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Engel
 
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Engel [Taschenbuch]

Denis Johnson , Bettina Abarbanell
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 1 (1. April 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499230542
  • ISBN-13: 978-3499230547
  • Originaltitel: Angels
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 11,4 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 402.178 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Denis Johnson
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nichts ist für die Figuren des 51-jährigen amerikanischen Autors Denis Johnson erstaunlicher als der Umstand, noch nicht gestorben zu sein. In der Erzählung "Ruhige Hände im Städtischen Krankenhaus Seattle" aus dem fulminanten Sammelband Jesus' Sohn (1992) wundert sich ein von Kugeln nahezu durchsiebter Patient zu Recht darüber, überhaupt überlebt zu haben. Und in "Frei gegen Kaution" ist der Ich-Erzähler mehr als überrascht, anders als seine Freunde "nicht tot zu sein". Vine hieß Johnsons apokalyptisches Zwischenreich in Jesus' Sohn; im grandiosen Roman Schon tot (2000) ist es die Weite Kaliforniens, durch die der von Killern gejagte Protagonist -- mit der paradox erscheinenden Behauptung, bald tot zu sein und doch alle überleben zu können -- fahren kann.

Auch in Johnsons Roman Engel, der jetzt nach acht Jahren erstmals auf Deutsch erschienen ist, gibt es kein Entkommen aus dem Gefängnis dieser Welt -- nur mit dem Unterschied, dass es sich bei den meisten Figuren hier um lauter menschliche Zombies handelt. Dies gilt vor allem für den bärtigen Alten, den die junge Jamie kennen lernt, nachdem sie ihren untreuen Ehemann gemeinsam mit den ungeliebten Kindern verlassen hat: "sein Gesicht schien an ihm wegzufaulen", heißt es dort. Jetzt ist Jamie mit dem sympathischen, aber unberechenbaren Kleinganoven Bill zusammen, den sie zufällig auf ihrer Flucht im Greyhound-Bus getroffen hat. Von nun an sind beide auf der Flucht: vor der Vergangenheit, vor der Polizei, vor dem grotesken Leben -- und vor dem Tod. Der holt beide am Ende doch noch ein, und zwar auf dramatische Art und Weise. Aber eigentlich waren Jamie und Bill ja die ganze Zeit nicht mehr von dieser Welt, auch wenn sie eher Engel als Zombies gewesen sind.

Wie Schon tot ist auch Engel ein irre wuchtiges Roadmovie, das literarisch zwischen Pathos und Groteske, Erkenntnisthriller und Schauerroman angesiedelt ist -- und in eine Reihe mit T.C. Boyles World's End und den großen Werken Thomas Pynchons gehört. Auch mit Engel bleibt Johnson die eigentliche Wiederentdeckung der letzten beiden Jahre. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Amazon.de-Hörbuchrezension

Ehrlich gesagt: Das Buch hätte ich vielleicht nach 20 Seiten weggelegt. Weil man doch etwas Zeit braucht, sich mit Johnsons Figuren, diesen Ausgestoßenen und Zukurzgekommenen, anzufreunden und warm zu werden. Das Warmwerden und Dabeibleiben erleichtert im Fall des Hörbuchs die vertraute und so souveräne Stimme Christian Brückners, der gerade beim teilweise spröden Stil Johnsons die innere Schönheit dieses Textes hör- und fühlbar macht.

Wenn man Johnson hört, muss man an Raymond Carver und seine traurigen Gestalten denken. Mehr aber noch an Cormac McCarthy und seinen Roman Verlorene über die dunklen Ränder der amerikanischen Gesellschaft. Und was den einen oder anderen vielleicht stören könnte, dass man bei Brückners Stimme an Hollywood Schauspieler wie Harvey Keithel oder Robert DeNiro, die er seit Jahren synchronisiert, denken muss, ist im Fall von Engel eher ein zusätzlicher Reiz: Kino im Kopf, und eine großartig erzählte Geschichte über die Schattenseiten des amerikanischen Traums. --Christian Stahl

