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Endstation Louisiana
 
 
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Endstation Louisiana [Broschiert]

Lucius Shepard , Joachim Körber
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 157 Seiten
  • Verlag: Edition Phantasia; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937897143
  • ISBN-13: 978-3937897141
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 679.457 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lucius Shepard
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Viel ist nicht los in Grail, einem gottverlassenen Kaff in Lousiana: Man betrinkt und prügelt sich in der Bar Le Bon Chance oder geht essen im Moonlight Diner, das der atemberaubenden Vida Summers gehört. Für ein entlegenes Dorf geht es Grail ausgesprochen gut, doch das Glück kommt nicht von ungefähr. Vor Jahrhunderten schlossen die Stadtväter einen Pakt mit dem »Guten Grauen Mann«, der lediglich verlangte, daß die Tradition der Mittsommerkönigin gewahrt bleibt. Und so wählt man alle zwanzig Jahre ein zehnjähriges Mädchen zur Königin; sie zieht alles Unglück auf sich, damit die Stadt florieren kann. Vida Summers ist die amtierende Königin. Und heute, als der Musiker Jack Mustaine in dem Ort strandet, geht ihre Regentschaft zu Ende. Morgen ist Mittsommernacht, Vida muß abtreten und der Gute Graue Mann stattet der Stadt erneut einen Besuch ab ...

Über den Autor

Lucius Shepard, 1947 geboren, begann seine schriftstellerische Laufbahn 1967 mit Gedichtveröffentlichungen im Stil der Beat-Poeten und wandte sich Anfang der 1980er Jahre der Phantastik zu. Er wurde mit dem World Fantasy Award und dem Nebula Award für sein Werk ausgezeichnet. Shepard zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren der USA.Joachim Körber wurde 1958 in Karlsruhe geboren. 1978/79 machte er sich als freier Übersetzer selbstständig. 1984 gründete Körber nach amerikanischem Vorbild zusammen mit Thomas Bürk (der 1993 ausschied) und Uli Kohnle den Verlag Edition Phantasia, um Science Fiction, Horror und Fantasy in gediegenen, numerierten, häufig illustrierten und von den Autoren und Illustratoren handsignierten Ausgaben auf den Markt zu bringen. 1998 erschien sein erster Roman. Daneben war Körber mehrfach in der Rubrik "Bester Übersetzer" für den Kurd Laßwitz Preis nominiert.

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Liebesmärchen im Nirgendwo 27. Februar 2006
Format:Broschiert
Seine Geschichte ist eine kraftvolle Mischung aus folkloristischem Aberglauben, Musik, Magie, Liebe und der heißen, feuchten Luft im Louisisana Delta als Katalysator. Wie seine exotische Liebesgeschichte „Valentine“ verzichtet Shepard fast gänzlich auf eine tiefergehende Charakterisierung seiner einzelnen Protagonisten. Sie scheinen aus dem Nichts mit wenigen Federstrichen zu entstehen, bemühen sich mit den Unwägbarkeiten des Lebens fertig zu werden und verschwinden wieder im Nichts. Trotzdem wirken sie überzeugend und gewähren wahrscheinlich durch ihre Oberflächlichkeit dem Leser eine breite Identifikationsbasis.

