Ich habe ENGEL DES SÜDENS vor ein paar Tagen zu Ende gelesen und bin immer noch tief beeindruckt von dem Kaleidoskop an Figuren und Geschichten, die der Autor einem neugierigen Leser eröffnet. Mit den letzten Seiten seines Werkes, schließt Najem Wali auf faszinierende Weise den Kreis zum Anfang der Geschichte, einer von vielen Geschichten, denen er in 193 'Entwürfen' und fünf innerhalb des Romans abgeschlossenen Büchern nachgespürt hat. Das ist faszinierend. Vor allem, weil durch das Ende das erste und zweite Buch in neuem, anderem Licht erscheinen und ihre Tiefe auf wunderbare Art im Nachhinein offenbaren. Ich muss zugeben, dass es mir beim Lesen anfangs nicht leicht gefallen ist, ein Gefühl für die Figuren zu entwickeln, aber wie man auch im Leben Zeit braucht, um jemanden kennen zu lernen, so enthüllen in diesem großen Roman die schöne Malaika al-Dschanub, der Engel des Südens, sowie ihre Freunde und Feinde nach und nach ihre Persönlichkeit. Jetzt, nach der letzten Seite, da ich sie nun alle besser kenne, habe ich große Freude sie auf ihrem Weg durch über 50 Jahre Geschichte des Irak ein zweites Mal zu begleiten. Toll! Wann liest man schon einmal ein Buch gern ein zweites Mal??!!