Mit Endstation Färöer ist in Deutschland erstmals ein Krimi mit Tatort auf den Dänischen Inseln, die auf halbem Weg nach Island liegen, erschienen. Das Werk wurde bereits 1990 von Autor Isaksen geschrieben, was man an manchen Stellen auch deutlich merkt. Dennoch bietet der Roman Spannung um ein stets brisantes Thema (was haben deutsche Nazis nach dem 2. Weltkrieg noch verbrochen?) vor der schroffen Kulisse der Färöer Inseln.
Der Journalist Hannis kehrt auf seine Heimatsinseln zurück. Hugo, ein bekannter von früher, berichtet ihm dass seine Freundin Sonja verunglückt sei, er aber nicht an einen Unfall glaube. Bevor er Hannis weiteres anvertrauen kann, ist auch Hugo tot. Hannis findet schnell heraus, dass Sonja zuletzt oft einen Schoner aus Paraguay aufsuchte, dessen Mannschaft sich unter dem Schutz der Fischereibehörde von allen Fremden abschottet und rüde reagiert sobald man sich dem Boot nähert.
Hannis ermittelt mit der Gründlichkeit eines Journalisten, dass Sonja für die Zeitung in Färöers Hauptstadt Torshavn zuletzt eine Serie über die Verbrechen im zweiten Weltkrieg geschrieben hat. Der Autor benutzt längere Passagen, um auch unbedarften Lesern noch einmal die Willkür der Nazis gegenüber den Juden im 2. WK vor Augen zu führen. Er verbindet dies gelungen mit der Tatsache, dass manch ein Nazi Zuflucht in Südamerika finden konnte und durch Geheimbünde noch immer faschistisches Gedankengut gefördert wird. All das bringt er ein in eine spannende und im Schlussdrittel auch actionreiche Handlung. Nun fehlen auch die Färöer nicht mehr auf der skandinavischen Krimilandkarte.