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Da wird aber nichts draus. Plötzlich, Wochen später ruft er an und kündigt sein kommen für den nächsten Tag an. Der Erzähler versucht ihn abzuwimmeln, er müsse nach Amerika, würde am nächsten Tag abreisen und erst zum neuen Semester wiederkommen. Er schläft auch eine Nacht im Institut, aber auf Dauer kann er sich nicht verstecken. Er erwartet auch einen weiteren Besucher, Benno, einen Studienkollegen. Als er den vom Bahnhof abholt ist auch Friedrich da. Benno und Friedrich verstehen sich prima, die drei verleben einen ganz netten Abend zu dritt, aber während Benno am nächsten Tag wieder abreisen muss, bleibt Friedrich noch. Und bleibt. Und bleibt. Und macht sich im Leben des Erzählers breit.
Als Marie aus dem Urlaub kommt, kommt allerdings wieder Schwung in die Sache, beziehungsweise in den Erzähler. Endlich nimmt er sein Leben wieder in die Hände.
Ich habe mich mit der Rezension dieses Buches sehr schwer getan, obwohl es mir eine unheimliche Freude bereitet hat. Der Ich-Erzähler wirkt ein wenig antriebslos, vielleicht aber auch einfach nur überfahren von dem polternden Wesen von Friedrich, in allen Situationen glaubwürdig und im Handeln nachvollziehbar. Auch die Wende in seinem Handeln verstehe ich, trotzdem finde ich, dass Ott sich das Ende etwas zu leicht gemacht hat. dafür gibt es auch einen Punkt Abzug, es verbleiben diesem wundervollen Buch trotzdem noch mehr als die fünf möglichen.
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Das Thema aus Otts Roman ist an sich nicht neu; unweigerlich fühlt man sich an Filme wie Was ist los mit Bob? mit Bill Murray als psychotischer Nervensäge erinnert, doch im Gegensatz zum Hollywood-Klamauk versteht es Ott, Peinlichkeiten in tragikomischer Form zu servieren, ohne jemals seicht zu werden. Durch die Schilderung einer genauen und nachvollziehbaren Psychologie, gewinnt der Roman für mich eine erschreckende Glaubwürdigkeit, die durch eine abgeklärt wirkende, melodiöse Sprache unterstrichen wird. Die Handlung steuert dabei so konsequent auf das unausweichliche Ende zu, daß es sich bei dem Buch eigentlich eher um eine klassische Novelle handelt.
Daß der Erzähler (wie so häufig in Romanen deutschsprachiger Autoren) Mitglied einer Bildungselite sein muß, sei dahingestellt. Auch ohne die Theorien Spinozas oder Schuberts Wandererfantasie zu kennen, habe ich an dem Buch meine uneingeschränkte Freude gehabt.
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