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am 15. Oktober 2009
So, das wird jetzt lang. Ich hole ein wenig weiter aus, damit Ihr wisst, wo jemand herkommt, dem dieses Buch sehr gut gefällt und der es für Referenz hält. Ähnlich wie der des Autors Simon Reynolds, der vom Punk zum Techno kam, so ist auch mein musikalischer Bildungsweg recht umfassend:

Mein - in der Folge großes - Interesse für Musik begann sich Ende der 80er Jahre im zarten Alter von 13 Jahren abzuzeichnen. Nachdem ich die Synthie Pop Hits dieser Zeit relativ schnell beiseite schieben konnte, hatte ich fix zwei andere Sachen auf dem Schirm, in chronologischer Reihenfolge: 1. Hip Hop und hier vor allem Public Enemy und ihre ersten drei grandiosen Scheiben. Mein Fave und mich gnadenlos zwischen den Ohren erwischt hatte damals "Fear of a black planet". 2. Dance Music aus England und hier vor allem diese ganz neue Samplinggeschichte im Dunstkreis von Bomb The Bass ("Into the dragon"!) und S-Express.

Bereits ein bis zwei Jährchen später hatte ich meine Fühler weiter ausgestreckt. Nachdem ich mich in unserem, teilweise fanatisch ausgetragenen Schulklassenkampf "ACDC vs. Metallica" bis Anfang 1990 stets auf meine Neutralität berufen konnte, war es im Mai desselben Jahres damit vorbei. Eine Stunde "Tendenz Hard bis Heavy" des damaligen Ex-DDR Jugendradiosenders DT64 tat es mir unglaublich an, so dass ich fortan richtig energiegeladener Musik mein Herz schenkte. Metallica waren der Einstieg (meine Fanschaft dauert bis heute an) und gleich danach, von 90 bis 93, habe ich über die in meinem erweiterten Freundeskreis obligatorischen Kreator und Sodom die komplette Death Metal Welle mitgenommen. Was für eine Musik! Die Klassiker von Entombed, Napalm Death, Carcass, Morbid Angel, Death, etc. nenne ich zum größten Teil noch heute mein Eigen und habe einen Ehrenplatz in meiner Vinylsammlung für diese zahlreichen Schmuckstücke reserviert.

Im Laufe des Jahres 1993 überkam mich dann das Gefühl, dass nur hart und schnell auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein könne. Mir gefielen schon immer diverse Intros gewisser Death Metal Songs (beispielhaft seien hier Atheists "No truth" und Asphyx' Intro auf "The rack" genannt) mit ihrer spacigen, chilligen (unglaublich, aber wahr!) Atmosphäre besonders gut, so dass ich begann, in diese Richtung zu forschen. Und siehe da: Ein guter Freund machte mich alsbald auf The O.R.B., The Future Sound Of London und Autechre aufmerksam. Diese "Bands" waren nach meinem Geschmack teilweise schon sehr gut (Autechres "Incunabula" zum Beispiel), vermochten aber nicht so wirklich das Feuer für diese Musikrichtung in mir zu entfachen. BIS, ja, bis ich IHN entdeckte: Richard den Großen. Im Frontline Katalog, welcher damals als dünnes Heftchen noch quasi nur als Tonträgerversand in Erscheinung trat - heute werden dort unter anderem Namen nur noch Trendklamotten zu verbotenen Preisen vertickt - las ich unter Aphex Twins "Selected Ambient Works II" eine Lobeshymne, die ich bis heute - sinngemäß - nicht vergessen habe ("Einlegen - Erde verlassen..."). Auf dem nächsten Londontrip Ende 94 erstand ich dann besagte Doppel-CD, welche in meiner persönlichen All Time Hitlist seit nunmehr 15 Jahren auf Rang 1 festbetoniert ist. Seitdem sammle ich so ziemlich alles von Richard D. James (wie auch in meinen älteren Rezensionen nachzulesen), aber auch vieles von Autechre, Squarepusher, Boards Of Canada, etc.

