"Engelsdämmerung", der dritte Teil der City of Angels-Reihe, ist Kopfkino vom Feinsten. Die Autorin Andrea Gunschera hat mit diesem Buch eine Geschichte abgeliefert, die im absolut positiven Sinne manchmal an "Sakrileg" (Dan Brown), "Kuss der Finsternis" (Kresley Cole - Talisman-Tour) und Indiana Jones erinnert. Voller Mythen, Action, Spannung und Liebe. Für mich persönlich, war "Engelsdämmerung" der bisher intensivste Roman der City of Angels-Reihe und ich habe mir immer wieder vorgestellt, wie wohl eine filmische Umsetzung aussehen würde: Gigantisch. Der Leser heftet sich regelrecht an die Fersen von Kain, dem Killer und Anna, die Bibliothekarin der Raphaeliten.
Kain, ein Schattenläufer ist im "Blutfluch" zu Eve (die Gefährtin seines Halbbruders Alan - wir kennen sie aus dem ersten Teil "Engelsbrut") gebunden. Seit jungen Jahren ist er - wenn man es so bezeichnen mag - ein Blutjunkie, der nach dem Blutgenuss sein Opfer töten muss. Tut er dies nicht - bleibt er im "Blutfluch" - das sich wie unerfüllte Liebe und Gier anfühlt - gefangen, so wie es ihm mit Eve ergeht. Es gibt jedoch eine Legende, dass er von diesem Fluch erlöst werden kann. Doch daran glaubt Kain nicht! Er glaubt nur an Fakten. Bis er Anna näher kennen lernt '
Anna ist ein Findelkind und wurde auf den Stufen eines Klosters in Lanuvio, Italien gefunden. Monsignore Bartolo, der Prior des Klosters war Anna stets ein Vorbild und fast so etwas wie ein Vater. Ihm vertrau sie, ihm hat sie es mit zu verdanken, dass sie als Jüngste den Doktortitel in Religionswissenschaften gemacht hat. Nun ist sie zurück in Lanuvio, um in der dortigen Klosterbibliothek zu arbeiten. Doch der innere Friede, den die Arbeit Anna gibt, hält nicht lange an, den Nazgarth, der dunkle Jäger scheint zu erwachen, da er Asâêl, den gefallenen Engel, der wieder unter den Menschen weilt, spürt und Jagd auf ihn machen will.
Die Raphaeliten sind die Hüter Nazgarth, der verborgen vor der Welt, in einem Kloster in Jamal Maqloub, Irak, sein Gefängnis hat. Doch Nazgarth hat bereits einen "Sucher" losgeschickt - Armageddon - der die Siegel aufspüren soll, die den Nazgarth bis jetzt fesseln konnten. Wird Nazgarth entfesselt - wird er alles zunichte machen, was auch nur im Entferntesten an die Gefallenen oder die Schattenläufer (Kinder der gefallenen Engel) erinnert. Das ruft Bartolo auf den Plan. Er heuert über den Anwalt Vitali, den Killer Kain an, der Armageddon töten soll und stellt an Kains Seite Anna. Anna hat den Code der geheimen Aufzeichnungen des Großmeisters der Raphaeliten, Vedric Cerencia, von 1478, geknackt und weiß nun Stück für Stück - wo die Siegel zu suchen sind. Das Spiel beginnt und wir treffen jemanden wieder, den wir so vielleicht nicht erwartet haben ' ich sage nur: "Engelsjagd"
Andrea Gunschera reißt den Leser mit in eine Jagd nach den Siegeln, die bildgewaltig und spannend aufgebaut ist. Dabei wiegt sie den Leser in scheinbarer Sicherheit - nur um ihn dann plötzlich aus allen Wolken fallen zu lassen - als klar wird, wer hinter all dem Üblen steckt, das sich Kain und Anna stellt. Die Protagonisten haben ihre Geheimnisse, die von der Autorin Stück für Stück offenbart werden - was die Spannung natürlich extrem steigen lässt. Andrea Gunschera nimmt den Leser mit auf eine Reise zu religiösen Mythen und in die verschiedensten Länder der Welt: Irak, Italien, Frankreich, Amerika, Mexiko um einige zu nennen.
Der "Wandel", den Kain in seinem Verhältnis zu Anna durchlebt, ist glaubwürdig dargestellt, nachvollziehbar und ausgewogen beschrieben. Anna ist ein Charakter, der auf mich durchweg positiv gewirkt hat. Ihr Angst vor "Menschen", ihr ganzes Wesen, wurde von der Autorin toll in Szene gesetzt. Die Nebencharaktere wurden sehr stimmig ausgearbeitet und wecken beim Lesen neben Sympathie, natürlich auch Antipathie. Von mir gibt es für dieses rundum gelungene Buch, zufriedene 5 Lesepunkte.
Kleine Hilfe für Serien-Einsteiger
1) Engelsbrut (Eve und Alan)
2) Engelsjagd (Violet und Gabriel)
3) Engelsdämmerung (Anna und Kain)