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Endlich Kokain: Roman
 
 

Endlich Kokain: Roman [Kindle Edition]

Joachim Lottmann
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Ganz Wien greift zu Kokain« oder: eine todsichere Methode, sein Leben zu retten
Ein rührend normaler, leider zu dicker Gutmensch, der nie wild, aufregend und hemmungslos gelebt hat, erhält die furchtbare Diagnose: noch maximal drei Jahre Lebenserwartung bei weiter zunehmendem Bluthochdruck und Bewegungslosigkeit. Der frühpensionierte TV-Redakteur fasst einen verzweifelten Entschluss, als er erfährt, dass nur harte Drogen gegen seine monströse Fettsucht helfen: Er beginnt eine »Kokain-Diät«. Der geborene Spießer protokolliert penibel Dosis und Wirkung, doch bald schon wird er immer rauschhafter, wilder, offener – und dünner! Sein Charakter löst sich auf. Er lügt, fälscht, betrügt, hat plötzlich Sex im Übermaß und steigt mit jedem verlorenen Pfund auf zur schrulligen Kultfigur der Wiener Kunstboheme. Nur ein Zufall kann ihn vor seinem naiven Optimismus und dem sicheren Drogenende retten. Joachim Lottmanns Roman ist die eindrückliche Seelenstudie eines Mannes, der in einen Strudel dekadenter Abenteuer gerät, und zugleich das Abbild einer berauschten Zeit.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Joachim Lottmann, geboren in Hamburg-Hochkamp, Kindheit in Belgisch-Kongo. Studium der Theatergeschichte (bei Diedrich Diederichsen) und Literaturwissenschaft (mit Maxim Biller) in Hamburg. 1986 Übersiedlung nach Köln, Romanerstling Mai, Juni, Juli (KiWi 767). Freundschaft mit Martin Kippenberger, der nach Die Frauen, die Kunst und der Staat mit dem Autor bricht und dafür sorgt, dass er in Ungnade fällt. 13 Jahre schlägt Lottmann sich als Straßenbahnschaffner in Oslo und als Leibwächter von Rainer Langhans durch, bis ihn der Literaturchef der FAS wiederentdeckt. 2004 sensationelles Comeback mit dem Roman Die Jugend von heute (KiWi 843, 2004), danach Zombie Nation (KiWi 930, 2006) und der Reportageband Auf der Borderline nachts um halb eins (KiWi 1002, 2007), 2010 der gefeierte Roman zur Krise: Der Geldkomplex (KiWi 1116). Der Autor erhielt 2010 den Wolfgang-Koeppen-Preis und lebt in Wien.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1236 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: eBook by Kiepenheuer&Witsch; Auflage: 1 (10. April 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00HNJKAW4
  • X-Ray:
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
4.6 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Entsetzliche und das Reizvolle von Drogen 10. April 2014
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die Idee: Ein langweiliges, in die Länge gezogenes, horizontales Leben hinter sich zu lassen und der Wunsch, die daraus gezogenen physischen Erinnerungen - manifestiert in einem 135 kg Körper - endlich zu löschen. Also abzunehmen. Mit Kokain. In einer dosierten, Sigmund Freud nachempfundenen Verfahrensweise.

Dieser spannend und emotional geschriebene Roman bringt auf den Punkt, was passieren könnte, wenn man tatsächlich damit anfängt Kokain zu nehmen. Sigmund Freud schrieb über diese Droge: "Kokain bewirkt eine Stimmungsaufhellung, ein Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit, sowie das Verschwinden von Hunger- und Müdigkeitsgefühlen."

Nachdem der Protagonist zum ersten Mal "verschnupft" war, wurde er von einem Luden beleidigt. "Er sah dem Luden angriffslustig und selbstsicher ins Gesicht, sagte: Dafür wirst Du dich entschuldigen. Du kannst schon einmal überlegen, wie." Tatsächlich, es wirkt und alle müssen sich in Zukunft vor diesem immer schlanker werdenden ehemaligen Langweiler entschuldigen. "Ich verlor jede Schwäche, jede Unsicherheit, hatte die ganze Klaviatur des menschlichen Daseins zur Verfügung." Eine irrwitzige Handlung beginnt sich auszubreiten, eine Tour durch die Künstler- und Medien-Kreativen-Milieus Deutschlands.

Ich selbst komme aus diesem Bereich und kann bis auf den Kokainkonsum vieles bestätigen. Ob ich Kokain Menschen empfehlen würde, die alles probiert haben, um abzunehmen und/oder ein gesundes Selbstbewusstsein zu besitzen?
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Eliten der Republik 14. Juni 2014
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Eigentlich ist das ein recht konventioneller Roman. Ein Held mit einem schon etwas verpfuschten Leben jenseits der 50 versucht es noch mal. Mit der Karriere, den Frauen, dem Leben schlechthin. Es gibt ca. ein halbes Dutzend Nebenfiguren, vor allem aus der Kunst- und Medienwelt, in der sich der Protagonist bewegt. Und natürlich macht der Held im Rahmen der Handlung eine Entwicklung durch, nicht nur sieht er seine Umgebung nach dem Durchlaufen der Handlung anders, auch sein Selbstbild hat sich verändert. Dass es der regelmäßige Genuss von Kokain ist, der die Handlung und damit die Veränderungen überhaupt zum Laufen bringt, das ist nun das besondere an diesem Buch.

