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Endstation Leichenschauhaus: Neue Geschichten aus L.A. [Gebundene Ausgabe]

James Ellroy , Stephen Tree
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. Februar 2005
Endlich zurück! In drei neuen Novellen sowie Kurzgeschichten und Artikeln richtet James Ellroy sein Spotlight auf L.A. Einiges ist erfunden, aber einiges erscheint so wahr, daß es als Beweis vor Gericht durchgehen könnte. Wieder gibt Ellroy sich einer schonungslosen Psychoanalyse hin - der Analyse seines Lebens, seiner Geburtsstadt L.A. und des ganzen Systems. Er schreibt über seinen Vater, die Todesstrafe, die Justiz und die Opfer von vierzig Jahre zurückliegenden Verbrechen. Wir begegnen einem verrückten Detective, der von einer Schauspielerin aus Hollywood besessen ist, und auch Danny Getchell läuft uns über den Weg. Ellroy schreibt bissig und schonungslos über dunkelste Geheimnisse und Obsessionen, fesselt den Leser und läßt ihn nicht mehr los. James Ellroy - wie immer - at his best!


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 374 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover; Auflage: 1., Aufl. (1. Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550086148
  • ISBN-13: 978-3550086144
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 467.963 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nach Hollywood, Nachstücke eine weitere Sammlung mit Stories von James Ellroy. Der Band versammelt neun Kurzgeschichten, von denen die meisten im Magazin GQ veröffentlicht wurden, sowie drei inhaltlich zusammenhängende Novellen.

Die Kurzgeschichten werden Ellroy-Fans ganz sicher nicht enttäuschen. Schonungslos geht Ellroy mit sich und der Welt -– die sich auch hier meist auf L.A. beschränkt –- ins Gericht. Die nachgerade exhibitionistischen autobiografischen Skizzen dürften dabei am interessantesten sein und manch einem Hoffnung machen, der sein Leben für einigermaßen verpfuscht hält. Von Ellroy lernen, heißt überleben lernen. Ein “Kind Noir” sei er gewesen, bis Ende der Siebzigerjahre schlug er sich von Alkohol, Drogen und sexuellen Obsessionen getrieben durchs Leben, stets das alles bestimmende und immer wieder aufgegriffene Motiv der ermordeten Mutter im Gepäck. Auch den Vater lernen wir hier kennen, den sexuelle Obsessionen weniger umzutreiben schienen –- er lebte sie schlicht und ergreifend aus.

Ellroys Wortwahl entspricht seiner Haltung: direkt und mit offenem Visier. Beides kann missfallen und geht -- etwa bei Andrew Vachss -- mitunter schlicht zu weit. Hier jedoch wird die Härte und das unfeine Vokabular immer wieder inhaltlich gebrochen. So erfahren wir anhand eines zweifelhaften Todesurteils Ellroys Haltung zur Todesstrafe. Wo am Anfang kompromisslose Verfechtung steht, ergibt sich am Ende eine fast ebenso fundierte Ablehnung.

Auch werden die drei Novellen der Überschrift “Rick liebt Donna” durchaus gerecht. Hier ist ein Ellroyscher Held, der zwar bei seinen Kampfhunden schläft, sich aber mit Haut und Haaren in eine Schauspielerin verliebt. Dass die beiden sich letztlich zeitlebens nacheinander verzehren, jedoch nie als konventionelles Paar zusammenfinden, entspricht nur allzu sehr der werkimmanenten Logik.

Die hier versammelten Stories erlauben einen tiefen Einblick in Biografie und Kosmos des Autoren. Eine für Fans ganz sicher unverzichtbare Lektüre. Für den Einsteig empfehlen sich jedoch eher die hervorragenden Kriminalromane. --Josef K. Weinreb

Über den Autor

James Ellroy, Jahrgang 1948, begann seine Schriftstellerkarriere 1979 mit Browns Grabgesang. Mit Die Schwarze Dahlie gelang ihm der internationale Durchbruch. Allein mit dem Deutschen Krimipreis wurde Ellroy fünfmal ausgezeichnet, etliche seiner Bücher wurden verfilmt, darunter L.A. Confidential und Die schwarze Dahlie.

