HÖRSPIEL-KRITIK:
ENDSTATION FÜR NEUN ist der vierte Roman aus der berühmten KOMMISSAR BECK - Buchreihe von Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Er erschien 1968.
Diesmal steht die Stockholmer Mordkommission unter der Leitung von Kommissar Martin Beck zunächst vor einem Rätsel: In einem Linienbus wurden 9 Passagiere erschossen und von dem Amokschützen fehlt jede Spur. Zudem wurden wichtige Spuren von Zeugen verwischt und erschweren die Identifizierung der Opfer und sämtliche Ermittlungen. Und dann der Schock: Einer der Getöteten war ein Kollege aus Becks Team...
Das vorliegende Stück, das der SWF/WDR produzierte, ist meiner Ansicht nach neben DIE TOTE IM GÖTAKANAL das Stärkste und auch charakteristischste der Hörspielreihe. Alles stimmt: Die beiden Erzähler Matthias Ponnier und Hans-Peter Hallwachs wirken fast unbeteiligt und spannen uns damit auf die Folter, das BECK-Musik-Thema von Hans Martin Majewski zieht sich angenehm durch die 2 Teile und alle Stammsprecher der Serie werden erstmals vereint:
Charles Wirths spricht wie in fast allen 10 BECK-Funkfassungen die Rolle des Kommissars und Horst Frank gibt wunderbar den verspannten Gunvald Larsson. Die Assistenten wurden von Hubert Suschka (Lennart Kollberg), Christian Brückner (Einar Rönn), Helmut Wöstmann (Melander) sowie Gert Haucke als ihr Chef Stig Malm übernommen. Auch Antje Hagen als Asa Torell, Achim Striezel als Polizeioberst und Benno Sterzenbach als Per Mansson tauchen in den späteren Folgen noch mehrfach auf. Ferner sind Dieter Eppler, Stefan Behrens, Edgar Ott, Heta Mantscheff, Edgar Hoppe, Joachim Wichmann und Christine Davis mit dabei.
ENDSTATION FÜR NEUN ist eine jener ersten 4 gelungenen BECK-Radio-Adaptionen, die der bekannte Funkregisseur Peter-Michel Ladiges 1978 eingerichtet hat.
Die Inszenierung überzeugt durch seine eigenwillige Stilistik (kurze Szenen, nüchterne Sprache, charaktervolle Sprecher und als verbindendes Element zwei sich schnell abwechselnde Erzählerstimmen), die er auch bei den Sjöwall/Wahlöö-Krimis DIE TOTE IM GÖTAKANAL, UND DIE GROSSEN LÄSST MAN LAUFEN und DER POLIZISTENMÖRDER angewendet hat.
Ladiges' letzte BECK-Funk-Bearbeitung (ALARM IN SKÖLDGATAN) entstand übrigens erst 1995 im NDR und folgt diesem Stil leider nur noch begrenzt.
Inzwischen sind alle 10 Funkfassungen der klassischen Beck-Krimis des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö im Audio-Verlag erschienen, manche als Teil einer Sammelbox, manche auch einzeln.
Viel Vergnügen!