Ein Film mit dem Titel "Endlich Witwe" sollte wirklich eine rabenschwarze "Komödie" sein, sonst besteht leicht die Gefahr der Geschmacklosigkeit. Ich liebe schwarzen Humor und kann in dieser Beziehung einiges vertragen, aber mit dem "Humor" in diesem Film konnte ich nicht besonders viel anfangen. Vieles fand ich einfach nur billig und abgeschmackt oder auch abgedroschen. Bei vielen Szenen kam mir der Gedanke, dass so etwas vielleicht mal vor 20 oder 30 Jahren witzig gewesen sein könnte (z.B. der skandalöse Besitz eines Mobiltelefons oder ein dementer Opa, der auf der Beerdigung seines Sohnes Pipi muss), mittlerweile aber nur noch ein müdes Lächeln hervorzaubert. Wenn das "französischer Humor" sein sollte, na gut, da können es die Engländer meiner Meinung nach Klassen besser. Die Geschichte selbst fand ich auch reichlich albern und unzeitgemäß. Da ein gewisser Anspruch auf "echte Dramatik" immer wieder durchkam, kam ich nicht umhin, sie doch irgendwie "ernst" zu nehmen. Die Gattin eines begüterten Schönheitschirurgen, die in einem Bootsbauer ihre "wahre Liebe" gefunden hat und mit ihm seit 2 Jahren eine leidenschaftliche Affäre hat, zeigt keinerlei Anzeichen von Trauer (gelinde gesagt), als ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt. Trennung oder Scheidung kamen wohl nie in Frage. Wenn man es genau nimmt, eine ziemlich feige, hinterhältige und kaltschnäuzige Frau, der es nur darum geht, den äußeren Schein zu wahren. Ihr Sohn und andere Verwandte kommen, um sie zu trösten und mit ihr zu trauern, aber auch hier bestimmen kindische "Fluchtversuche" bei äußerlicher Anpassung das Verhalten unserer Protagonistin. Um Konflikten aus dem Weg zu gehen, lässt sie sich schließlich dazu hinreißen, ihre "Liebe" zu verraten. Fast umgehend verkündet sie dann allerdings vor der versammelten Verwandtschaft ihre "wahre Trauer" über den Verlust ihres Liebhabers (eine Szene, die offenkundig eher dramatisch als komisch sein soll, in der Realität aber wohl mehr als geschmacklos wäre). Bevor es Ärger geben kann, verschwindet sie dann spurlos. Na ja, alles sehr seltsam und künstlich aufgebauscht (schließlich gibt es ja nicht nur einen Flug im Jahr nach Hongkong).
Fazit: Ich finde den Film nicht wirklich komisch, und für ein echtes Drama ist die Geschichte zu hohl.