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"Ohne moralische Appelle und Rauchverbote."
Recklinghäuser Zeitung
Viele Rezensenten dieses Buches schreiben, dass der Autor eigentlich nichts erzählt, was man nicht schon vorher wusste. Aus meiner Sicht ist das nur teilweise richtig, da hiermit eigentlich nur Nebenaspekte des Buches gemeint sind. Alle diese Aussagen wie "Rauchen kostet Unsummen", "Rauchen ist ungesund", "Rauchen bringt keinerlei Nutzen" o.ä. sind tatsächlich nicht neu. Die eigentliche Kernaussage des Buches allerdings ist eine andere. Das Buch erklärt dem Leser, warum er raucht. Wie oft habe ich mich früher beim Rauchen dabei ertappt, dass ich frustriert auf meine Zigarette geblickt habe und mich dabei gefragt habe: "Warum mache ich das eigentlich?". Mir ist dabei selten etwas besseres eigefallen als: "Na ja, das ist halt eine schlimme Sucht".
Die körperliche Sucht spielt ganz sicher eine wichtige Rolle beim Rauchen. Die körperlichen Entzugserscheinungen sind allerdings eher gering und noch keine ausreichende Erklärung dafür, dass das Aufhören so extrem schwer fällt. Genau hier setzt das Buch an. Es vermittelt auf schlüssige Art und Weise, warum das Aufhören so unglaublich schwierig erscheint, und erklärt dabei ganz nebenbei noch, wie Sucht eigentlich funktioniert. Erst wenn man verstanden hat, warum man wirklich raucht, fällt es leicht, damit aufzuhören. Man muss dabei nur ein paar einfache Grundregeln beachten, die der Autor in dem Buch vermittelt. So gerät das Buch nicht nur zur Hilfe bei der Raucherentwöhnung, sondern ist meiner Meinung nach ein bemerkenswertes Aufklärungsbuch über die Funktionsweise von Sucht überhaupt.
Nachdem es mir leicht gefallen ist, mit dem Rauchen aufzuhören, habe ich das Buch natürlich allen rauchenden Bekannten weiterempfohlen. Vielen ist das Aufhören ebenso leicht gefallen wie mir, es gab allerdings einige, denen das Buch nicht geholfen hat. Das hat mich anfangs sehr frustriert, da ich ja nun wusste, wie einfach das Aufhören ist, und überhaupt nicht verstehen konnte, wieso es nicht allen so ging. In vielen Rezensionen des Buches ist davon die Rede, dass der Autor den Leser einer Gehirnwäsche unterzieht. Das ist sicher nicht ganz falsch. Viele, v.a. sehr intelligente Leser erkennen das, ziehen daraus aber falsche Schlüsse. Sie glauben, dass man auf die Gehirnwäsche "hereinfallen" muss, damit sie wirkt, und glauben, dass die Gehirnwäsche bei ihnen gar nicht wirken kann, da sie sie ja "durchschaut" haben. So sind sie daran gehindert, über die inhaltlichen Aussagen des Autors wirklich nachzudenken. Das aber ist notwendige Voraussetzung für den Erfolg. Man muss sich mit jeder einzelnen Aussage des Autors ernsthaft beschäftigen und seine eigene Einstellung gründlich hinterfragen. Die Tatsache, dass der Autor Mittel der Gehirnwäsche benutzt, sagt allein noch nichts über den Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen aus. Die erfolgreiche Gehirnwäsche ist eben nicht notwendig für den Erfolg, notwendig ist vielmehr zu erkennen, dass der Autor mit seinen Kernaussagen tatsächlich recht hat. Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zum Erfolg genau darin. Wer nach der Lektüre erkannt hat, warum er wirklich raucht, wird auch leicht damit aufhören können.
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