Es war spät vorgestern Nacht, als ich von der Party nach Hause spaziert bin. Es war stockdunkel, nur die Sterne und ein paar wenige Straßenlaternen leuchteten mir den Weg. Ich hatte meinen Discman an, die Kopfhörer auf und hörte EndSerenading. Gerade in diesem Moment konnte die Platte ihre volle Wirkung entfalten. Ich bin extra noch einen Umweg gelaufen, nur um das Album bis zum Ende zu hören. Die Platte hat mit ihrem leicht düsteren, aber dennoch wohligen Grundton perfekt zur Nachtstimmung gepasst. Die Songs auf dem Album sind meist hypnotisch, lullen ein, nur um im nächsten Augenblick auszubrechen. Dieses Ausbrechen passiert auf EndSerenading selten durch Härte, vielmehr ist es die unglaubliche Dynamik, die durch das Zusammenspiel der Instrumente und Chris Simpsons einzigartiger Stimme entsteht (z.B. am Ende des Openers). Die großartigen Texte tun dabei ihr übriges. Minerals Zweitwerk ist kein Album für den Baggersee, es ist ein Album für ganz spezielle Augenblicke. Wenn man die Platte in der richtigen Stimmung hört heißt es: Ohren auf, Augen zu und staunen.