Endtroducing von DJ Shadow aus dem Jahr 1996 war das erste Album das nur aus Samples bestand. Ein eklektisches Manifest ohne Autor und ohne Raps, das sich, wie die beiden Sammler in dem Plattenladen auf dem Cover, in einem psychedelischen Breakbeatexzess aus sämtlichen Ecken der Musikwelt von Hiphop über Rock, Pop und Jazz bis zur Klassik bedient und die sorgsam zusammengestohlenen Einzelteile zu einer transzendenten Assemblage zusammenfügt. Bastardisierte Samples überlagern in einzelnen Schichten mit fließenden Texturen Hiphop-Beats der alten Schule, die, angereichert mit instrumentalen und choralen Passagen sowie jazzigen Collagen, eine schillernde Melange aus Stilen mit viel Vinylknistern auf den Plattenteller zaubern. Dabei scheint Josh Davies alias DJ Shadow eine besonders hohe Affinität zu Horrorfilmen zu haben. Die drei Transmission-Stücke des Albums speisen sich allesamt aus Dialogen aus John Carpenters Princess Of Darkness. Verstärkt wird die Gruselstimmung durch hypnotische Orgelakkorde aus den Play Bach Werken von Jaques Loussiers.
Nachdem das kurze Intro "Best Foot Forward" noch durch knackige Scratches und aggressive Samples u.a. von den Beastie Boys zerstückelt wird, beginnt die kaleidoskopische Zitatsammlung auf "Building Steam With A Grain Of Salt" mit markanten Piano-Loops und einem düsteren Frauenchor, ehe dann der Soundteppich wie eine explodierende Supernova am Himmel in hämmernden Breakbeats versinkt. Auf "Stem" hebt er das hypnotische Intro von Nirvanas (die 60er Nirvana) Love Suite auf eine zeitlose Ebene. Auf "Mutual Slump" fusioniert er Björks Possibly Maybe und Roger Waters & Ron Geesins Seven Dwarfs in P... Land miteinander. Auf "Number Song" trifft Metallicas Orion auf Pink Floyds On The Run (in der Pompeij-Video Version) und Breakbeatsamples von Grandmaster Flash. Geschickt und verspielt variiert er dabei immer wieder raffiniert das Tempo, so etwa bei Giorgio Moroders Orgelmotiv Tears auf "Long Stem" und Pekka Pohjolas The Madness Subsides auf den Tracks "Transmission 2" und "Midnight In A Perfect World". Auf "Transmission 3" wird ein Sample aus Twin Peaks in den Sound eingewoben, das dem Klang einen cinemaskopen Touch verpasst (die "It Is Happening Again" Passage). Auf wummernde Bässe verzicht Shadow vollends. Bei dieser dichten Atmosphäre, die das Album besitzt, sind diese auch nicht nötig. Mit dieser Art des abstrakten Turntablism hat Shadow dem instrumentalen Hiphop eine avantgardistische Note verpasst, die Hiphop auf eine neue Ebene gehoben hat und gewissermaßen die Grenzen eines neuen Genres abgesteckt hat, das später in den Avalanches und DJ Rupture würdige Nachfolger gefunden hat.