Aus der Amazon.de-Redaktion
Deutschland ist, wie wir aus dem erschütternden, vom Autor glänzend recherchierten Lebensbericht erfahren, den verschiedenen, nicht nur italienischen Mafia-Organisationen nicht nur Rückzugs-, sondern sehr wohl auch Aktionsraum. Schenkt man den Aussagen Giorgio Basiles Glauben, zahlen neunzig Prozent der italienischen Lokale und Lebensmittelhändler in Deutschland in irgendeiner Form Schutzgeld.
Am Beispiel des Lebens des in Mühlheim aufgewachsenen Giorgio Basile erfährt man viel über die Struktur und die Rekrutierungsmuster des organisierten Verbrechens im italienischen Mezzogiorno. Ulrich hat es dabei nicht versäumt, auch die sozio-historischen Wurzeln der Mafia zu schildern und damit die Gründe verständlicher machen, weshalb es ausgerechnet in Sizilien, Kampanien, Apulien und eben Kalabrien zur Bildung einer in der Gesellschaft tief verwurzelten, kriminellen Schattenwelt kommen konnte.
Wer die Regeln der 'Ndrangheta verletzt, und das heißt vor allem anderen: Wer das Schweigegelübde bricht, hat sich damit bereits selbst gerichtet. Über mögliche Rechtfertigungen wird nicht diskutiert. Und deshalb steht auch Giorgio Basile, den die deutschen Behörden aufgrund seiner Kooperationsbereitschaft aus der deutschen Haft nach Italien abgeschoben haben, wo er in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde und mit seinen Aussagen mehr als fünfzig Mafiosi ins Gefängnis wandern ließ, nun auf der Todesliste der 'Ndrangheta: Sein Bruder hat den Auftrag, ihn zu töten.
Eine sehr aufschlussreiche Lektüre! -- Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Pressestimmen
"Er ist Schwerkrimineller. Aber es ist nicht die Polizei, die ihn jagt. Es sind die Menschen, die er früher für Freunde hielt. Freunde einer 'ehrenwerten Gesellschaft', die es sonst nur im Kino gibt." (Express )
Kurzbeschreibung
Wer gegen die Omertà, das Schweigegelübde, verstößt, ist so gut wie tot. Doch der Mann, den sie "Engelsgesicht" nannten, lebt. Der Sohn italienischer Gastarbeiter wuchs im Ruhrgebiet auf und soll rund 30 Menschen auf dem Gewissen haben. Seit deutsche Fahnder ihn fassten, redet er und hat mit seiner Lebensbeichte viele Mafiosi vor Gericht gebracht. Die deutsch-italienische Geschichte einer kriminellen Karriere ist so spannend, dass einem der Atem stockt.
Giorgio Basile, geboren 1960, kam als Kleinkind aus Süditalien mit seinen Eltern nach Mülheim an der Ruhr. Als seine Mutter den Vater verläßt und sich einem Mann aus ihrem Heimatdorf zuwendet, kommt Basile in Kontakt mit der kalabrischen Mafia. Im Gefolge des Stiefvaters baut er in Mülheim ein kriminelles Netzwerk auf. 1986 wird er im Zusammenhang mit einem Raubmord verurteilt und nach Verbüßung der Strafe nach Italien abgeschoben. Mit dem Mord an seinem Stiefvater beginnt Basiles Aufstieg in der Geheimgesellschaft. Seine Mafia-Karriere verläuft von nun an rasant: Er baut einen internationalen Drogenhandel auf und räumt skrupellos Gegner aus dem Weg. 1998 wird er in Bayern erneut festgenommen. Die Ermittler überreden ihn, Kronzeuge zu werden. Seine Aussagen bringen zahlreiche Mafiabosse hinter Gitter. Mit schonungsloser Offenheit schildert er sein Leben in der »ehrenwerten Gesellschaft« und rechnet ab mit dem Mythos Mafia.
Andreas Ulrich hat Giorgio Basiles Geschichte aufgezeichnet und umfangreiche eigene Recherchen angestellt. Sein Buch erlaubt einen seltenen, höchst spannenden Einblick in das Binnenleben einer Verbrecherorganisation.
Klappentext
BILD
"Er ist Schwerkrimineller. Aber es ist nicht die Polizei, die ihn jagt. Es sind die Menschen, die er früher für Freunde hielt. Freunde einer 'ehrenwerten Gesellschaft', die es sonst nur im Kino gibt."
Express