Wer bei der Büchersuche „Engel“ eingibt, kann bei Amazon aus 881 Titeln auswählen. Wieso sich gerade dieser auf meinem Büchertisch niederliess, ist Zufall. Wenigstens in meiner Terminologie. Fundamentalisten, und die gibt es selbstverständlich auch unter den Engel-Gläubigen, würden die Auswahl sicher anders erklären. Doch gerade weil die beiden Autoren dieses Buches kein sektiererisches Missionarspapier verfassten, ist es mir sympathisch. Sie machen ein Angebot, das wir annehmen können – oder eben nicht. Es besteht vor allem aus Geschichten, in denen Engel die Hauptrolle spielen. Oder sind es nicht doch die Menschen?
Eingeteilt in sieben Hilfereichungen geben die Geschichten Zeugnis von Erlebnissen ab, die von Wesen handeln, welche sich einer wissenschaftlichen Erfassung entziehen. Bevor meine behinderte Tochter fünfzehn Jahre mein Leben bereicherte und mich das Wesentliche lehrte, hätte ich mit solchen Büchern nicht viel anfangen können. Heute sind sie eine Möglichkeit, die Sprache des Unbewussten besser zu verstehen. Als ich für ein Referat über „Neurologie und Engel“ in Engelberg (!) angefragt wurde, merkte ich beim Vorbereiten, dass sich die beiden Gebiete entgegen meiner Erwartung sehr wohl verbinden lassen. Denn schliesslich gibt es auch für das Gehirn keine Wahrheiten, sondern nur Glaubensvorstellungen. Und wenn der Glaube an Engel hilft, gut tut, zu Einsichten führt und schöne Verhaltensmuster knüpft, so hat er seine Funktion erfüllt.
Mein Fazit: Schöne Geschichten von Begegnungen mit Engeln und liebevoll ausgewählte Zitate stimmen die Leser für die vielen Übungen ein, mit Engeln und damit mit seinem Innersten in Kontakt zu treten.