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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
51 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Geschichte eines erstaunlichen Selbstversuchs - Hoffnung für viele Alkoholkranke,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Das Ende meiner Sucht (Gebundene Ausgabe)
Es gibt viele Berichte von Menschen, denen es gelungen ist, die lebenszerstörende Sucht nach Alkohol irgendwann zu überwinden. Das vorliegende Buch ist unter ihnen einzigartig, weil es geschrieben ist von einem Betroffenen, der selbst ein Mediziner ist. Olivier Ameisen, war bis zum Jahr 1983 Leibarzt des französischen Premierministers. Dann ging er nach New York, arbeitete dort als Kardiologe und machte sich mit seinen Forschungen zu den Erkrankungen der Herzkranzgefäßen einen Namen.Eine lange Zeit, so berichtete er in diesem bewegenden Buch, habe niemand etwas von seiner Sucht gemerkt. Niemand habe etwas gewusst, welche Versagensängste den berühmten Arzt und Wissenschaftler plagten, die er abends mit Alkohol betäubt. Irgendwann ist die Scham über seine Abstürze so groß, dass er seine berufliche Tätigkeit aufgibt und sich in den vielen Alkoholikern bekannten Zirkel von Entziehungskuren, Selbsthilfegruppen, Rückfällen und Psychotherapie begibt. Aber nichts schlägt bei Ameisen an. Immer wieder fängt er an hemmungslos zu trinken, und macht alle bisherigen Erfolge zunichte. Da stößt er eines Tages auf einen wissenschaftlichen Artikel, in dem über Baclofen berichtet wird. Dieses seit langer Zeit bekannte und wirksame Mittel gegen Muskelkrämpfe scheint , so der Artikel, in Versuchen eine gewisse positive Wirkung gegen Suchtphänomene zu zeigen. Olivier Ameisen liest weiter, forscht nach und wagt schließlich einen verzweifelten Selbstversuch, bei dem er ungeduldig immer weiter die Dosis erhöht. Und was er selbst kaum für möglich gehalten hatte: Baclofen wirkt, es heilt ihn von allem Verlangen nach Alkohol und das nun schon seit fünf Jahren. Mit seinem Buch will er nicht nur über sein eigenes Schicksal berichten, darüber, wie der Alkohol sein Leben zerstört hat , sondern er beginnt mit dem Buch auch einen Kampf als Arzt um die Erforschung und Zulassung von Baclofen für andere Alkoholkranke: "Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung und zum Nutzen all jener, die an einer Abhängigkeit leiden, rufe ich die Gesundheitsbehörden und Verantwortlichen des Staates, Politiker, Nichtregierungsorganisationen im Gesundheitswesen und alle Bürger außerdem auf, sich dafür einzusetzen, dass umfangreiche randomisierte klinische Studien mit hoch dosiertem Baclofen unternommen werden." Die entsprechende Suche im Internet zeigt, dass hier bisher noch wenig zu finden ist. Vielleicht trägt das Buch von Olivier Ameisen und seine prominente Unterstützung dazu bei, dies bald zu ändern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
53 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Krankheit und Heilung von der Alkoholsucht: ein Erfahrungsbericht.,
Rezension bezieht sich auf: Das Ende meiner Sucht (Gebundene Ausgabe)
1986 erlebt der angesehene Kardiologe Dr. Olivier Ameisen einen Schock, als er sich blutend in ein Krankenhaus begeben muss: er hat so viel getrunken, dass er sich kaum an die Ursache der Verletzung und den vergangenen Abend mit seinem Freund Jeff erinnern kann.Er leidet schon zeitlebens an Ängsten, die sich in der letzten Zeit zu Panikattacken steigern. Der erste Konsum von Alkohol auf einer Feier bei Freunden hatte ihm vorübergehend Erleichterung verschafft. Die Sucht nahm damit leider ihren Anfang. Seine Eltern kamen aus dem polnisch-jüdischen Bürgertum und hatten die Nazizeit knapp überlebt. Sie wohnten bei seiner Geburt 1953 gut situiert in Paris. Man verkehrt in den besten Kreisen. Olivier ist ein begabter Musiker und hoch intelligenter Schüler, der bereits mit 16 Jahren das vorgezogene Abitur macht und mit dem Medizinstudium beginnt. Erfolg und Neugier treiben ihn 1983 nach New York, wo er in einer renommierten Klinik in Forschung, Lehre und in der Praxis arbeitet. Seine Ängste steigern sich 1986 zu unerträglichen Panikattacken, von denen