"Endlich" ist sie da, die langversprochene CD mit den Liebesliedern. Viele davon kennt der Besucher von Begemann-Konzerten denn auch schon. Doch da ist auch bereits einer von mehreren Haken: Wo Bernd in seinen Konzerten Stücke wie "Ich kann dich nicht kriegen, Katrin" oder "Claudia" nur mit seiner elektrischen Gitarre begleitet und so Gänsehaut erzeugt, tendiert hier alles dazu, überarrangiert zu wirken. Das wäre noch zu verkraften, denn das Phänomen kennt man als Begemann-Anhänger ja bereits von manchen Vorgängeralben. Aber was bisher meist gut gelöst wurde, geht hier leider oft in die Hose. Stücke wie "Ich bin dann soweit", "Meine vergiftete Stimme" oder eben "Katrin" schaffen die Klippe am Kitsch vorbei noch gewohnt souverän, aber dann gibt's leider auch noch "Ich stamme aus den Hügeln" oder eben "Claudia" - eigentlich schöne Stücke, aber dermaßen klebrig zurecht arrangiert, dass man meint, man wäre aus Versehen bei einem Billigschlager-Sender gelandet. Sorry, Bernd! Wahrscheinlich war die Platte gar nicht so billig! Klingt aber so mit im negativen Sinne synthetisch wirkenden Keyboard-Sounds und aufdringlichem Schlagerchor im (vermeintlichen) Hintergrund. Was soll denn das?
Ganz schlimm wird's bei "Liebe tat mir nie weh". Da ist auch das Lied selbst noch unterirdisch schlecht (Nomen est omen)!
Will nicht falsch verstanden werden: Mit Kitsch-Ausbrüchen kann ein geschulter Begemann-Fan wie ich durchaus leben ( ist ja meistens auch schön...),aber hier wird bei mir einiges an Toleranzbereitschaft überschritten. Den Namen Louis Oberländer werde ich mir jedenfalls als mahnendes Beispiel für übelste Arrangements merken. Aber Bernd fand die offensichtlich auch noch schön, und das tut echt weh! Hoffentlich war dies ein Ausrutscher...