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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
55 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Richtig gut so!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ende gut (Taschenbuch)
"Die hat doch einen totalen Hass auf die Welt", meinte neulich eine Bekannte auf einer wirklich gelungenen Geburtstagsparty zu mir, als ich ihr sagte, dass ich gerade Sibylle Bergs "Ende gut" lesen würde. "Muss ich nicht haben", sagte sie dann noch, und ehe ich ihr gänzlich die Laune verdarb, verzog sie sich schnell zum Buffet mit den leckeren Käseschnittchen.Klar muss man das nicht haben, und sicher gibt es lustigere Bücher (Sven Regener), praktischere Bücher (Tim Mälzer) oder solche mit pseudoakrobatischer Syntax und viel betroffenheitsschwangeren Mittelschichtsneurosen (demnächst wieder live in Klagenfurt zu erleben). Die muss man aber auch nicht haben und werden trotzdem gekauft wie, naja eben. Aber komisch, nicht nur diese Geburtstagsparty (zufällig ein Vierzigster), nein auch fast sämtliche Talkshows und Journalistenrunden und Nachrichtensendungen zu Themen wie Integration, Demografie, Iran, islamistischer Terror, Flut oder Vogelgrippe, die mich während der Lektüre dieses Buches begleitet haben, waren wie Fußnoten zu dem Text. Mag ja sein, dass Sibylle Berg einen ziemlichen Hass auf diese Welt (genauer: deren jämmerliche Protagonisten in Politik und Medien) hat, aber ich kenne kein Buch, in dem das einerseits so authentisch, gleichzeitig so visionär herüberkommt, nicht mal bei Houellebecq. Und das bei einer deutschen Autorin. Hut ab, echt! Kennt man doch ein wenig die politisch korrekten Tabuzonen hiesiger Verlage. Dazu kommt ein reduzierter, gleichwohl aber virtuoser Stil, der der Autorin einen Sprachwitz erlaubt, von dem sich selbst die bissigsten Kabarettisten eine Scheibe abschneiden könnten - wenn sie sich denn trauten. "Ende gut" ist in der Tat ein ziemlich düsteres Weltuntergangsszenario, leider liegt es näher an der Realität als an der Fiktion. Und klar wollen das alle jene Politiker und Journalisten nicht wahrhaben, die uns seit Jahren von den Segnungen von EU und Euro, Globalisierung und Multikulti erzählen, und sich dann bei Christiansen & Co ihre Aufwandsentschädigungen auszahlen lassen, mit denen ein Hartz-IV-Empfänger mal eben so ein paar Monate über die Runden kommen müsste. Und eben diesen, aber auch allen anderen nicht gänzlich zum Spaß aufgelegten Zeitgenossen sei die Lektüre dieses Romans dringend empfohlen, auch wenn es schmerzt. Diese Prosa will nämlich weh tun, und das ist trotz des versöhnlichen Endes richtig gut so. Die fetten Jahre sind nämlich wirklich vorbei. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mein derzeitiges Lieblingsbuch.,
Rezension bezieht sich auf: Ende gut (Gebundene Ausgabe)
Es ist schamlos und witzig, ein flachsiger Endzeitroman, der die Stimmungen einer nahezu trostlosen Generation einfängt und dabei nichts auslässt an den ordinären Perversionen, die wir als Leben kennen. Es ist ein bisschen wie Gaffer zu sein in der Welt der Sibylle Berg, die letztendlich eine Colage all der weniger liebenswerten Situationen und Menschen auf der Erde ist."Ende gut" beschreibt natürlich eine Welt die unter geht; aber in einer Zeit, da die eigene Gelähmtheit auf die vielen beängstigenden Geschehnisse auf dem Planeten trifft, da man gebannt vor dem Fernseher sitzt, als Zuschauer in der zweiten Reihe, da kann auch ein medienwirksamer Weltuntergang die Lösung des eigenen Daseins sein. Ein Abenteuerroman durch deutsche Tristesse und internationalen Terror, garniert mit sog. "Infohaufen" und mit dem schönen Umschlagsmotto: "Die Welt geht unter. Das ist das beste, was mir jemals passiert ist." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kleines Highlight - mit etwas fadem Beigeschmack,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ende gut (Gebundene Ausgabe)
Sibylle Berg's neues Buch, welches sie knapp mit "Ende Gut" betitel hat, istein kleiner Lichtblick auf dem in weiten Bereichen etwas verquanzten Büchermarkt. Fliegen einem Titulierungen wie z.B. "Popliteratur" um die Ohren, fragt sich der Konsument doch oftmals ganz zurecht: Was soll das eigentlich sein - Popliteratur? Etwa Bücher, die singen können? Sibylle Berg entzieht sich geschickt solchen faden Etikettierungen und wettert gekonnt dagegen. Ihr letztlich erschienenes Werk steht ganz in der Tradition von "Sex II" und auch ein wenig der "Herrengeschichten" - man könnte also wohlwollend sagen: Frau Berg ist sich treu geblieben. "Ende Gut" ist ein grandioses, humorvolles, bewußt schwarzmalerisches Buch und, nicht nur für Berg-Anhänger, ein wahrer Genuß. Die Welt fliegt unserer Protagonistin in kleinen Stücken um die Ohren und die Frau, also Frau Bergs lyrisches Ich, macht sich ihren Weg durch ein beinahe ausgestorbenes Deutschland, wo es nur noch wenige Überlebende gibt und das Volk seinem (gerechten?) Ende zugeführt wird. Das Buch ist sprachlich versiert - und von rabenschwarzem Humor, der den Leser gekonnt davor bewahrt vor Verzweiflung aus dem Fenster zu springen. Also: alle Daumen hoch für Frau Berg!!! Da stört es auch nur am Rande, daß die Wahlschweizerin hin- und wieder mit dem Tonfall der oberlehrerhaften Weltverbesserin ein wenig die Nerven der Leser/Innen beansprucht und das "Happy End" nicht wirklich überzeugt. Im Gegenteil. Bekommt man doch fast den Eindruck, daß Frau Berg gegen Ende des Buches ein bißchen die Ideen ausgegangen sind. Wurde der Mensch an sich zuvor als egomanische und zerstörerische Bestie portraitiert, so liegt plötzlich das Glück in einem Häuschen irgendwo in der Pampa, bzw. am See, Bücher lesen und in der Beziehung mit einem (stummen) Mann. Äh, naja Frau Berg. Da bieten Sie uns aber eine recht schlicht strukturierte Lösung an. Das können Sie doch besser! Trotz dieses mauen Endes und ein paar kleinen Schwächeleien hier und dort ist das Buch zu empfehlen und ein anspruchsvolles, wie auch äußerst humorvolles Werk mit präzisen Beobachtungen und einem (zurecht) traurigen Blick auf die Welt von heute. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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