Sommer auf Sylt, das sollte eigentlich eine unbeschwerte Zeit sein. Aber in diesem Jahr staut sich die Hitze, und dann verschwinden auch noch innerhalb von drei Tagen drei kleine Mädchen. Es gibt weder eine Lösegeldforderung, noch irgendwelche Spuren. Die Insel ist in Aufruhr; Gäste reisen ab oder kommen erst gar nicht, Mütter lassen ihre Mädchen nicht mehr vor die Tür, und die Ermittler Sven Winterberg, Silja Blanck und Kriminalkommissar Bastian Kreuzer haben keinerlei brauchbaren Anhaltspunkte.
Aber es gibt drei Menschen auf der Insel, die dem Täter nahe kommen. Gefährlich nahe. Eine Maklerin, die ein wunderschönes, aber auch etwas gruseliges Haus am Watt verkaufen will, eine Mutter, die ihre Tochter sucht, und ein alkoholkranker Journalist, dessen vernebeltes Gehirn noch so weit funktioniert, dass er dieser großen Story hinterherjagen kann.
Dieser Sylt-Krimi entwickelt von der ersten Seite an einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptpersonen erzählt, wobei eine dieser Personen offensichtlich psychisch gestört ist. Die Vorgänge im Haus am Watt bringen Gruselelemente in den Krimi, die an viktorianische Geistergeschichten erinnern und dafür sorgten, dass ich vorm Schlafengehen ganz genau überprüft habe, ob auch wirklich alle Fenster und Türen geschlossen sind.
Die authentischen Charaktere, die durch die verschiedenen Erzählperspektiven überaus spannende und rasante Geschichte, das Lokalkolorit, ein ungewöhnlicher Showdown und die glaubwürdige Auflösung waren schuld daran, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und erst im Morgengrauen ins Bett kam.
Ich warte jetzt gespannt auf den nächsten Krimi von Eva Ehley, den ich auf jeden Fall auch lesen werde.