Endlich mal ein Beratungsansatz, der sich die Mühe macht, auch die so genannten unmotivierten Klienten einzubeziehen und erst einmal für Beratung zu motivieren. Das ist schließlich eines der häufigsten Probleme in der Praxis: Es gibt viele schöne Beratungskonzepte, aber alle setzen gleich den beratungswilligen Klienten voraus.
Seithe geht von einem personenzentrierten, humanistischen Ansatz aus und weist zunächst eindrucksvoll dessen Kompatibilität mit der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach. Klienten werden hier grundsätzlich ernst genommen, auch dann, wenn sie vielleicht noch nicht erkannt haben, dass sie Beratung brauchen. Dieser respektvolle und personenzentrierte Beratungsansatz geht freilich nicht konform mit dem derzeitigen Mainstream, Beratung müsse schnell gehen und bald zur Sache kommen. Das macht dieses Buch zu einer Streitschrift gegen neoliberale Vorstellungen einer effizienten Beratung, die im Zweifel die Menschen zu ihrem Glück zwingt oder überredet.