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3.0 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von fictionmaster VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Audio CD
Das 13 CDs umfassende Hörbuch teilt sich eigentlich in zwei Hälften. Der erste Teil beschäftigt sich mit Ellroys Essays über Boxkämpfe, seine Kindheit und sein erschütternder Abstieg als junger Mann in die Drogenhölle. Die vielen autobiographischen Details schockieren und faszinieren gleichermaßen. Interessant ist auch Ellroys spätere Zusammenarbeit mit der Polizei, um alte Kriminalfälle zu lösen - wenn auch manchmal mit recht unbefriedigendem - weil offenem - Ende.
Der zweiten Teil besteht aus drei Novellen, die sich allesamt um den Polizisten Rick "Rhino" Jenson drehen. In der ersten Geschichte lernt er die damals noch recht unbekannte Schauspielerin Donna Donahue kennen und verliebt sich in sie. Die nächste Geschichte spielt 21 Jahre später, als Rick eine zweite Chance bei Donna bekommt. Auch diesmal im Rahmen eines Falls. Die dritte Novelle spielt nur 6 Monate nach der vorherigen und auch diesmal finden Rick und Donna zueinander. Aber die Beziehung ist in allen drei Geschichten eigentlich Nebensache. Es geht um Drogen, Prostituierte, Sex, Gewalt und Mord. Eigentlich ein Fest für jeden Crime-Noir-Fan. Trotzdem ist es bisweilen anstrengend, der teilweise recht abgehackten und vulgären Sprache zu folgen. Manchmal beginnen etliche Sätze hintereinander mit demselben Anfang. Und wenn es um Beleidigungen und das Beschreiben abartiger Szenen geht, verlässt Elroy seine flotte Erzählweise, um sich in unwichtigen Detailwiederholung zu ergehen. Das schmälert den Genuss der zum Teil ziemlich abgedrehten Abenteuer deutlich. Ein großes Lob verdient allerdings Vorleser Peter Tabatt, der auf Ellroy-typische, trockene Art den Text vorträgt. Das passt wie die Faust aufs Auge.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neo Noir und Machopsychopathen 25. November 2010
Format:Taschenbuch
James Ellroy ist ja kein Unbekannter. Bücherwürmer kennen ihn wegen seines Erfolgs American Tabloid in dem er die 50er Jahre rund um Mafia, Kubakrise und die exzentrischen Politiker und Geheimdiestleite Hoover und Kennedy beschriebt. Die Cineasten kennen den Namen Ellroy, nach dem er die Drehbücher zu L.A Confidential oder Die Schwarze Dahlie verfasst hat.

Endstation Leichenschauhaus ist näher an Letzteren Werken zu verorten. Es ist kein Allamerican Drama, dass Ellroy beschreibt, sondern Episoden aus Los Angeles. Der Stadt in der es den größten "kranken Scheiß" gibt.
Seine Sprache zieht jeden Noirfan dabei in den Bann. Elliptisch, abgehakt und brutal hämmern sich seine Worte ein, wie der Schlagwirbel eines mexikanischen Boxers im Ring.

Endstation Leichenschauhaus ist kein abgeschlossenes Werk. Die Episoden bleiben fragmentarisch - offen, wie die Jagd eines potentiell mordenden Höschenschnüfflers, offen wie der Hosenstall des Polizisten Rhino, der Obsessiv hinter einem Hollywoodstarlet herjagd, nur damit sein Hosenlachs nicht so zuckt.

Ellroy bietet in seinem Episodenroman Anknüpfungspunkte zu den klassischen Noirthemen, Korruption, Obsession und innere Auflösung. Seine knallharte Sprache passt zu den Figuren, zu den Dialogen und zu den Pointen die er setzt. Er schafft es immer wieder Wendungen einzubauen, die spannend, bizzar und doch mitleiderregend sind. Der Politiker der sich im Nazikostüm von Prostituierten befriedigen läßt (man beachte das Buch ist weit älter, als jener Skandal im Motorsportzirkus), oder der knallharte Bulle, der um sein Bedürfnis an körperlicher Nähe zu stillen, lieber im Hundezwinger übernachtet, statt sich auf eine Beziehung einzulassen.

Zwischen den ganzen Polizeiakten, möglichen Mörderprofilen und abgeschnüffelten Ephidrin Wattestäbchen legt der Autor eine Spur. Sie führt zu dessen Schriftstellerischer Nemisis - seiner persönlichen Obsession - dem Mordfall an der Schwarzen Dahlie. Ellroy läßt sich in diesem Buch Parallelen suchen zwischen der Dahlie und einem aktuellen Unterwäscheinhalierers. Die Psychogramme dabei sind genau recherchiert und fast unheimlich.

Dieses Buch gefällt jedem, der Atmosphäre und eine mitreißende Sprache über konstruierte Handlung und Abgeschlossenheit stellt, denn in all seinem rückwärtsgewandten Noirkosmos sind die Geschichten aus dem Leichenschauhaus in der Form modern fragmentarisch.
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2.0 von 5 Sternen Schade... 10. März 2011
Von Sigerson
Format:Audio CD
...aus einem sehr guten Stoff ist ein schlechtes Hörbuch geworden. Die Schuld trifft den Sprecher, welcher versucht so zu sprechen wie Ellroy schreibt. Und dabei auf dem Bauch landet. Gnadenlos scheitert. Das er Straßennamen permanent falsch ausspricht, sei da nur eine Randnote (peinlich genug ist es trotzdem). Sowohl die Rhythmik als auch die Sprachmelodie zerhacken den Text, lassen keinerlei Atmospäre aufkommen. Nochmals schade.
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