Das Feuer meines musikalischen Forscherdrangs köchelte dann ein paar Jahre auf Sparflamme, allerdings nicht ohne weitere, großartige Bands der verschiedensten Stilrichtungen für mich zu entdecken (Tool, Prodigy, Sepultura, Massive Attack, Korn, etc.). Das richtig dicke Technoding zündete bei mir spät, sehr spät, auf einem mehrmonatigen Englandaufenthalt Ende 99. Der mehr oder weniger regelmäßige Besuch eines Houseclubs fixte mich an. Back in Germany war mein erster "Rave" eine Party mit und von Paul van Dyk. Das war nicht gerade "true", machte aber für den Anfang schon mal ordentlich Spaß. In der Folgezeit (bis heute) wohnte ich dann einigen, wenn nicht vielen, Live- und DJ-Auftritten relativ namhafter Persönlichkeiten wie Chris Liebing, Monika Kruse, Laurent Garnier, Ellen Allien, Jeff Mills, Carl Craig, DJ "The Major" Rush, Luke Slater, Dave Clarke, etc. bei. Wenn man so will, bin ich also erst seit 2000 richtig in Techno. Ein guter Freund mit ehemals 1000er Technovinylsammlung und zwei MK-IIern meinte einmal im Jahre 2000 zu mir: "Junge, lass Dir gesagt sein: Wenn Dir das schon gefällt, die beste Zeit des Techno hast Du verpasst!" Nun gut, was soll's. Besagte Zeit hat mich, obwohl ich sie eben verpasst hatte (oder genau deshalb?) seit jeher sehr interessiert. Ich wollte wissen, wo das alles herkam, was dieses Subgenre mit jenem zu tun hatte und warum. Detroit war mir bereits ein schwammiger Begriff, aber viel mehr dann auch wieder nicht.

Und dann, ja dann, bin ich durch Zufall auf DIESES Buch gestoßen und war / bin baff: Hier ist alles, A-L-L-E-S, was man über diese unglaublich umfassende und ausufernde Szene wissen sollte, enthalten. Nicht fehlen und sogar einen zentralen Platz im Buch einnehmen tun die Drogen, die zu dieser Musik dazugehören wie der Speck zum Rührei. Mir als Halb-Experten - oder eher fortgeschrittenem Laien - gefällt dieses Buch in seiner Universalität und Authentizität schon so unglaublich gut; ich habe mich teilweise festgelesen. Wie muss es da erst richtigen Experten gehen?! Ihr findet in diesem Buch alles, Euch wird die Kinnlade runterklappen. Zum "Beweis" seien hier einige der 19 Kapitelnamen des knapp 500seitigen (!) Konvoluts genannt: Ecstasy and Rave Music; Detroit Techno, Chicago House and New York Garage; Acid House and UK Rave, 1988-89; Madchester, Positivity and the Rave 'N' Roll Crossover; Intelligent Techno, Ambient and Trance; Underground Resistance, +8, and Carl Craig; Jungle takes over London; Gabba and Happy Hardcore; Intelligent Drum and Bass versus Techstep, etc. pp. Und das Beste: Der gute Simon Reynolds beschreibt dies alles als Teil der Szene; er war selbst mittendrin (statt nur dabei) und das merkt man jeder einzelnen Zeile an. Pure credibility.

Des Englischen durchaus mächtig, sind für mich einige Wendungen, in denen Protagonisten ihre zum Teil surrealen Musik- und Drogenerfahrungen schildern, trotzdem recht kompliziert und schwer verständlich. Die Aussage erschließt sich aber so gut wie immer aus dem kontextuellen Zusammenhang. Ich spreche hier also eine klare Kaufempfehlung für alle aus, die 1. der englischen Sprache mächtig sind, 2. sich für die Entstehung von Techno und seiner Spielarten sowie deren Vermengung und Entwicklung in den verschiedensten Subgenres von Ende der 70er (!) Jahre bis ca. 1998 interessieren, 3. Zeit haben. Als Leckerli gibt es außerdem noch eine CD dazu - Tracklist siehe unten. Nun denn, wenn Ihr diese Rezension geschafft habt, dann packt Ihr auch "Energy Flash - A Journey through Rave Music and Dance Culture". Viel Spaß beim Lesen und bei einer Reise in die - eigene? - Vergangenheit!

1 Nightmares On Wax - Aftermath 5:59
2 Joey Beltram - Energy Flash 5:52
3 LFO - Mentok 1 4:17
4 DJs Unite - DJs Unite 4:40
5 Blame - Two Bad Mice Take You 5:55
6 Hyper-On Experience - Assention (To The Ninth Level) 5:26
7 DJ Trax - We Rock The Most 5:47
8 Sonz Of A Loop Da Loop Era - Bust That Groove 4:00
9 Foul Play - Survival (Remix) 5:20
10 DJ Hype - Shot In The Dark (Gunshot Mix) 4:55
11 4 Hero - The Elements (Remix) 4:59
12 Boogie Times Tribe - The Dark Stranger (Q-Bass Mix) 4:45
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