Spieldauer: 470 Minuten, 6 CDs, ungekürzte Lesung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Eine junge Frau, Jamie, mit ihren beiden Töchtern, einer Sechsjährigen und einem Baby, auf der Flucht vor ihren Ehemann, der sie schlägt und mißhandelt. Im Greyhound-Bus auf der Fahrt quer durch Amerika lernt sie den Ganoven und Alkoholiker Bill Houston kennen. Die beiden tingeln gemeinsam von einem Motel ins nächste und geraten immer mehr auf die schiefe Bahn. Als das Geld für Alkohol und Drogen ausgeht, plant Bill mit seinen beiden Brüdern und einem Freund den großen Coup.
Denis Johnson führt uns in seinem Roman „Engel" gnadenlos ein Kaleidoskop gescheiterter Existenzen vor Augen. Beklemmend die Orientierungslosigkeit der Protagonisten, spür- und nachvollziehbar auch durch die schonungslose Direktheit und Intensität der Sprache. Selbst die humorvollen bisweilen ins Skurile reichenden Formulierungen verschaffen dem Leser keine Erleichterung oder Befreiung, sondern verschärfen nur in satirischer bis ins Perverse reichender Form die Aussichtslosigkeit der Situation. Damit wird man gefesselt, in Bann gehalten und zum Weiterlesen getrieben. Es gibt für die Handelnden kein Entrinnen - so könnte man die Grundaussage umschreiben. Sie sind Getriebene ohne Basis, ohne Boden unter den Füßen, ohne Ziel. Und so heißt es dann auch: „Aber ganz sicher konnte sie nie sein. Nichts stand je völlig fest...".
Sie flüchten sich in Alkohol, Drogen und Tabletten. Im vollgedröhnten Zustand werden für sie Vergewaltigung und Prostitution genauso zum Alltag wie für ihn Gewalt und Verbrechen. Als Endstation nach einem mißlungenen Banküberfall und damit Kulminationspunkt eines gescheiterten Lebens warten Psychiatrie und Gefängnis.
Dass der bereits 1983 in den USA erschienene und mittlerweile zu den Klassikern der amerikanischen Gegenwartsliteratur zählende Roman des 1949 in München als Sohn eines amerikanischen Offiziers geborenen Autors erst jetzt, 2001, in deutscher Übersetzung erschienen ist, mag verwundern. Aber angesichts der Gesellschaft, die in der Geschichte beschreiben wird, liest er sich wie heute erst geschrieben. (Barbara Kiesl)
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überwältigend gut 13. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das ist eines der besten Bücher der neueren (genauer gesagt aus den letztem Vierteljahrhundert stammenden) Amerikansichen Literatur, und das sowohl vom sprachlichen Niveau als auch vom Inhaltlichen, von der Geschichte selbst, was man ja auch nicht immer hat (man nehme z.B. des Iren Joyce "Ulysses", was literarisch und sprachlich sicher ein sehr hohes Niveau besitzt, von der Story meiner Meinung nach eher nicht). Diese Geschichte ist spannend, berührend und besitzt eigentlich nur gute Erzählstränge, sei es Jamies, sei es Bills, sei es die Geschichte von Bills Familie, seinen Brüdern, seinen Eltern (seiner Mutter, seines Stiefvaters), seinen Schwägerinnen, und diese werden auch noch wunderbar miteinander verknüpft. Außerdem ist diese Geschichte, wie schon ein anderer Rezensent erwähnte, ein äußerst bewegendes Plädoyer gegen die Todesstrafe und eine sehr genaue Beschreibung des "American Way of Life and Death".
Insgesamt: Unbedingt lesen !
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Roman von ganz unten 3. März 2010
Von Xirxe TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Puh, wahrlich kein Buch für trübe Tage. Die betrogene Jamie verlässt mit ihren beiden kleinen Mädchen ihren Mann und fährt mit dem Greyhound-Bus quer durch die USA, um bei einer Verwandten Zuflucht zu finden. Unterwegs lernt sie Bill kennen, einen charmanten Tunichtgut, der sich mit Diebstählen, Überfällen u. ä. über Wasser hält. Sie verlieben sich und reisen gemeinsam weiter, sich immer knapp am Rande des Existenzminimums befindend. Als sie alle bei seiner Familie halt machen, kommt es bei der Durchführung von Bills Plan eines großen Coup zu einer Katastrophe.
Wie schon geschrieben, dies ist wirklich kein Buch für schlechte Tage. Der komplette Roman schildert das Leben am Abgrund bzw. kurz davor, gekennzeichnet durch die ständige Suche nach Geld und Glück, geprägt durch Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Warum man so etwas dennoch lesen sollte? Weil es ein Stück großartige Literatur ist. Johnson gelingt es die ganze trostlose Atmosphäre überdeutlich zu vermitteln, das langsame Abrutschen bis zum Bodensatz der Gesellschaft und die verzweifelten Bemühungen, daraus wieder hervorzukommen.
Bereits 1983 erschien dieses Buch in den USA, doch es wirkt so aktuell wie eh und je.
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