Das grosse Spiel zeigt eine Zukunft, bei der es uns teilweise Angst und bange werden könnte. Ein kleiner Junge wird zum Mittelpunkt und zur Hoffnung einer ganzen Welt. Genetisch gezüchtet und in einer unbarmherzigen Schule darauf getrimmt einmal ein grosser milärischer Führer zu werden, versucht Ender mit dem Leben, in das man ihn gestossen hat klar zu kommen. Verständlicher weise ist dies aber gar nicht so einfach. Er muss sich auf der einen Seite anpassen, an die neue Umgebung, die neuen Mitschüler, die befremdliche Kälte, die überall spürbar zu sein scheint. Von Beginn an glaubt man zu wissen, was passieren wird, doch trotzdem schafft Card es, die Spannung zu erhalten und auch zu überraschen. Der Kontakt zu einer fremden Spezies ist bereits heute heiss umstritten. Sind bereits Ufos gelandet oder sind die Leute, die von derartigen Sichtungen berichten alles nur Spinner? Man kann es nicht sagen und deshalb kann man auch nicht sagen, wie wir uns an Stelle der Menschen in Enders Welt verhalten würden. Die Menschen im Buch haben keine Möglichkeit gefunden mit den Fremden zu sprechen und offenbar sind sie feindlich eingestellt, denn sie griffen die Erde bereits mehrmals an. Wie soll man mit solchen Wesen friedlich leben? Man bedenke, wir könnten ihnen nicht einmal sagen, dass wir friedliche Absichten hätten. Das Buch zeigt eine Art, wie der Mensch gemäß seinen Urinstinkten wohl reagieren würde - mit Gewalt, mit Krieg, mit künstlich aufgeputschtem Hass, der den Kindern von klein auf eingetrichtert wird. Von dort ist es nur noch ein kleiner Schritt, zu dem was Card in "Das grosse Spiel" beschreibt. Auch der Leser wird auf den emotionalen und geistigen Weg, den Ender in diesem Buch bestreitet, gezwungen und erlebt gemeinsam mit dem Jungen, wie die Menschheit auf die Fremden reagiert. Das Buch ist besonders deshalb empfehlenswert, weil es sich nicht primär auf den Krieg selbst, sondern auf die Person Enders, seine Probleme, Ängste, Sorgen und den inneren Kampf den der sonst so pazifistische Ender austrägt konzentriert. Dadurch ist es auch für ein jünges Publikum durchaus lesenswert zumal es sich sehr flüssig und gut lesen lässt. Es zeigt eine Zukunft, die gar nicht einmal so unwahrscheinlich sein muss. Und das gibt einem manchmal wirklich zu denken... Im zweiten Teil des Buches wird dieses Thema erneut aufgegriffen, doch diesmal versucht die Menschheit es auf einem anderen Wege. Erneut zeigt Card, wie sich die Menschen gegenüber etwas, was sie nicht verstehen und schlimmer gar nicht wirklich kennen, verhalten. Doch vorsicht! Wer den zweiten Teil liest, sollte unbedingt auch den dritten Teil (Xenoxid) lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)