Kalt, eklig, kalt und kalt: so dürfte es sich wohl anfühlen mitten in einem heftigen Schneesturm zu stehen. Und was sich noch so anfühlt ist das neue Album der Kieler Black Metal-Band Endstille, denn auf "Endstilles Reich" bekommt man nicht nur puren Hass entgegen, sondern vor allem Musik, die so kalt ist, dass selbst das Höllenfeuer sie nicht mehr auf Zimmertemperatur erwärmen könnte.
Rohe, monotone Gitarrenriffs zermalmen den Hörer und ein nahezu ständig hämmerndes Schlagzeug sorgt für pausenlosen Beschuss. Dazu dieses wirklich unmenschlich fiese Kreischen von Iblis und die Bosheit ist komplett. Die Stücke haben allesamt so eine kalte und traurige Stimmung, dass es mir jedes Mal richtig kalt ums Herz wird, wenn ich dieses Album höre. Meine Lieblingsstücke sind vor allem "Endstilles Reich", "The One I Hate", "Erase" und "Endstille (Realität)", die so bitterkalt und tief schwarz sind, dass es mir richtig unter die Haut geht. Songs wie "Der Ketzer" oder "Vorwärts! (Sturmangriff II)" sind schon wesentlich schwerer und brachialer. Man spührt richtig, wie sie worwärts treiben und auf Angriff aus sind, während die oben genannten Stücke so klingen, als wäre die Schlacht schon so gut wie verloren.
Zum Schluss sollte ich noch erwähnen, dass ich eigentlich kein übertrieben großer Black Metal-Fan bin. Ich mag zwar einige Bands aus diesem Bereich, höre aber ansonsten lieber Death Metal. Endstille sind zwar sicherlich eine der extremeren Black Metal-Bands, aber definitiv eine der besten! "Endstilles Reich" übertrumpft das sehr gute "Navigator" und ist mir somit fünf Sterne wert. Für Black Metal-Fans ein Muss und für jeden, der mit dem extremeren Bereich des Metal etwas anfangen kann, eine Empfehlung!