Pressestimmen
»Endstation Rußland darf man sich nicht als ›Sozialreportage‹ vorstellen. Dazu sind viele Protagonisten karikaturhaft überzeichnet. Und Kljutscharjowa hat Erlebnisse, die Reporterkollegen von ihren Reisen mitbrachten, zu einem grellen Mosaik des Lebens im heutigen Russland montiert – mit lauter absurden, grotesken und traurigen Facetten. ... Der bunte Strauß abstruser Existenzen, die die junge Autorin auffächert, vermittelt eine Ahnung davon, wie vielfältig das Russland von heute ist – und wie zersplittert.«
(Ingo Arend
Der Freitag )
»Es ist eine sehnsüchtige Reise durch das traurige Herz Russlands, eine Reise, die ein desolates Bild von dem osteuropäischen Riesenreich zeichnet. In einer klaren, direkten Sprache, die an Kljutscharjowas journalistische Wurzeln erinnert.«
(Ingo Petz
Rheinischer Merkur )
»Ein wenig erinnern diese Irrfahrten an Jerofejews wunderbaren Zugroman Moskau-Petuschki, auch wenn die 1981 geborene Kljutscharjowa nicht in derselben subversiv-poetischen Klasse fährt wie ihr prominenter Kollege. Ein großer Spaß ist dieses Buch dennoch, denn die Frauen, Männer und Kinder, die Nikita im offenen Abteilwagen trifft, sind allesamt vom Unglück betroffen...«
(
Berliner Zeitung )
Kurzbeschreibung
Rußland heute ist ein Land der Extreme: bitterste Armut in den abgehängten Provinzen, schamlos ausgestellter Reichtum in der Megametropole Moskau. Ein Land, in dem die Wut brodelt und junge Leute revolutionär gestimmt sind. Sie sympathisieren mit den Zarenattentätern, befassen sich mit Bombenbau oder übersetzen Slavoj Žižek. Nikita, Anfang Zwanzig, ist einer von ihnen: ein Petersburger Student, der zu Ohnmachtsanfällen neigt und mit Jasja zusammen war, bevor sie einem Geschäftsmann in die Schweiz folgte. Ihren Verlust kann er nicht verwinden. Seit sie fort ist, hält es ihn nirgends mehr. Er fährt kreuz und quer durchs Land und gewinnt mit seinem Lächeln das Vertrauen wildfremder Menschen, die ihm in der Eisenbahn ihr Leben erzählen – Geschichten, die ihn aufwühlen und schließlich zum Handeln zwingen. Das Buch ist eine kurzweilige, grellbunte Enzyklopädie des Lebens im heutigen Rußland. Ein Land, in dem Transvestiten orthodoxe Priester werden und ein Rentnerkreuzzug zum Roten Platz zieht. Nikita, ein kleiner Bruder der Helden Dostojewskis, ist eine der liebenswertesten Gestalten, die die junge russische Literatur hervorgebracht hat.