Das Buch wurde von den Schüler/Innen der Klasse 8a eines Dürener Gymnasiums sehr gegensätzlich wahrgenommen: Während die Mädchen sich überwiegend für das Buch aussprachen, lehnten die Jungs es ab. Daher hier zwei unterschiedliche Schülerrezensionen:
LENA FÜR DIE MÄDCHEN(5 Sterne):
Das Buch "Engel und Joe" von Kai Hermann beschreibt eine Zeit in der Jugend der 14jährigen Jie. Gleich zu Anfang des Bucher, wo sie von dem Freund ihrer Mutter geschlagen wird, zeigen sich ihre Gefühle und Gedanken sehr deutlich und man kann sofort Charaktereigenschaften feststelen. Als sie von Zuhause wegläuft, verliebt sie sich in den 17jährigen Punk Zorro. Diese Beziehung wird sehr genau beschrieben, z.B. durch eine Art Standortwechsel: Die Geschichte wird an einigen Stellen mehr um Joe und ihre Gefühle herum beschrieben, an anderen Stellen geht es mehr um Zorro.
Die Handlung ist immer abwechslungsreich, denn es gibt immer neue Themen, mit denen Jugendliche zu kämpfen haben, so z.B. Liebe, Freundschaft, Drogen, rauchen, trinken, Sex, Abhängigkeit, aber auch Probleme mit der Familie und Gewalt. Das Buch stellt wichtige Randgruppen vor und setzt diese in Kontrast zueinander. Der Autor schreibt verständlich und benutzt eine für das Buch angemessene Jugendsprache.
Meiner Meinung nach sollte jeder Jugendliche das Buch lesen, da man sich sehr gut in die Personen hineinversetzen kann und in einer eher realen, berührenden Weise die Problemtemen der Jugend behandelt werden.
PHILIP FÜR DIE JUNGS (1 Stern bzw. 0 Sterne):
Im Buch "Engel und Joe" von Kai Herrmann geht es um ein 15-jähriges Mädchen namens Joe, das aufgrund ihres prügelnden Stiefvaters und ihrer psychisch leicht angeknacksten Mutter von Zuhause wegläuft. Schon an der nächsten Straßenecke trifft sie auf den von sogenannten "Scheißbullen" verprügelten, 17-jährigen Punk Zorro und verliebt sich in ihn. Die Beziehung wird laut Klappentext zur "emotionalen Achterbahnfahrt", bringt zwischendurch ein Kind zustande, endet jedoch damit, dass Joe Zorro, während er schläft, nach einem Jahr mehr oder eher weniger glücklicher Liebe verlässt.
Die Themen sind nicht abwechslungsreich, sondern vorhersehbar, es geht um Drogen, Liebe, Hass und Trauer, wobei sich Liebe und Hass gefühlte 10-mal abwechseln. Die Haupt- und Nebenpersonen sind verblödet, verrückt, sex- oder drogensüchtig, mit zu viel Geld für ihre unterdurchschnittliche Intelligenz ausgestattet oder gar mehrere dieser Punkte zugleich. Die Sprache ist Berliner Gossensprache, die zwar passend für die Personen ist, aber leider auch vom Erzähler verwendet wird. 20% der Sätze bestehen nur aus einem Satzteil und ergeben meist erst zu dritt zusammengefügt einen halbwegs guten Satz.
Das Buch wurde zwar mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet, aber wahrscheinlich nur, weil es gegen rechts ist, Jugendliche als Hauptpersonen hat und die Hauptperson wieder auf den richtigen Weg kommt.
Die wahre Geschichte ist außerdem verfälscht: In Wirklichkeit ist Johanna mit 20 an einer Überdosis gestorben, Zorro ist drogensüchtig, das Kind wuchs im Heim auf und die schönen Spitznamen Engel/Zorro und Joe lauten in Wirklichkeit unschön Zottel und Hexe.
Fazit: Das Geld lieber in Schokolade anlegen: Man bekommt zwar mehr Speck auf den Rippen, verliert aber sehr viel weniger Gehirnschmalz.Das Buch ist höchstens für pubertierende Mädchen geeignet, die in der Geschichte noch eine Lovestory erkennen können. Ich kann es nicht.