ihn nur der zunehmende Alkoholkonsum befreit. Er wird Mitglied der AA (Anonyme Alkoholiker ) und erliegt doch immer wieder seiner Gier nach der erlösenden Betäubung durch den Alkohol. Kliniknotaufnahmen im Wechsel mit Entzugskliniken und Therapien aller Art bieten ihm keine Entlastung. Bald kann er die vielen Entzugskliniken nicht mehr bezahlen. Die ärztliche Arbeit hat er aufgegeben, weil er seine Patienten nicht gefährden will. 1999 kehrt er nach Paris zurück. Es geht ihm immer schlechter. Das exzessive Trinken schadet seiner Gesundheit, denn er zieht sich gefährliche Brüche zu, und die Leber nimmt Schaden. Er vernachlässigt sich. Wenige Freunde bleiben ihm, und die ärztliche Hilfe bei angesehenen Alkoholspezialisten, Psychiatern und Neurologen bewirkt nichts. Es ist ein steiler Niedergang, der auf den Tod zusteuert. Als Olivier Ameisen durch einen Zufall auf ein Medikament aufmerksam wird, das bei Muskelkrämpfen eingesetzt wird, macht er sich auf die Suche nach Forschungsergebnissen zu dem Medikament. Er nimmt Kontakt zu befreundeten Ärzten auf und beginnt schließlich einen Selbstversuch mit dem Medikament Balcofen. Binnen kürzester Zeit ist seine Sucht verschwunden, ja er wird sogar gleichgültig gegenüber den Verlockungen des Alkohols. Fast ohne Nebenwirkungen kann er entspannt schlafen und beginnt, am Leben wieder aktiv teilzunehmen. Er geht an die Öffentlichkeit mit seinem Selbstversuch, schreibt einen von Sachverständigen bestätigten Bericht über seine Erfolge beim Kampf gegen den vernichtenden Alkoholismus und beginnt ein neues Leben. Erschütternd, spannend wie ein Krimi und aufklärend ist sein Buch über die eigene Erkrankung, die mit dem Vorurteil aufräumt, es läge nur an der eigenen Schwäche, wenn man dem Alkohol verfällt. Sein Bericht über den Kampf gegen die Sucht ist hoch engagiert geschrieben. Er ist Ausdruck größter Not und Todesangst und weckt Verständnis und Mitgefühl. Neben der sehr persönlichen Berichterstattung gibt er als kompetenter Arzt fachlich Auskunft über die Wirksamkeit seiner Medikamente. Die Ehrlichkeit und bemerkenswerte Eigendiagnose wird zum Motor, mit dem Ameisen sich dem Kampf gegen die Sucht und ihrer Heilung widmet. Er wird zum Forscher für Suchtkrankheiten und lehrt und arbeitet heute wieder in New York und Paris. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nobelpreisverdächtig,
Rezension bezieht sich auf: Das Ende meiner Sucht (Gebundene Ausgabe)
Als ich das Buch im September 2009 gelesen habe, war ich von der sehr offenen Schilderung eines ungewöhnlichen Menschen eigentümlich berührt. Nicht schwer zu verstehen, da ich als ein von der Krankheit Betroffener einen anderen, emotionaleren Zugang zu diesem Thema habe. 2 Tage später beschloss ich Ameisens Selbstversuch nachzubauen und lies mir das Medikament verschreiben. In der Folge habe ich das Buch noch 3 weitere male gelesen. Meine eigene Behandlung war schon nach 2 Wochen ein durchschlagender Erfolg, ich beschloss relativ schnell diesen Erfolg in Form eines blogs (baclofen.blog.de) und kurze Zeit später über ein Forum (alkohol-und-baclofen-forum.de) anderen Betroffenen zugänglich zu machen. Aus heutiger Sicht kann ich dieses Buch gar nicht hoch genug bewerten, 5 Sterne reichen nicht aus. Die Pionierleistung eines Mediziners, der nie aufgegeben hat und immer an ein Wunder glaubte, ist ''Nobelpreisverdächtig' ' dies ist keine Einzelmeinung.' 50 Jahre weitgehender Stillstand in der Suchtforschung wurden von Olivier Ameisen in kurzer Zeit zu einem Neuanfang angeregt. Die Zusammenhänge von Sucht, Angst und Depressionen hat bisher niemand klarer erkannt, besser formuliert und konsequenter publiziert. Mir ist jedenfalls kein namhafter Mediziner bekannt, der sich in ähnlicher Form jemals öffentlich zu seiner Alkoholkrankheit bekannt hat. Ein Buch das Geschichte machen wird und einen Paradigmenwechsel in der Suchtforschung eingeläutet hat. Uneingeschränkt lesenswert für Betroffene, Angehörige, Ärzte, Therapeuten. Liebhaber außergewöhnlicher Biographien kommen voll auf ihre Kosten.Federico Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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