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Enemy of the Sun
 
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Enemy of the Sun

Neurosis Audio CD
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Produktinformation

  • Audio CD (3. September 2010)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Neurot (Cargo Records)
  • ASIN: B00000JQFB
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 56.917 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Soundtrack zur Hölle! 27. Oktober 2002
Von T. Jung
Format:Audio CD
Der Begriff "Neurosis" dürfte wohl den meisten schon ein Begriff sein, die sich auf diese Seite verirren, haben sich die sechs Jungs aus San Francisco doch inzwischen schon einen recht hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet, bedenkt man die Tatsache, dass sie Mucke zelebrieren die so weit abseits des "Mainstreams" angesiedelt ist.
Tatsächlich kam ich erstmalig durch das hier rezensierte Werk mit den Burschen in Kontakt, eine Begegnung, die wohl mein Weltbild bis auf's äußerste erschüttern, aber auch prägen sollte. Soviel rohe Gewalt, soviel purer Hass auf einen Tonträger gebannt kam mir bisher nicht mehr unter, auch von Neurosis selbst nicht... Man streitet, ob nun dieser Longplayer oder "Souls at zero" das epichalere Werk von Neurosis ist - zurecht in meinen Augen - doch das hasserfülltere ist definitiv dieses hier.
Bereits der Basslauf von "Lost" auf dem um zwei Halbtöne tiefer gestimmten Instrument macht klar, dass die Frage "Are you lost?" im Intro wirklich ernst zu nehmen ist. Entweder man hasst Neurosis oder man liebt sie! Man sollte als Neueinsteiger in diese Materie musikalischen Gemetzels unbedingt probehören, Neurosis in Reinkultur sind definitiv nichts für schwache Nerven. Die hier gebotene brachiale Zerfetzung menschlicher Gehörgänge schon gar nicht.
Wer sich diesem Höllenszenario gewachsen fühlt und die Frage mit "Ja" beantwortet - also nicht erschreckt auf die "Stop"-Taste seiner Fernbedienung drückt - wird belohnt mit einem Werk das seinesgleichen sucht. Immer wieder wechselnd zwischen lauten (und Ja: tiefen!!!) und leisen (und Ja: melodiösen!!!) Passagen verstehen es Neurosis hier auf's zehntel genau, einen Soundtrack zu basteln, der in meinen Augen immer noch unerreicht ist.
Ich vermeide hier bewusst von "Musik" zu reden - dem unbedarften Hörer mag der Unterschied zwischen purem Lärm und ebendieser nämlich stellenweise nicht ganz einleuchten! Und tatsächlich bedarf es mehrerer Anhörungen, bis einem die epische Gewalt dieses Longplayer bewusst wird. Dafür muss man sich allerdings Zeit nehmen - viel Zeit!!! Mit diesem Album verlieren die CD-typischen "Track"-Markierungen nämlich Ihre Bedeutung - Das Album IST das Album: Einlegen und geniessen von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dazwischen gibt es nichts. 76 Minuten pure "Neurosis", die verstanden werden wollen wie eine Sitzung beim Psychater, der einem die Abgründe der eigenen Existenz aufzeigt.
Und das genau machen Neurosis hier: Abgründe aufzeigen. Mit einem Feuerwerk an Ideen malen sie mit soundtechnischen Mitteln ein Bilderbuch an Eindrücken und Emotionen, die beim Zuhören so real, so greifbar wirken als wäre man selbst Teil eben dieser. Nie war zuhören spannender, lebhafter und zugleich grausamer. Nie gab es soviel zu entdecken in einer Soundkulisse wie hier - selbst nach zig dutzend Malen an Konsum durch einen guten Kopfhörer.
"Enemy Of The Sun" - der Titel des Albums - sollte ernstgenommen werden... Jeder, der darin versinkt wird unweigerlich zu eben diesem, einfach um immer und immer wieder dem Rausch zu verfallen, den dieses Album durch pures Anhören auslöst. Sollte die Apokalypse je verfilmt werden wird dieses Album als Soundtrack dienen, soviel ist sicher.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Neurosis' beste Scheibe! 8. Februar 2007
Von M. Bruss
Format:Audio CD
EOTS ist die eindeutig geschlossenste, intensivste und beunruhigendste Veröffentlichung von Neurosis. Eher fallen die Nachfolger im Vergleich mit diesem Monster-Opus qualitativ etwas ab, auch wenn sie immer noch meilenweit brachialer rüberkommen als sämtliches Nu-Metal-Geschraddel.
Das einzige Problem von EOTS ist, dass es als Gesamtkunstwerk viel Zeit benötigt, um sich zu erschließen und seine hypnotisch-aggressive Wirkung vollends zu entfalten (deshalb hier auch keine Anspieltips). Ist dies aber geschehen, wird man nicht mehr von dieser Scheibe loskommen, und sie wird zur Referenz für alles was danach noch so gekommen ist - und meiner Meinung nach wird sie auch lange, sehr lange eine Referenz bleiben.

