das Leben mit sich bringt. Die Antworten auf all meine Fragen finde ich in meinem Herzen! In den Herzen aller Menschen befindet sich der Wohnort Gottes hier auf Erden!
Doch wie kann ich helfen, dass möglichst viele Menschen die Liebe Gottes in sich entdecken? Indem ich versuche, Ihnen die Angst vor den Engeln Gottes und somit vor einem strafenden Gott zu nehmen. Denn Gott als unser Vater liebt uns so, wie wir sind. Er sieht den wahren Kern in uns und er weiß, wer wir wirklich sind!
Die ersten selbst geschriebenen Meditationen
Eine Freundin (ich nenne sie hier G.), veranstaltete ein Engelseminar für Kinder. Die Gruppe bestand aus Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren. Für dieses Seminar schrieb ich die Schutzengelmeditation. Die Reaktion der Kinder war einfach umwerfend! Im Anschluss an die Meditation erzählten sie lebhaft und fröhlich, was sie gefühlt und mit ihren inneren Augen wahrgenommen hatten. Sie malten wunderschöne Engelbilder und hatten die Idee, eine Engelmappe anzulegen, in der sie alles über Engel sammeln konnten. Der elfjährige Junge wollte dann auch lieber zum nächsten Engelseminar kommen und dafür seine Jungengruppe ausfallen lassen. Wow! Das war für uns ein voller Erfolg.
Zum nächsten Treffen kam ein zwölfjähriges Mädchen dazu. Als wir ihr erklärten, was eine Meditation ist, stöhnte sie, dass sie so etwas schon in der Schule gemacht hätten und dass das doof gewesen wäre. Sie erklärte sich bereit, es doch einmal zu versuchen. Ich hatte für dieses Treffen die Meditation »Engel der Heilsteine« geschrieben und im Anschluss an die Meditation durfte sich jedes Kind einen kleinen Heilstein aussuchen und mit nach Hause nehmen. Die Reaktionen waren wieder umwerfend! Alle Kinder, auch das zwölfjährige Mädchen wollten die Meditation am liebsten gleich noch einmal wiederholen.
Nach den tollen Erlebnissen mit den Kindern der Engelseminargruppe reifte in mir immer mehr die Idee, ein Buch mit geführten Engelmeditationen zu schreiben.
Ich dachte mir, dass es doch wunderschön wäre, wenn die Eltern mit ihren Kindern die Welt der Engel neu entdecken und fröhlich und entspannt mit ihnen über Werte, Tugenden und Emotionen sprechen könnten. So entstand die Idee, die Engel verschiedene Werte, Tugenden und Emotionen erläutern zu lassen, um den Kindern sowie auch den Erwachsenen das Gespräch und den Umgang mit den verschiedenen Themen und den eigenen Emotionen zu erleichtern.
Von der Idee bis zur Verwirklichung meines Buches war noch genügend Zeit, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Dabei waren mir all die naturheilkundlichen und spirituellen Seminare und Ausbildungen, die ich besucht hatte, von großer Hilfe.
Während eines Waldspaziergangs mit meiner Freundin G. sprach ich mit ihr über die Idee, ein Buch mit geführten Engelmeditationen zu schreiben. Als hätten mir die Engel den Titel des Buches zugeflüstert, war plötzlich der Gedanke »Engelsprechstunde« in meinem Kopf und ein sanfter Schauer lief über meinen Rücken, als ich den Titel laut aussprach. Ja, das hört sich wirklich gut an! Der Titel drückt aus, was mit den Meditationen möglich gemacht werden soll: Ich möchte die verschiedenen Engel zu einem vertrauten Gespräch in einer entspannten Atmosphäre einladen, wobei die Meditationen für Kinder und weniger Geübte ca. 20 Minuten dauern und die für sehr erfahrene Meditierende bis zu einer Stunde dauern können. In mir erwachte der Gedanke, die Meditationen nicht nur für Kinder zu schreiben.
Der nächste Schritt!
Nun war es an der Zeit, die Meditationen bei Erwachsenen zu testen. Hier legte ich zuerst den Schwerpunkt auf die Chakren, da aus meiner Erfahrung heraus das bewusste »Öffnen« der Chakren in einen besonders tiefen Entspannungszustand führt und das sehr wichtige »Schließen« ein bewusstes Ende der Meditation bewirkt. Das ist sehr wichtig, um entspannt in den eigenen Alltag zurückzukehren.
Die andere Freundin (ich nenne sie hier A.) hatte einen Meditationskreis ins Leben gerufen, in dem jeder reihum eine Meditation leiten durfte. Für diesen Kreis schrieb ich eine Chakrenmeditation, die die Grundlage zur Meditation »Aktivierung der Chakren« wurde. Hier durfte ich nun die Teilnehmer über eine Lichttreppe, bestehend aus den Chakrenfarben, in die Meditation führen. Ohne Ausnahme gaben alle Teilnehmer die Rückmeldung, dass sie noch nie in so einem tiefen Entspannungszustand gewesen waren. In diesem Zustand sind alle Sinne viel feiner und aufnahmefähiger.
Die Begeisterung der Erwachsenen und meine eigene Liebe zu den Engeln bestätigten mich in dem Gedanken, das Buch nicht nur für Kinder zu schreiben, sondern auch den Erwachsenen zugänglich zu machen. Wir alle müssen uns ab und zu auf das Wesentliche besinnen und dabei können die Meditationen sehr hilfreich sein.
Je mehr ich mich mit den Themen Meditation, Engel, der Mensch aus ganzheitlicher Sicht, Werte, Tugenden und Emotionen auseinandersetzte, desto mehr verband ich Elemente aus den westlichen und den östlichen Traditionen mit der Naturheilkunde, um ein möglichst weites Wirkungsspektrum zu erreichen.
Aber wie gestalte ich ein Buch, das sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet ist? Sind die geschriebenen Meditationen und behandelten Themen nicht zu kompliziert? Ab welchem Alter können Kinder damit umgehen? Meine erste und sicherlich nicht gänzlich falsche Antwort war: »Wir müssen unseren Kindern auch etwas zutrauen! Und wenn sie bestimmte Dinge nicht verstehen, dann sind wir gefordert, ihnen die Themen kindgerecht zu erklären.«
Es stimmt, wir müssen unseren Kindern etwas zutrauen! Sie sind oftmals intelligenter und emotional weiter entwickelt, als uns bewusst ist. Zuallererst aber sollen die Meditationen entspannen, Freude bringen, auf Entdeckungsreisen einladen und allen Teilnehmern die Welt der Engel zugänglich machen.
Ich möchte Kinder und Erwachsene mit meinen Engelmeditationen auf spannende Entdeckungsreisen an die Grenzen zwischen Fantasie und Realität mitnehmen, z.B. um herauszufinden, ob es den Weißstreifen-Kofferfisch und die Feenbarsche (aus der Meditation »Engel der...