Nichts gegen Allen Carr. Sein Nichtraucher-Buch ist wirklich gut (was nicht unbedingt bedeutet, daß ein Raucher danach nicht mehr raucht), auch wenn letztendlich ohne den eigenen Willen eben doch nichts geht.
Bei dem vorliegenden Werk sollte wohl mit dem Namen Carr Kasse gemacht werden. Anders kann ich mir diese Aneinanderreihung von Lebensweis- und -wahrheiten nicht erklären. Es stimmt zwar alles mehr oder weniger, was in dem Buch steht.
Wer aber glaubt, nach dem Durchlesen wüsste er, was er nun unternehmen muß oder an seinem Leben ändern sollte, oder er hätte zumindest eine Anregung bekommen, legt das Büchlein etwas irritiert zur Seite.
Horche auf deine innere Stimme / Geld ist nicht alles / glaube an dich / es können einen nicht alle Leute mögen / sei so zu anderen wie sie zu dir sein sollen usw. usw.
Klasse !
Was macht bloss der Familienvater, der seine Familie versorgen muß? Der seinen Job vielleicht nicht mag, aber vielleicht froh ist, daß er diesen Arbeitsplatz hat, um die nötigen Kröten zu verdienen? Der aber nur soviel verdient, daß es gerade mal reicht?
Schön, er kann in sich hineinhorchen, sich bewusst machen, was er wirklich will usw. usw. Und dann? Wie gehts dann weiter?
Die meisten, die etwas positives in ihrem Leben bewirken oder verändern können, werden diese Möglichkeit nicht verpassen (voausgesetzt, die Veränderung bewirkt z.B. keine finanzielle Unsicherheit). Aber das geht auch ohne eine Sammlung von Lebensweisheiten.
Inzwischen tummeln sich unzählige völlig überflüssige Bücher am Markt, bei denen es letztendlich nur um eines geht: mit Hilfe der Zukunftsängste der Menschen, der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und der daraus resultierenden Suche nach einer Lösung, Kasse zu machen.
Dieses Buch gehört dazu.