sich der Trend der beiden Großparteien sich des politischen Kleingelds wegen gegenseitig aufzureiben fortsetzen, keiner nachgeben, das BZÖ separatistische Tendenzen entwickeln und Andy Borg als ÖVP-Promi-Kandidat Bundespräsident werden würde? Dann wäre wohl endlich SEINE Stunde gekommen und SIE könnten nichts mehr daran ändern.
Endlich Strache wird es dann heißen und schon heute zeichnen die Kabarettisten I Stangl und Hannes Vogler ein amüsantes Bild von Straches Endspurt auf dem Weg ins Kanzleramt und natürlich auch den darauf folgenden Ereignissen. Daran schuld ist, wie sollte es auch anders sein, die Wahlkampfstrategie der SPÖ, die sich von Stanley Greenberg immerzu empfehlen lässt "Let's loose a battle to win a war." Was das in den jeweiligen Phasen zu bedeuten hat, muss der Parteivorstand jedoch erst feststellen und beweist seine eigene Ideenlosigkeit, besonders weil man nicht in der auf rote Kernwählerschichten zielenden FPÖ sondern dem Erzrivalen ÖVP den eigentlichen Gegner sieht. Eine Ausgangssituation mit Folgen die zwar manchmal heftig überzogen wirken, dann aber doch wieder schockierende Ähnlichkeiten zur Realität aufzuweisen haben.
Herausgekommen ist bei diesem Versuch Realität humorvoll mit Fiktion zu vermischen, eine erstklassige Polit-Satire, die ziemlich treffsicher aufzeigt woran die Republik Österreich vor allem aktuell zu leiden hat. Muss eine gute Satire nicht zwangsweise auch für Lacher sorgen, "Endlich Strache" scheut sich nicht auch das Zwergfell zu reizen und ist zudem nicht bloß Satire, sondern auch Polit-Thriller mit dem nötigen Schuss Sex und Romantik (in der Beziehung Sisi Bischofs und Franz Hofners), ohne den erfolgreiche Filme und Bücher kaum auskommen würden. So genial das Buch auch stellenweise wirkt, vor allem gegen Ende ist es für mein Empfinden etwas zu schnell zu Ende, denn man hätte ruhig ein wenig mehr über SEINE glorreiche Kanzlerschaft berichten können.
Fazit:
Treffsichere Polit-Satire mit Thrill, Romantik und allem was dazu gehört.