Fazit: Wenn es 6 Sterne gäbe, hier wären sie angebracht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Neurosis haben Mitte der 80er als schnell spielende Hardcore-Band angefangen. Im Verlauf ihrer Entwicklung verlangsamte sich ihre Musik, wurde düsterer, atmosphärischer, intensiver und ausufernder. Heutzutage gelten sie als eine der einflussreichsten Bands im Grenzbereich zwischen Metal, Doom, Sludge und was dergleichen Genrewörter mehr sein mögen. Große Emotionen brauchen Platz, und die Emotionen von Scott Kelly und Steve Von Till, den beiden Shoutern-und-Gitarristen müssen wirklich gewaltig sein. Oder sie haben einfach nur das richtige Ventil gefunden. Auf "Enemy Of The Sun" schreien und brüllen sie sich die Seele aus dem Leib. An diesen K*tzbrocken von einer Platte traue ich mich nur in größeren Abständen heran und finde mich jedes Mal in der Gewißheit bestätigt, daß "Enemy Of The Sun" (neben JOHN ZORNs Impro-Projekt PAINKILLER und vielleicht ein paar post-Metal-Geschichten) das Brutalste und Gnadenloseste ist, was meine Sammlung hergibt. Selbst die eine oder andere Neurosis-Platte ist angenehm konsumierbar im Vergleich, und z.B. die MELVINS klingen dagegen wie eine gemütliche Bluesrock-Rasselbande.
Man kann sich um Kopf und Kragen dichten auf der Suche nach der passenden Metapher für diese Musik, man kann Wörter wie "Morast", "Lavastrom", "Schmerz", "Depression", "Wut", "Haß", "Katarsis", "Seelenexorzismus" oder "infernalischer, von potentiellen Amokläufern angezettelter Krach" in den Mund nehmen - aber wozu? Der berstenden Gewalt und Macht von "Enemy Of The Sun" wird das alles nicht gerecht. Man müßte es mal hören und dazu ein paar Kapitel aus dem Buch der Offenbarung lesen, das wäre vielleicht ganz stimmig. Songs wie "Lexicon" oder das Titelstück hören abschnittweise fast auf, wie Musik zu klingen und beschreiten die Grenze zum apokalyptischen Geräusch. Zwischendurch gibt es Atempausen, in denen manchmal sogar eine Violine oder Hörner zu hören sind, aber das ist immer nur ein Kräftesammeln vor der nächsten unheiligen Eruption.
In die Arrangements sind an vielen Stellen Samples aus Nachrichtensendungen oder Filmen hineingemischt, die zur über alles hinwegmarodierenden schieren Gewalt der Musik noch einen medialen Overkill auf den Hörer niederprasseln lassen. "Enemy Of The Sun" verlangt ihm Einiges ab. Die letzte Viertelstunde ("Cleanse") besteht aus tribalistischem Getrommel, kehligen Schreien und, naja, einem Didgeridoo (Das Album ist ja nun auch schon etwas älter...), und nachdem Neurosis auf den vorangegegangenen 7 Tracks emotionale Rockmusik an die Grenze des Möglichen, wenn nicht gar drüberweg gepeitscht haben, brechen sie ihre Vision runter auf die Ursprünge aller Musik überhaupt: Trommeln und Ausrufen. Weh dem, der da an ausdruckstänzerische Hippie-Workshops denkt. Neurosis zermalmen sowas mit 2 Fingern. Und das Hochspirituelle, Schamanische, was man schon die ganze Zeit wahrnahm (wenn man mal wieder daran dachte, vorsichtig Luft zu holen), kommt zum Vorschein. Das Didgeridoo klingt in diesem Zusammenhang dann auch nicht mehr viel anders als einer dieser monolithischen Neurosis-Akkorde, die sie ständig irgendwo hinstellen wie gigantische Mauern.

Das Reissue bringt außer einem Artwork-Update und dem (wie immer bei Neurosis) schön anzuschauenden Papp-Umschlag ein Demo des "Souls At Zero"-Tracks "Takeahnase" und eine bei einem Gig in Oberhausen aufgenommene, "Cleanse III" betitelte Sound-und-Sample-Collage.
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