Nun ist aber auch das nicht neu. Das Buch "Kokain" von Pittigrilli wird bei Lottmann zitiert, seine Wucht erreicht "Endlich Kokain" allerdings nicht. Sowohl Stephan Braum als auch die anderen Figuren in diesem Roman wirken dazu doch zu oberflächlich, die existenzielle Verzweiflung der Helden bei Pittigrilli spürt man beim Lesen nicht. Auch wird die im Buch angewandte Technik, die Erzählperspektive gelegentlich zu wechseln, nicht immer gut eingesetzt - Ereignisse wirken in den Abschnitten des Tagebuch und des neutralen Erzählers in Teilen redundant. Die Wirkung der Droge auf die Persönlichkeit der Abhängigen wird allerdings ähnlich wie bei Pittigrilli beschrieben - und ist nicht wirklich eine Werbung für die Einnahme. Im Grunde genommen aber steht bei Lottmann etwas anderes im Mittelpunkt. Er beschreibt vor allem eine Gesellschaft in Wien - später im Buch auch in Berlin - die ein so hohles, so absurdes Leben führt, dass es zu dieser Droge einfach perfekt zu passen scheint.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wundermittel 7. Juli 2014
Von Curacao
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Protagonist Stephan Braum hat am Leben vorbei gelebt. Mit dem Wundermittelchen, das er von seinem Freund verabreicht bekommt, soll alles besser werden. Die Schwere seines Lebens, hinterlegt in viel zu viel Körperfett, schmilzt. Und mit ihr die Patina über der Bussi-Bussi-Gesellschaft Wiens.

Der Autor karikiert, mit einigen kaum verhüllten Anspielungen auf echte Personen garniert, Zynismus, Unreife und Weltenbummlertum der Kunstszene. Untermalt von einigen bekannten Tönen, denn da ist der Protagonist, so wie er früher war: politisch korrekt, immer höflich, immer nett, nicht wahrgenommen von den Frauen und schließlich mit einem Biest verheiratet unglücklich geworden. Der kommt einem sehr bekannt vor.

Und dann wird er zu dem anderen: der keine Skrupel dabei kennt, die Frauen zu ködern und die intime Nähe zur Prominenz zu seinem Vorteil zu wenden. Ja, es ist dieses Experiment des durch Drogen zerstörten Über-Ichs, das reizt.

Ich habe mich von diesem Reiz gerne 250 Seiten tragen lassen. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der in einer deprimierenden Situation festsitzt. Oder einfach jedem, der eine gute Lektüre für das Wochenende sucht.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen herrliche Literatur 3. Juni 2014
Format:Kindle Edition
Es ist ein großartiges Buch, weil es sich hier um echte Gegenwartsliteratur handelt. Woran man das erkennt?
Literatur lügt nicht. Und das tut das Buch an keiner Stelle. Es ist einfach nur die nackte, manchmal harte, manchmal komische und oft sehr rührende Wahrheit über Menschen, Sex, die Liebe, die Arbeit und unsere Wünsche.

Ich habe es in zwei Tagen durchgelesen, auch weil es so rauschartig ist: Manchmal ist die Erzählung zu sprunghaft und auch die Sprache ist zu aufzählend, aber das kann durchaus dem Kokain entsprechen, das der Erzähler nimmt. Das Buch kommt mir vor wie ein Suter-Roman, den er überdreht und mit der alten Energie geschrieben hat.

Zwei Dinge sind noch zu sagen: Es ist großartig, dass der Protagonist ein rührend Bemühter ist, der durch die Droge auflebt. Das macht die Geschichte gut. Deshalb einfach lesen.

Zum Zweiten: Lottmann erhofft sich mit dem Buch ja den Roman des Jahres, den Hit des Jahres. Er hätte es verdient, aber das wird vermutlich nicht passieren. Warum?

Ach: Wir lernen doch im Buch, dass die Welt belogen werden will. Aber das Buch sagt die Wahrheit: Wer will aus der Masse schon lesen, wie ein 53jähriger Übergewichtler durch Kokain zurück ins Leben findet?

Lieber Joachim Lottman, auch wenn du hier ein großartiges Stück Literatur geschrieben hast, begehst du hier einen Denkfehler:
Das Buch wäre ein Hit, wenn es um eine 19jährige frigide graue Maus ginge, die durch das Kokain den Sex, die Männer und die Kunst entdeckt und sich dabei völlig emanzipiert und am Ende eine mächtige Stimme des neuen Feminismus wird.

Naja, nächstes Mal.
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