Seit einigen Wochen bin ich jetzt Besitzer eines BeBook - und so weit auch zufrieden :
Verarbeitung :
Das Gerät ist wenig überraschend wie die allermeisten auf dieser Welt aus Kunststoff hergestellt und macht weder einen besonders wertigen noch einen besonders billigen Eindruck - ein Alltagsgegenstand.
Verarbeitung und Stabilität sind gut, von der mitgelieferten Hülle ist das Gerät praxistauglich geschützt und eignet sich gut für den täglichen Einsatz.
Bedienung :
Die Bedienung erfolgt mittels insgesamt 17 Tasten. 10 Davon stellen ein mehrfach belegtes Nummernfeld dar, eine "OK" und eine "Zurück" Taste, zwei gesonderte Tasten zum Blättern, zwei weitere Tasten zum Regeln der Lautstärke bei der Wiedergabe von mp3 Dateien und der Ein- und Ausschalter.
Die Bedienung und Auswahl der zu lesenden Bücher erfolgt über nummerierte Menüs durch drücken der jeweiligen Ziffer, durch die Ebenen kann man sich mit OK/Zurück bewegen.
Je nach aktueller Tätigkeit erhalten die Zifferntasten weitere Bedeutungen, so kann man im Buch Lesezeichen setzen oder auch Blättern. Welche funktionen zur Verfügung stehen ist zum Teil von den verwendeten Formaten abhängig, so können in geschützten Mobipocket Büchern z.B. keine Lesezeichen gesetzt werden.
Am linken Rand befinden sich zwei gesonderte Tasten zum Blättern, hält man das BeBook in der linken Hand so liegt der Daumen direkt auf diesen und erlaubt das bequeme Lesen mit einer Hand. Zumindest für ist diese Haltung weder unbequem noch unnatürlich.
PDF Dateien werden meist klaglos verarbeitet, allerdings ist nicht jede Datei aufgrund der Formatierung wirklich zur Wiedergabe auf dem BeBook geeignet da die Drei Zoomstufen nicht immer ausreichen um den Text lesbar darzustellen (z.B. das Layout vom Spiegel ist denkbar schlecht für einen Reader geeignet).
Das Menüsystem ist einfach aber zweckmässig, im Prinzip bietet es weig mehr als eine Möglichkeit durch die Dateisysteme auf dem Gerät bzw. auf der SD-Karte zu navigieren. Die letzten 10 geöffneten Bücher werden im Menü "Letzte" aufgelistet und erlauben einen recht schnellen Wechsel zwischen diesen Büchern ohne sich durch das gesamte Dateisystem bewegen zu müssen. Durch längeren Druck auf "OK" erhält man fast überall ein Menü welches einem weitere Optionen anbietet.
Was dem Gerät wirklich fehlt ist ein Touchscreen, ein solcher würde die Bedienung stark verbessern.
Die Batterielaufzeit ist wie bei anderen ePaper Geräten hervorragend. Seit dem Kauf habe ich schon mehrere Bücher auf dem Gerät gelesen und es erst einmal aufgeladen. Zur not könnte man einen Urlaub wohl auch ohne Ladegerät verbringen. Da zum Laden aber ein Standard USB Anschluss verwendet wird sollte sich heutzutage aber problemlos eine Lademöglichkeit finden lassen.
Verbindung zum Rechner :
Die USB-Anbindung zum Rechner erfolgt mittels USB 1.1. Während dies bei relativ kompakten Formaten wie z.B. Mobipocket kein Problem ist sind große PDFs eine Geduldsprobe. Die Lösung ist den USB Anschluss nur zum Laden zu verwenden und stattdessen eine SD-Karte für die eigenen Bücher zu benutzen. Zusammen mit einem entsprechenden Gerät am Rechner geht das dann schneller und Problemloser.
Im Gegensatz zu anderen Readern gibt es keine Software die man benutzen müsste um den Reader mit Büchern zu füllen.
Sonstiges :
- Im Moment werden nur kopiergeschützte Bücher im Mobipocket Format unterstützt. Auf den Seiten die derartige Bücher vertreiben muss dann die Geräte ID des Readers hinterlegt werden. Die Datei welche man dann herunterladen kann muss dann nur noch auf den Reader oder die SD Karte kopiert werden. Im Moment eigentlich noch das praktikabelste DRM; Mobipocket ist wohl *noch* (neben PDF) das verbreitetste eBook Format da es schon auf diversen PDAs zum Einsatz gelangte. Im Moment scheint aber das EPUB Format auf dem Vormarsch zu sein, bleibt abzuwarten ob es auch für den BeBook Unterstützung von DRM geben wird...
- Die Geschwindigkeit beim Blättern ist sowohl vom Format als auch von der Dateigröße Abhängig. Im Nomalfall ist das Blättern von einer Seite auf die folgende in weniger als einer Sekunde erfolgt. Bei nicht komplett vorformatierten Datein (Text, HTML) dauert es aber zum Teil mehrere Minuten bis auf eine Seitenzahl am Ende geblättert wird (man kann im OK-Menü eine Seitenzahl eingeben zu der man unmittelbar blättern möchte). Dann muss im Hintergrund wohl erst einmal das komplette Dokument umgebrochen werden um die Seite zu "errechnen". Aus diesem Grund ist bei dieser Dokumentart die Anzahl der Seiten eher als grobe Schätzung zu verstehen.
- Beim Rendern von HTML-Dateien und Texten gibt es manchmal leichte Probleme mit der Darstellung der Zeichen. So werden z.B. Trennstriche statt am Ende am Anfang der Folgezeile dargestellt. Nicht schön aber noch immer lesbar. Durch Installation eines anderen Fonts lässt sich das z.T. korrigieren.
Fazit :
Mit dem Gerät an sich bin ich zufrieden, das größte Problem ist und bleibt aber der legale Bezug von Büchern.
Auf PDAs und Telefonen gab es ja schon diverse Versuche eBooks zu etablieren. Neben technischen Gründen (Akkulaufzeit, größe der Bildschirme etc.) sorgte die Formatvielfalt mit Inkompatibilitäten und DRM Fallen für ein weitgehendes Scheitern dieser Konzepte - "massentauglich" wurde das ganze so nie. Durch die vielen "Inseln" ist das Angebot an Büchern immer recht überschaubar geblieben, die Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes gewünschtes Buch als eBook erwerben zu können ist relativ gering. Dazu kommt dann noch die Frage ob man dann das jeweilige Format überhaupt lesen kann.
Des weiteren sind die Preisvorstellungen zum Teil abenteuerlich. Wenn man sich ansieht was man mit einem DRM Geschützten Werk alles *nicht* kann und das Risiko hinzunimmt das die Dateien unbrauchbar werden wenn der Anbieter sich aus dem Markt zurückzieht oder auch nur sein DRM umstellt ist es unverschämt für diese Leistung den gleichen Preis (und manchmal auch mehr) zu verlangen als für die gebundene Ausgabe auf Papier.
Das BeBook stellt im Moment einen Kompromiss dar, letzten Endes ist es aber nur eine Zwischenlösung bis *endlich* jemand kommen wird der ein hinreichendes Angebot an Büchern nebst passendem Reader zur Verfügung stellt. In den USA scheint Amazon mit dem Kindle ja auf diesem Weg zu sein.