Dieses Buch habe ich mit hohen Erwartungen angefangen, aufgrund vieler guter Rezensionen. Der Teil, der die historische Kriminalgeschichte behandelt, ist auch durchaus interessant und lebhaft geschrieben. Allerdings las ich kurz danach in einer Kriminalgeschichte der Stadt Wien haargenau diese Geschichte noch einmal - der historische Fall der Martha Marek diente hier wohl nicht nur als Anregung, sondern lieferte letztendlich fast die ganze Geschichte. Danach war ich dann von dem Ideenreichtum der Autorin weitaus weniger beeindruckt.
Hinzu kommt, daß die Teile, die nichts mit dem historischen Verbrechen zu tun haben, sondern mit der Recherche von Marie - die ich als Charakter übrigens sehr lethargisch und langweilig fand - an Erzähltempo sehr zu wünschen übrig ließen. Diese Teile des Buches sind wirklich zu langgezogen und - platt formuliert - öde. Die Auflösung der Geschichte ist dann auch noch absurd und hat mich als Leser nicht wirklich erfreut.
Deshalb - für die lebhafte und gelungene Nacherzählung eines tatsächlichen Falles gibt's die drei Sterne. Angenehmer hätte ich es gefunden, wenn im Buch auch irgendwo darauf verwiesen worden wäre, daß die Autorin tatsächliches Geschehen für ihr Buch verwendet hätte (sollte ich einen solchen Hinweis übersehen haben, nehme ich diesen Kritikpunkt zurück). Die langatmigen Marie-Sequenzen hätte man sich sparen können.