Für einen Augenblick berühren sich die Wege sehr unterschiedlicher Menschen. Alle seine Protagonisten suchen einen Augenblick des Glücks und wahrer, unvoreingenommener Liebe. Wie flüchtig dieser Moment sein kann, zeigt Shepard unromantisch, realistisch und schonungslos. Er erzählt keine kitschige Liebesgeschichte, im Grunde erzählt er ein altes Volksmärchen – das Menschenopfer als Schutz vor den dunklen Mächten – aus einer ungewohnt verzerrten, aber faszinierenden Perspektive aufs Neue. Nicht umsonst finden sich alle wichtigen Komponenten klassischer Erzählliteratur in dieser Geschichte: Tradition, Verrat, Hoffnung und Angst. In Shepards modernen Dschungel – bei keinem Autoren spielt Dschungel oder dschungelartiges Terrain eine so wichtige, aber auch eine so effektiv in Szene gesetzte Rolle – wirken seine Charaktere oft wie Beiwerk, wie Opfer eines größeren Plans. Hier lehnt er sich bewusst an die Tradition Lovecrafts an, er deutet etwas Größeres an, ohne konkret zu werden. Nicht zuletzt erwartet der aufmerksame Leser gegen Ende dieser Novelle eine Begegnung mit einer unerklärlichen und übermächtigen Instanz, dem Guten Grauen Mann, der seit mehr als zweihundert Jahren seine Hände über die kleine Siedlung gehalten hat.
Geschickt spielt Shepard mit den Erwartungen seiner Leser. Das Grundgerüst ist eine für den amerikanischen Westen und nicht Süden so typische Liebesgeschichte. In einer kleinen, abgeschiedenen Stadt bringt ein namenloser Fremder – auch von Mustaine über einen Namen und eine Geschichte, eine dunkle Geschichte verfügt, erinnert er unwillkürlich an die klischeehaft stilisierten Fremden ohne Namen – das Leben einer jungen Frau durcheinander. Gleich zu Beginn setzt Shepard aber auf eine Reihe von überraschend konträren Situationen. Vida bildet sich ein, dem Guten Grauen Mann zu Willen sein zu müssen. Der Autor lässt es offen, ob diese Vergewaltigung durch eine übernatürliche Wesenheit real oder ein Teil ihrer Phantasie ist. In diese verstörende Szene hinein fügt Shepard eine Reihe von Informationen über die nicht mehr junge und auch nicht unselbstständige Frau. Seit frühester Kindheit ist die missbraucht worden. Die Wahl zur Mittsommerkönigin und damit eine weitere Stufe ihres scheinbar unabänderlichen Abstiegs sind nur folgerichtige Ereignisse. Sie besitzt ein Restaurant, hat vor kurzem eher aus Einsamkeit und Verzweifelung eine lieblose Affäre mit einer Frau – ebenfalls von zweifelhaftem Ruf und Herkunft – angefangen und sehnt sich nach Frieden.

Wie viele seiner Texte lebt „Endstation Louisisana“ von der stimmungsvollen Atmosphäre. Dank seiner fast einzigartigen stilistischen Fähigkeiten erweckt Shepard die Mischung aus dunklem Blues und lebhaftem Samba zum Leben. Immer wieder erwartet man ein heraufziehendes reinigendes Gewitter. Diesen Gefallen macht der Autor seinen Lesern nicht. Die Eruption der Gewalt – ansonsten ein so unvergleichlich typisches Element – erfolgt nur in eingeschränktem Masse. Die Folgen sind trotzdem verheerend.
„Endstation Louisiana“ ist ein weiteres stilistisches und inhaltliches Experiment. Genau wie „Valentine“ eine gelungene Mischung aus Film Noir und klassischer Liebesgeschichte darstellt, könnte diese Novelle in der Tradition des Klassikers „The Wicker Man“ und seiner Interpretation der Pagan- Religion Shepards Versuch einer Monstergeschichte sein. Experimentell, nicht immer einfach zu verstehen, sehr subtil geschrieben und unglaublich faszinierend.

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Format:Broschiert
Heiß, drückend und ohne Hoffnung: "Endstation Louisiana" von Lucius Shepard ist ganz bestimmt kein leichter Sommerroman für zwischendurch. Mit einem guten Gefühl für den richtigen Ton zwischen niveauvoller Literatur und unheimlichem Horrorinhalt lässt Shepard seine Geschichte um Erlösung und Hoffnungslosigkeit auf ein ungewöhnliches und bedrückendes Ende zugehen. Er dringt nicht sehr tief in seine Figuren, ihre Vergangenheiten und ihre Motive, deutet vieles nur an und schafft so eine unwirkliche, diffuse Realität, die dem Leser zusetzt.
Die Stadt und die Menschen darin entbehren den gewöhnlichen Eigenschaften und Beweggründen. Der Autor schafft eine Realität in der Realität, eine Gesellschaft innerhalb der Gesellschaft, die unabhängig von dieser lebt, ihre eigenen Regeln hat und trotz ihrer Außergewöhnlichkeit doch einen festen Platz innehat. Trotz der nur 157 Seiten gelingt es Shepard gut, realistisch und zugleich ominös die Ereignisse zu schildern. Der letzte Kniff fehlt allerdings; die Eigenheiten sind etwas zu latent vorhanden, die Andeutungen sind etwas zu knapp ausgefallen. Manchmal wünscht man sich ein paar Informationen mehr, um das Geschehen besser nachvollziehen zu können.

"Endstation Louisiana" besticht durch einen tollen, für das Genre ungewöhnlich niveauvollen Stil und einen einfachen, aber wirksamen Handlungsverlauf. Dass die Geschichte manchmal etwas zu oft nur an der Oberfläche kratzt, obwohl Ansätze einer sehr tief gehenden, intensiven Handlung zu erkennen sind, ist etwas schade, beeinflusst aber nicht das Lesevergnügen. Ein Buch, so schwül wie das Wetter in den Südstaaten.
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