"Engel" ist die mittlerweile vierte Singleauskoppelung aus dem Hitalbum "Zirkus" der Band Mia. und leider auch in jeder Hinsicht die dürftigste.
Eine große und fast schon lächerliche Überraschung erlebte ich bereits, als ich die Single aus der Amazon-Versandbox nahm und auf ihr den schmucken Aufkleber "Unverbindliche Preisempfehlung: 2,99 Euro" fand. Unnötig zu sagen, dass es keine allzu freudige Überraschung war, weil ich kurz zuvor ja hier bei Amazon 2 Euro mehr (also einen guten Aufschlag von 66% auf die UVP) habe zahlen dürfen. Wenigstens erstattet Amazon einen den Mehrpreis durch die Tiefstpreisgarantie aber zurück. Trotzdem mutet es schon sehr nach Schildbürgersstreich an, eine CD deutlich über UVP zu verkaufen, dann die eigentliche UVP mit einem Aufkleber auf der Hülle kenntlich zu machen, nur um am Ende dann den erstmal erhobenen Mehrpreis zurückzuerstatten. Man kann da nur den Kopf schütteln.
Das Design der Hülle ist recht gelungen, wenn auch eher schlicht und ohne einmalige oder sonderlich hervorstechende Schnörkel. Vom "Mia-Schriftzug" abgesehen kommt die CD selbst leider einfarbig daher, wobei diese eine Farbe dann auch noch gerade die unsommerlichste von allen seien musste, nämlich ein Novemberregen-Grau. Warum diese nun so gewählt wurde, bleibt ein Rätsel, gerade da, wenn man vielleicht keine leuchtenden Farben mag, schon ein schlichtes "Engelsweiß" viel besser mit dem Titel der Single harmoniert hätte.
Nachdem nun die Äußerlichkeiten eher wenig reizvoll waren, bleibt ja noch die Hoffnung trotzdem gute Musik zu hören. Leider bekommt man aber zunächst einmal vor allem wenig Musik für sein Geld, wobei man aber auch bei einer UVP von 2,99 Euro nicht allzu viel erwarten sollte. Auf Dreingaben an die treuen Käufer wie vielleicht das zugehörige Musikvideo oder den einen oder anderen Bonustrack wurde komplett verzichtet, von einem Elektro-Remix einmal abgesehen.
"Engel" selbst ist aber leider dazu noch einer der Songs vom Album "Zirkus", die eher unter ferner liefen zu finden sind. Zwar ist die Melodie durchaus eingängig und das Engagement der Sängerin Mieze immer zu spüren, doch das täuscht am Ende nicht darüber hinweg hier nur durchschnittlichen, etwas naiven "Zuckerpop" in der Anlage liegen zu haben. Ebenso wenig mitreissen kann auch der zweite Track.
Zusammengefasst stimmt "Engel" wohl die meisten treuen Mia.-Fans (und so auch den Rezensenten) eher traurig. Zu sehr haftet dem ganzen Werk nämlich der Hauch an, dem Käufer mit einer nachgeschobenen, lieblos gemachten Single noch einmal ein paar Euros abnehmen zu wollen.
Wer das Album besitzt kann getrost auf "Engel" verzichten und auch wer "Zirkus" nicht sein Eigen nennt, wird durch die Verschmähung dieser Maxi wenig verpassen.