Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Fortsetzung setzt noch mal eins drauf. Die Handlung kann man noch mehr vergessen (wenn das überhaupt möglich ist), die Mädels, die Autos und die Mode sind noch ausgefallener und die Stunts (stark digitalisiert und ziemlich absurd) schwingen sich zu erstaunlichen Höhen von Cartoon-Albernheit auf. Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu haben bei der erneuten Verkörperung ihrer Titelrollen den Spaß ihres Lebens, vor allem dann wenn sie sich mit dem ultra-schnittigen gefallenen Engel Demi Moore messen (die mit 40 besser aussieht als die meisten Frauen mit 20) und sich dem schäbigen Gangster Justin Theroux entgegenstellen. Bernie Mac löst Bill Murray ab als Engel-Nebenspieler Bosley. Das ist nur ein weiteres Anzeichen dafür wie McG vorsätzlich tollkühn ein vorsätzlich tollkühnes Franchise steuert. Unser Ratschlag: Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und lachen Sie mit. --Jeff Shannon
Kurzbeschreibung
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Bild: Der imposante Ersteindruck ist sehr sauber und hell. Bei längerer Ansicht fällt schnell eine (gewollte?) Übersättigung der Farben auf (00:19:00 Rasen zu grün, Auto zu rot). Farbfelder sind jederzeit sauber voneinander getrennt und bilden keine Säume. Grieseln ist praktisch nicht zu sehen, außer gelegentlich in hellen und großen Bildflächen. Hier tritt auch schon mal ein sanftes Blockrauschen auf (00.29.29). Die Kantenschärfe ist grandios und zeichnet knackige Gesichtskonturen nach. In größerer Kameradistanz weichen diese schon sichtbar auf und auch die Detailtiefe wird zunehmend schwächer. Alles jedoch nur im Ansatz. Insgesamt ein sehr gutes Mastering.
Ton: Der drückende Sound legt eine enorme Dynamikmesslatte vor, die zwar etwas bombös daherkommt, aber auch kleinere Effektbeigaben in einer akzeptablen Lautstärke zum Hauptvolumen abfeiert. Die deutsche Studiosynchronfassung kommt der leicht offeneren, aber weniger drückenden englischen Fassung zuvor und nutzt machtvoll die möglichen Dynamikreserven der DVD aus. Dialoge werden auch außerhalb des Bildschirmes klar ortbar wiedergegeben und bieten in der deutschen Tonspur ein wenig mehr Fülle, als in der englischen O-Fassung. --movieman.de
VideoMarkt
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Blickpunkt: Film
Die Leinwandversion der 70s-Kult-TV-Serie funktionierte bereits 2000 als überlanges Pop-Musik-Video: rasend schnell, sexy, laut, krachend - und ansonsten völlig frei von belastenden Inhalten. Das nun mit Filmzitaten von 'Kap der Angst' über 'Spider-Man' und 'Blues Brothers' bis zu 'Matrix', mit Star- und Cameo-Auftritten von John Cleese über Bruce Willis und Carrie Fisher bis zu Original-Angel Jaclyn Smith sowie mit 70er- und 80er-Jahre Hits prallgefüllte Sequel folgt seinem Vorgänger mit voller Power - und schlägt diesen fröhlich mit eigenen Waffen, ohne sich auch nur einen Hauch ernster zu nehmen: Amerikas süßeste Undercover-Geheimwaffe durchsteht bei der Rettung der Welt vor gleich drei Bösewichten noch unmöglichere, lebensgefährlichere Situationen - und sieht dabei wieder ganz verblüffend gut aus.
Neu sind lediglich Demi Moore als düsterer gefallener Rache-Engel Madison - und Bill Murray wurde als rechte Hand der Engel von dem schwarzen Komiker Bernie Mac ('Ocean's Eleven') ersetzt, heißt aber nach wie vor Bosley und wird verrückt-komischer Weise als Bruder des Originals verkauft. Und: Wo im ersten Teil bereits Superlative angesagt waren, ist 'Charlie's Angels 2 - Volle Power' nun voll 'over the top': schrillere Kostüme, laszivere Posen, coolere Sprüche, mehr Trash, mehr Pyrotechnik, mehr Knalleffekte. Mit mongolischen Barbaren im Fell-Outfit, einem wilden Bullen-Ritt des stets am breitesten lächelnden Engels Natalie (Cameron Diaz - ohne Zweifel die stärkste Waffe, die ein Film haben kann), hochgradig verbesserter Martial-Arts-Choreografie - und mit einer absurden 'Goldeneye'-Parodie inklusive Staudamm, Lastwagen und Hubschrauber macht die Anfangssequenz klar, wie das Sequel weitergeht: atemberaubend.
Die von hier aus startende, äh, Handlung folgt der Jagd der drei Agentinnen auf zwei Ringe, die zusammenfügt einen Code knacken können, der alle Namen aus dem Zeugenschutzprogramm der amerikanischen Regierung enthüllt. Irgendwie scheint Charlies ehemaliger Angel Madison die Schmuckstücke an sich gebracht zu haben - und dann geraten auch noch Redneck-Engel Dylan (Drew Barrymore, die erneut auch als Produzentin im Einsatz ist) und die Dreieinigkeit der Freundinnen in Gefahr: Dylan wurde vor Jahren vom FBI eine neue Identität verpasst, nachdem sie ihren Ex als Killer (Justin Theroux) auffliegen ließ, der sie nach Absitzen seiner Strafe jetzt erbarmungslos verfolgt.
Aber die Story ist hier natürlich kaum der maßgebliche Spaßfaktor: McG zieht seinen roten Faden wieder durch eine originell montierte Kettenreaktion von furiosen Action-Sequenzen als Alibi für die perfekt zur Musik von Prodigy über MC Hammer und Bon Jovi bis zurück zu Prodigy inszenierte Clips, die nicht nur dank der augenzwinkernden Location-Wahl eine Freude sind. Der Regisseur beherrscht sein Handwerk mit erstaunlich ökonomischer Bildsprache, jeder Schnitt sitzt so perfekt wie die Hüftjeans von Lucy Liu und fügt die rasanten Schauplatz- und Kostümwechsel nahtlos aneinander. Keine Zeit zum Luftholen bleibt zwischen Wellenreiten am Hollywood-Beach und Extreme-Motocrossing in einer Kohlengrube, zwischen Strip- und spontanen Formationstanzeinlagen und von waghalsigen Sprüngen vom Dach des berühmten Griffith Observatoriums ('Denn sie wissen nicht, was sie tun') auf das des Los Angeles (!) Theatres, in dem die Premiere des Blockbustersequels (!) 'M:E-2: Maximum Extreme' (!) stattfindet.
Und genau das ist 'Drei Engel für Charlie - Volle Power': Ein zum absoluten Maximum extrem ausgereiztes und überzogenes Pop- und Fun-Spektakel, dem vielleicht bisweilen der unschuldige Charme des ersten Teils fehlen mag, dem jedoch erneut gelingt, was Pink im Titelsong empfiehlt: 'Feel Good Time!' Die in einer Szene gestellte Frage 'How's the sequel going?' darf man also getrost zufriedenstellend beantworten: Angesichts dieser Power-Puff-Girls, die selbst Zions Krieger mit weiblichen Waffen (High Heels) aus dem Latexmantel stoßen, könnte sogar 'Hulk' vor Neid grün werden. cm.