Jeliel und Yesod sind zwei winzige Schutzengel. Sie leben in einer kleinen Kirche und sind gut befreundet mit dem kleinen Luis, der dort sauber macht und dafür sorgt, dass alles seinen Gang geht. Doch scheinbar läuft dort nicht alles so gut, wie es sollte, denn die beiden bekommen eines Tages Besuch von einem Erzengel, der ihnen sagt, dass sie sich mehr anstrengen müssen. Und tatsächlich bemerken sie, dass die Menschen nicht mehr so freundlich sind wie früher. Ein Junge stiehlt Geld aus dem Opferstock und eine Frau beschimpft den armen Mann vor der Kirche, anstatt ihm zu helfen. Und zu allem Übel wird selbst der Pfarrer böse, als er davon hört. Gegen Luis Vorschlag ist er nicht dazu bereit, dem armen Teufel zu helfen und die Katastrophe lässt nicht lange auf sich warten; der Mann bringt sich selbst um.
Danach wird alles nur noch schlimmer, doch die Engel entdecken den Grund dafür. Es treiben sich Dämonen in der Kirche herum, die den Pfarrer unter ihre Kontrolle gebracht haben und einen ihrer mächtigsten Anführer auf die Erde holen wollen. Zwischen Engeln und Dämonen entbrennt ein Kampf um die Vorherrschaft und Jeliel und Yesod kämpfen ganz vorne an der Front. Dabei steht ihnen das entzückende Engelmädchen Om zur Seite. Gemeinsam verfolgen sie einen Fall in einer anderen Kirche, kämpfen an Notre Dame und wagen sich schließlich sogar in die Welt der Dämonen selbst vor. Ob es ihnen gelingt, das Gute siegen zu lassen?
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"Engel" ist eine Comic-Serie in drei Teilen, die hier in einem Sammelband erschienen sind. So kann man "Psalm 1-3" komplett genießen. Allerdings erzählt jeder Teil eine für sich stehende Episode, auch wenn sie miteinander verknüpft sind. Vor allen Dingen die Entwicklung der Charaktere ist interessant. Überhaupt sind die Engel gar nicht so gezeichnet, wie man sie sich landläufig vorstellt. Es sind kleine, knubbelige Gesellen, die sich von Messwein und Hostien ernähren, zwischendurch mal eine Aspirin brauchen und sogar rauchen. Dabei haben sie immer einen frechen Spruch auf den Lippen und halten zusammen, selbst wenn sie sich ab und an ein wenig kabbeln. Sie haben ungefähr die Größe eines kleinen Vogels. Dämonen und Engel sind sich in ihren Anlagen zudem gar nicht so unähnlich. Die einen sind weiß, die anderen rot. Engel haben Flügel aus Federn, die von Dämonen sehen aus wie von Fledermäusen. Und die Bösen haben einen langen Schwanz. Und tatsächlich verwandeln sich Dämonen unter bestimmten Umständen in Dämonen.
Die Geschichte um Jeliel, Yesod und Om ist eher ruhig erzählt. Es gibt zwar auch Kämpfe, aber gerade der erste Teil schlägt doch eher zartere Saiten an. Als Handlungsort dienst ausschließlich die kleine Kirche, erst später reisen die Engel zu anderen Gegenden, im letzten Teil sogar in die Unterwelt. Dort treffen sie auf die Dämonen, die sich als wesentlich "menschlicher" erweisen, als man das zu Anfang vielleicht vermutet hätte. Mit der Zeit wird die Geschichte immer humorvoller. Ein riesiger Dämon, der nach seiner Mama schreit, wenn er im Erdboden versinkt, hat schon etwas für sich und bringt den Leser garantiert zum Schmunzeln.
Ein besonders Highlight sind die Zeichnungen. Alle Wesen sehen sehr rundlich aus und man möchte sie am liebsten knuddeln lieb haben. Hier zeigt sich ein einzigartiger Zeichenstil. Gerade wenn immer mehr Engel und Dämonen auftauchen, verliert man sich gerne in einer einzelnen Zeichnung. Sehr schön sind auch die Farbenspiele, in denen die jeweiligen Szenen dargestellt werden. So wird immer eine passende Stimmung erzeugt.
Fazit: "Engel" ist ein wirklich entzückender Comic. Die liebenswerten Figuren und eine ungewöhnliche und gute Geschichte voller Humor machen ihn absolut lesenswert.